In eigener Sache

Bei der Durchsicht der bisherigen Beiträge haben wir festgestellt, dass es meist unangenehme Themen sind oder solche mit erhobenem Zeigefinger. In der Redaktion fragen wir uns schon lange, ob das die werten Leserinnen und Leser (es sind einige tausend) langfristig bei Laune hält.

Aber wie das eben so ist bei Mistkäfern: Sie wenden sich immer der Sch…. zu.

Umerziehungsversuche bei den Krabblern waren bislang fehlgeschlagen: Angebote von Honig, Marmelade oder auch leckerer Wurst wurden verschmäht, sie krabbelten immer wieder zu der . . . . . . !

Eine Einschränkung dabei haben sie jedoch: Sie nehmen nur die Exkremente von Pflanzenfressern.

Was sie damit machen und welche astronomischen Hilfsmittel sie nutzen, kann im Blog nachgelesen werden.

mistkaeferterror meint: Vielleicht solltet ihr uns einmal Gene der Honigbiene einpflanzen.

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Kühler wohnen fürs Klima

Nach einem Bericht des Weltklimarats wird die Erderwärmung dramatische Folgen für Natur und Menschheit haben.*

Dabei wird sich die Natur im Laufe der Jahrhunderte regenerieren können – die Menschheit wird aussterben. Vielleicht tut das der Erde gut, da es fast ausschließlich wir Menschen sind, die diese Welt so schinden.

Klimatische Änderungen hat es in der Erdgeschichte schon immer gegeben, wir steuern jedoch auf eine Erderwärmung zu, die zu großen Teilen menschengemacht ist. Unter den daraus resultierenden Folgen können wir dann nicht mehr leben.

„Es ist eine apokalyptische Vorstellung, die der Weltklimarat in Yokohama präsentiert hat. Die Erderwärmung werde nicht nur Folgen für das Klima haben, sondern berge auch das Risiko für Armut, Hunger und Bürgerkrieg. Der ungebremste Ausstoß von CO2 habe bereits seit drei Jahrzehnten eine Kettenreaktion ausgelöst, heißt es in dem Bericht.Gletscher gehen zurück, Polkappen schmelzen, der Meeresspiegel steigt – weltweit im Vergleich zu vor hundert Jahren um 19 Zentimeter.*                                                                                                                                                                                                                                                                               Extreme Dürreperioden oder sintflutartige Niederschläge werden Ernten vernichten: Armut und Hunger werden zunehmen.

Die Folgen der Erderwärmung werden fortschreitend von Süd nach Nord auch uns hier in Nordeuropa erreichen. Auswirkungen sind heute schon in extremen Wetterlagen zu beobachten.

Zu den Auswirkungen gehören auch die vielen Flüchtlinge aus Afrika, die über Spanien und Italien nach Europa wollen. Das sind überwiegend Menschen, die vor Armut und Hunger ihr Land verlassen und es ist kein Widerspruch, dass die Bilder meist gut genährte Menschen zeigen: Die schaffen es bis zur Grenze, die Verhungernden können ja nicht mehr so weit laufen und haben auch nicht das Geld für die Schlepperbanden.

Da ist es nur zynisch, was ein Tourismusexperte an der Nordsee vor ca. 2 Jahren in einem Interview von sich gegeben hat: ‚Die Erderwärmung ist doch gut für uns hier, dann fahren die Urlauber wenigstens nicht mehr in die Südsee, sondern kommen zu uns.‘

Und was tut die Politik?

Die Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD)** empfiehlt den Bundesbürgern ihre Lebensgewohnheiten umweltgerechter zu gestalten und „kühler zu wohnen fürs Klima“. Frau Hendricks könnte bei ihrem Dienstwagen schon einmal damit anfangen: Sie fährt einen Audi A8 mit 169 Gramm Co2 pro Kilometer und erhält damit die Rote Karte vom Umweltbundesamt.

BRAVO! Da fallen mir doch ganz spontan die Kohlekraftwerke und die ausgebremsten Windkraftanlagen ein! (manfrech)

*Jürgen Hanefeld, ARD-Hörfunkstudio Tokio

**Was qualifiziert sie eigentlich für dieses Amt? mistkaeferterror weiß es: Sie ist ‚Frau‘ und aus Nordrhein-Westfalen.

 

 

INFRA ? . . . . DIALOG???

