PETA deckt auf

11. Dezember 2017

Hat Brandenburg ein Tierschutzproblem?

PETA veröffentlicht dramatische Bilder aus einem brandenburgischen Schweinemastbetrieb
Stand November 2017
Auch wenn wir es nicht gerne tun – solange es die grausamen Bilder aus den Zucht- und Mastbetrieben gibt, so lange wird PETA diese auch veröffentlichen. Ein weiterer Fall aus Brandenburg zeigt einmal mehr: Tiere in der landwirtschaftlichen Tierhaltung leiden unter den minimalen gesetzlichen Regelungen und der Qualzucht auf immer mehr Fleisch. Zudem sind sie nicht selten Opfer von Vernachlässigung.

Intelligente und reinliche Tiere werden zu Fleischlieferanten degradiert

Als sei die Haltung in kargen Buchten und auf hartem Spaltenboden nicht schlimm genug für die intelligenten Tiere, müssen sie in diesem Betrieb auch auf ihren eigenen Exkrementen leben. Die kotverdreckten Buchten bedeuten nicht nur eine erhöhte Krankheitsgefahr für die sensiblen Tiere, sondern stellen eine enorme psychische Belastung dar. Schweine sind sehr reinliche Tiere. Sie können extrem gut riechen und würden niemals dort liegen oder essen, wo sie Kot und Urin absetzen. Es wurden stark hustende Tiere dokumentiert, denn das Ammoniak aus den Exkrementen reizt den empfindlichen Atemapparat der Schweine. Der sogenannte Hundesitz ist ein Indiz für die schlechte Stallluft. Mit dieser Haltung versuchen die Tiere, besser Luft zu bekommen.

Dieses Schwein muss sein Leben verletzt und in Exkrementen fristen – solche Bilder sind die Regel und keine Ausnahme. Foto: PETA

Schweine benötigen einen abwechslungsreichen Tagesablauf, um ihr starkes Bedürfnis nach Futtersuche, Wühlen und Bewegung ausleben können. Bei einem Platzangebot von unter einem Quadratmeter pro Schwein kann dies in den tristen Buchten niemals befriedigt werden. Deshalb beißen sich die völlig gestressten und unterforderten Tiere auch in diesem Betrieb in Bärenklau die kupierten Ringelschwänze und die Ohrspitzen blutig. Auch Rangkämpfe sind in den engen Buchten keine Seltenheit, da die Tiere keine Chance haben, sich aus dem Weg zu gehen. Hautverletzungen und anhaltender Stress sind die Folge. Ebenfalls wurden Abszesse, Augeninfektionen und verdickte Gelenke dokumentiert. Diese Schweine leiden Tag für Tag unter den miserablen – aber größtenteils legalen – Haltungsbedingungen.

Diesem Schwein wurden die Ohrspitzen blutig gebissen – alles, weil die intelligenten und reinlichen Tiere dauerhaft an Langeweile, Stress und der unsauberen Umgebung leiden. Foto: PETA


Drangvolle Enge, in der sich die Tiere zu keiner Zeit aus dem Weg gehen können. Foto: PETA

Tote und im Sterben liegende Schweine

Eine sogenannte Verlustrate ist in jedem Betrieb einberechnet, denn es ist von vornherein klar, dass nicht jedes Tier diese Haltungsbedingungen überlebt. Und sind die Kosten höher als der „wirtschaftliche Wert“ des Tieres, dann folgt nicht selten die Tötung – legal und illegal. Auch in diesem Betrieb wurden im Sterben liegende und bereits tote Tiere dokumentiert. Sie werden auf dem Müll landen – nach einem entbehrungsreichen Leben, in dem sie für den Landwirt nur ein Wirtschaftsgut darstellten.

Tierquälerei im Schweinestall – stoppen Sie das Leid in Brandenburg!

Kranke und verletzte Schweine, die sich aufgrund der kargen Haltungsbedingungen blutig beißen; reinliche Tiere, die in ihrem eigenen Kot leben müssen, sowie harte Spaltenböden, die den Gelenken schmerzen. Bitte fordern Sie Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke auf, dieses Leid der Schweine in Brandenburg endlich zu beenden.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

PETA konnte erneut das massive Tierleid in einem brandenburgischen Schweinemastbetrieb veröffentlichen.
 
Dieser Fall zeigt ganz klar: Das Problem liegt im System. Empfindsame und intelligente Lebewesen werden einem Konstrukt angepasst, welches rein wirtschaftliche Interessen verfolgt.
 
Die Bilder verdeutlichen, wie im Jahr 2017 mit Tieren umgegangen wird: marode, stark verkotete Stalleinrichtungen und verdreckte Futter- und Wassertröge. Kranke und sterbende Schweine sind zu sehen, auch tote und verletzte Tiere finden sich im Bestand. Blutige Ohrspitzen und völlig abgenagte Ringelschwänze sind nur ein Hinweis darauf, unter welchem psychischen und physischen Stress die Tiere dauerhaft leiden müssen. Es ist bekannt, wie reinlich und intelligent Schweine sind, weshalb sie in den verkoteten und kargen Buchten nicht annähernd artgerecht gehalten werden können. Zudem machen sie die harten Spaltenböden und die meist mit Ammoniak belastete Luft oftmals krank.
 
Kontrollen scheinen wieder einmal zu versagen – oder sind solche Zustände in Brandenburg aus wirtschaftlichem Interesse gewollt?
 
Ich fordere Sie deshalb nachdrücklich auf, das Leid der Schweine in diesem Betrieb zu beenden und Maßnahmen zu ergreifen, damit die Qualen aller Schweine in Brandenburg ein Ende haben.

Mit freundlichen Grüßen

M.S.

https://www.peta.de/Schweinemast-Brandenburg?pk_campaign=E-Mail-Baerenklau-12-2017&pk_kwd=I17MEN001?pjid=509181&custid=237492&campaign_id=fundr&placement_id_meta1=nwl_Dezember5&placement_id=Tierquaelerei_von_der_EU_subventioniert&placement_id_meta2=#.Wi6z87pFw5s

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Wertvolle Lebensgrundlagen – zerstört durch die A 20

4. Dezember 2017

Gegner warnen vor Zerstörung des Bodens durch den Autobahnneubau

Anlässlich des Weltbodentags am 5. Dezember warnen die A 20-Gegner vor der drohenden Zerstörung der wertvollen Ressource Boden durch die geplante Autobahn. Die Bedeutung eines gesunden Bodens für das Leben auf der Erde und für den Menschen ist immens.

1,6 Billiarden Lebewesen leben in einem Quadratmeter Boden in den oberen 30 cm.

Der Erdboden ist Lebensgrundlage für (Nahrungs-)Pflanzen und damit auch für Mensch und Tier. Darüber hinaus schützt der Boden unser Grundwasser, trägt zum Hochwasserschutz bei und speichert enorme Mengen an CO2.

Die Neubildung von 2 cm Erdreich dauert rund 500 Jahre.

Boden ist Leben. Es gibt kein Leben ohne gesunden Boden.

Die A 20 wird rund 2.000 ha Boden zerstören.

Wertvollen Waldboden, fruchtbaren Wiesen- und Ackerboden sowie schutzwürdige Auenböden. Dabei handelt es sich überwiegend um landwirtschaftliche Nutzflächen, die unwiederbringlich verloren gehen werden.

„Land lässt sich nicht vermehren“ warnen die Gegner der Autobahn A 20 und „Asphalt und Beton kann man weder pflügen noch ernten“.

Süddeutsche Zeitung: Landeszerrüttungsplan

Hintergrundinformation:
International Union of Soil Sciences (IUSS) = Internationale Fachgesellschaft für Bodenkunde
(aus Wikipedia)
Die International Union of Soil Sciences (IUSS) (deutsch: Internationale Vereinigung der Bodenwissenschaften) ist eine am 19. Mai 1924 als International Society of Soil Science (ISSS) gegründete wissenschaftliche Gesellschaft für Bodenkunde. Die Umbenennung von ISSS zu IUSS erfolgte 1998. Die Vereinigung ist Mitglied des International Council for Science (ICSU).
Der Weltbodentag ist ein internationaler Aktionstag am 5. Dezember. Die IUSS hat den Aktionstag im Rahmen ihres 17. Weltkongresses im August 2002 in Bangkok ernannt, um ein jährliches Zeichen für die Bedeutung der natürlichen Ressource Boden zu setzen und für den Bodenschutz zu werben.

Regelmäßig (mittlerweile alle vier Jahre) richtet die IUSS an wechselnden Orten den bodenkundlichen Weltkongress World Congress of Soil Science (WCSS) aus. Der 21. Kongress ist 2018 in Rio de Janeiro geplant.
Der IUSS gehören fast 90 nationale sowie regionale Gesellschaften weltweit an, die insgesamt etwa 55.000 Wissenschaftler der Bodenkunde vertreten. Im deutschsprachigen Raum gehören der IUSS die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG), die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft (ÖBG) und die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS) an, alle mit Sitz in Wien.
Publikationsorgan der IUSS ist das zweimal im Jahr erscheinende IUSS Bulletin.
Website: http://www.iuss.org

Anmerkung: Die Bilder zeigen nicht die A 20, sondern sind beispielhaft für die Zerstörung von Landschaft und Boden durch den Autobahnbau.

 

Doppeldeutig: Der helle Wahnsinn*

1. Advent 2017 – 3.12.17

Advent in Dülmenhain**: Der helle Wahnsinn

Wer hat die meisten Lichtlein im ganzen Land? Gute Chancen könnte das Ehepaar G.** haben: Mit 55.000 Lichtern schmücken Klaus und Karin G. Haus und Grundstück in Dülmenhain. „Es gibt nicht einen Baum oder Busch, der nicht beleuchtet ist“, sagte Klaus G.. Eingeschaltet werden soll das Lichtermeer heute am Sonntag, dem 1. Advent – bei einer Glühweinparty, zu der das Ehepaar bis zu 700 Gäste erwartet. Das Ehepaar schmückt sein Haus zum 16. Mal. „Es hat mit fünf Lichterketten und drei Litern Glühwein angefangen. Jetzt sind wir bei 55.000 Lichtern und 150 Litern Glühwein“, erzählt G..

Es leuchtet und strahlt so weihnachtlich

In Dülmenhain leuchtet ab heute ein Haus ganz besonders hell.

Spendensammeln für einen gemeinnützigen Zweck

Doch die große Lichteinschalt-Party ist kein Selbstzweck: Die Gs sammeln Spenden für ein Projekt, das  behinderten Kindern sportliche Betätigung unter fachkundiger Leitung ermöglicht. Zur 15. Auflage im Jahr 2016 kamen laut G. 3.000 Euro an Spenden zusammen.

Für das Lichtermeer auf dem Grundstück muss das Paar einiges auf den Tisch legen. „Ich schätze, es hat den Wert eines Mittelklassewagens, was hier verbaut ist“, so der Hausherr. Dazu kommen Stromkosten von 700 bis 800 Euro für die Wochen Adventszeit. Zumindest beim Fest am 1. Advent werden die beiden finanziell unterstützt: Den Glühwein spendiert ein örtliches Unternehmen.

Eine Adventsillumination der besonderen Art zeigt das Bild unten.  Während der Adventszeit wird dieses  Kohlekraftwerk voll ausgelastet sein. Die Folgen werden dann alle Menschen spüren und nicht nur zur Adventszeit.

 

* NDR, 30.11.2017 (ohne „Doppeldeutig:“)

**Orts- und Familienname geändert

Kühlschrank bitte melden!

1. Dezember 2017

De Maizière will Abhöraktionen erleichtern

Bundesinnenminister de Maizière will zur Verbrechensbekämpfung offenbar den Zugriff auf Sicherungs- und Alarmanlagen von Wohnungen und Autos ermöglichen.

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, ist ein entsprechendes Gesetz geplant. Demnach soll Polizei und Geheimdiensten erlaubt werden, auf nahezu alle technischen Geräte zuzugreifen, die mit dem Internet verbunden sind: Computer, Fernseher, Auto.

Auch Waschmaschine, Elektroherd und Kühlschrank gehören dazu. Jede Bestellung des Kühlschranks an z.B. EDEKA oder ALDI wird dann von den Geheimdiensten und der Polizei ausgewertet werden können. Das Auto kann dann direkt zu dem nahegelegenen Polizeirevier oder direkt in den Knast gelenkt werden können.* 

Ziel sei, Hersteller solcher Anlagen dazu zu verpflichten, den Ermittlern Zugriff zu gewähren. Laut dem Zeitungsbericht soll aber ein richterlicher Beschluss Voraussetzung für sämtliche Überwachungsmaßnahmen bleiben. Ein Sprecher de Maizières bestätigte, über die Gesetzes-Vorlage werde bei der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche in Leipzig beraten.

*So hat das der Innenminister nicht gesagt, aber es wird möglich sein.

Glyphosat muss gestoppt werden

28. November 2017

Glyphosat jetzt in Deutschland stoppen – so wie in Frankreich 

Eine Petition von Sven Giegold & Martin Häusling

 

Der Skandal muss Folgen haben.

Die Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat ist ein Schlag ins Gesicht von Umwelt und Verbrauchern! Dabei war die geschäftsführende Bundesregierung mit ihrer Zustimmung in Brüssel das unrühmliche Zünglein an der Waage.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) hat dabei gegen alle Regeln der Regierungszusammenarbeit verstoßen, denn die ebenso zuständige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) war weiterhin dagegen. „Das entsprach nicht der Weisungslage“, rügte Angela Merkel den Minister.

Die Verlängerung von Glyphosat ist Gift für das Vertrauen in Europa und Futter für alle antieuropäischen Populisten. Denn europaweit hatten über 4 Millionen Bürgerinnen und Bürger das Ende von Glyphosat auf unseren Äckern gefordert. Jede neue Bundesregierung muss den Kurs korrigieren und entschieden gegen Glyphosat vorgehen.

Deshalb fordern wir:
1. Deutschland soll dem Vorbild Frankreichs folgen und Glyphosat/Roundup spätestens innerhalb von drei Jahren komplett von Äckern in Deutschland verbannen.

2. Alle nationalen Möglichkeiten müssen sofort ausgeschöpft werden, um
Glyphosat in öffentlichen Parks, Gärten und Spielplätzen zu verbieten,
Glyphosat nicht vor der Ernte einzusetzen,
Glyphosat für den Privatgebrauch zu verbieten.

3. Eine unabhängige Untersuchung des Zulassungsverfahrens zu Glyphosat muss eingesetzt werden.

 

Im Boden geht das Sterben weiter

28. November 2017

Glyphosat-Zulassung: Zustimmung der Bundesregierung ist Schlag ins
Gesicht von Verbrauchern und Umwelt

Heute haben die Vertreter der nationalen Regierungen und der EU-
Kommission im sogenannten Berufungsausschuss erneut über die
Neuzulassung von Glyphosat beraten. Mit der Zustimmung der
geschäftsführenden Bundesregierung kam diesmal eine Mehrheit für die
Verlängerung der Zulassung um fünf Jahre zustande. Das Europaparlament
hatte für ein Auslaufen der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels
bis 2022 gestimmt. Dazu sagt der Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im
Europäischen Parlament, Sven Giegold:

„Die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung ist ein demokratischer
Skandal. Vier Millionen europäische Bürger, die gegen Glyphosat ihre
Stimme erhoben haben, wurden ignoriert. Die Verlängerung von Glyphosat
ist Gift für das Vertrauen in Europa und Futter für alle
antieuropäischen Populisten. Die geschäftsführende Bundesregierung war
das unrühmliche Zünglein an der Waage. Während der Jamaika-Sondierungen
hat sich die Bundesregierung noch enthalten, nun sind alle Hemmungen
gefallen. Die Zustimmung der Bundesregierung ist ein Schlag ins Gesicht
von Verbrauchern und der Umwelt. Solange die erheblichen Gesundheits-
und Umweltrisiken nicht einwandfrei widerlegt sind, hätte die
Bundesregierung nicht zustimmen dürfen. Wir werden im Europaparlament
nicht ruhen, bis die Methode der Zulassungsverfahren nicht geändert
ist. Der Sonderausschuss zur Aufklärung der fragwürdigen
Entscheidungsvorgänge bei Glyphosat muss jetzt erst recht kommen.“

Die Petition gegen die Verlängerung der Zulassung von Glyphosat hat
bereits knapp 300.000 Unterschriften gesammelt:
https://www.change.org/glyphosat

 

 

Glyphosat geht in die nächste Runde

26. November 2017

Montag: Abstimmung im Widerspruchsverfahren: In 18 Tagen läuft die Genehmigung für Glyphosat aus. Dann wäre Schluss mit dem Ackergift in Europa.

Am kommenden Montag geht der nervenaufreibende Kampf um die Verlängerung der Genehmigung in die nächste Runde: Die Mitgliedsstaaten der EU treffen sich in Brüssel, um im Widerspruchsverfahren über die Glyphosat-Genehmigung abzustimmen.

Jetzt geht es vor allem darum, dass die Genehmigung des Ackergifts tatsächlich ausläuft. Eine Verlängerung ist nur für eine kurze Frist und nur bei einem verbindlichen Enddatum erträglich. Die EU-Kommission will an ihrem Vorschlag einer Genehmigungsverlängerung von 5 Jahren festhalten, aber ohne jedes Enddatum. Das Europaparlament dagegen fordert fünf Jahre mit einem Datum für ein festes Ende. Die Mitgliedsstaaten können den Vorschlag der EU-Kommission abändern. Wenn es wieder keine qualifizierte Mehrheit für einen Beschlussvorschlag gibt kann die EU-Kommission im Alleingang entscheiden.

Letzten Montag fand auch die offizielle Anhörung der Europäischen Bürgerinitiative „Stop Glyphosat“ statt, die in Rekordzeit über 1,3 Millionen Unterschriften gesammelt hatte.