Eine neue Initiative macht zur Zeit mächtig Werbung: „DAMIT DEUTSCHLAND VORNE BLEIBT“ – Initiative für eine zukunftsfähige Infrastruktur.

Die Bürger sind aufgerufen, Ideen für eine bessere Infrastruktur einzureichen. Finanziert wird der hohe Werbeaufwand durch Verkehrsunternehmen, Versicherungen, die Bauwirtschaft und die Gewerkschaft ver.di. In Zusammenarbeit mit der Welt (Axel Springer media impact) wird für eine bessere Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur geworben. Um Einschläge (impact) bei den Nutzern zu erzielen, werden die Waffen der modernen Werbekampagnen abgefeuert: Crossmediale Präsenz in Print, Online und Mobile&Tablet mit den ergänzenden Modulen Augmented Reality, Social Media und Ad2go (Werbebotschaft auf Kaffeebechern).

Passend dazu fing die Länderkonferenz Bremen im Bremer Ratskeller mit einem albernen Filmchen an, in dem ein hyperaktives Segelohrmännchen namens Max der Mobilisator durch Verkehrskulissen hampelte.

Kern der Veranstaltung sollte laut Ankündigung der Dialog mit den Bürgern sein, die ihre Vorschläge im Netz angemeldet hatten und bei der Konferenz vor Ort mitreden wollten.

Die Bürger hatten viele sachliche Vorschläge für eine bessere Infrastruktur gemacht. 30 Bürger waren eingeladen, „vor Ort mitzureden“. Warum der Veranstalter seine Ankündigung: „diskutieren Fachleute und Politiker über Ihre Meinung und Ihre Erfahrungen“ nannte und warum „Ihre“ groß geschrieben war, war nicht zu erkennen.

Von Dialog keine Spur, Fachleute und Politiker diskutierten in zwei Runden über ihre (klein geschrieben) eigenen Meinungen und Erfahrungen. Als Alibi wurde 1 (in Worten: ein) vorab ausgesuchter Bürgerbeitrag aufgerufen.

Kräftigen Beifall gab es erst, als gegen Ende (kurz vor dem Schlusswort) Herr Schuster als Vertreter der Initiative Eisenbahn statt Autobahn (EsA) aufstand, das Wort ergriff und von den Veranstaltern den versprochenen Dialog einforderte.

In seinem Statement stellt er fest, dass in beiden Diskussionsrunden die Einbeziehung Bremerhavens nur am Rande eine Rolle spielte und dass das für die Verkehrsanbindung wichtige an Bremen angrenzende niedersächsische Hinterland mit keinem Wort erwähnt worden war. Die Vertiefung der Weser sei z. B. bei Einbeziehung des Tiefwasserhafens Jade-Weser-Port vollkommen überflüssig. Es könnte außerdem mit wenig Aufwand die für den Güterverkehr 2011/12 ertüchtigte EVB-Strecke Bremerhaven-Bremervörde-Rotenburg durch den Bau der Spange Rotenburg optimiert werden, damit die Züge ohne Umspannen der Lokomotive in die Nord-Süd-Trasse über Verden gelangen können. Das wäre eine echte Entlastung des „Knotens Bremen“.

Bei der nächsten Länderkonferenz in Ulm wird sich zeigen, ob ein echter Dialog mit Bürgern geführt wird oder ob wieder nur die beteiligten Bürger mit Häppchen abgefüttert als Kulisse für Lobbyisten und Politiker missbraucht werden sollen. (PSch)

„Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen!“*

„Und von jetzt ab wird Bombe mit Bombe vergolten!“

Das war einmal und kommt nicht mehr. Hofften wir.

„Jetzt ist für die Bündnispartner an den Außengrenzen (zur Ukraine, die Red.) wichtig, dass die NATO Präsenz zeigt!“**

Eine Frau macht mobil . . . . mit Worten. Als Drohgebärde gegenüber Russland will sie es verstanden wissen und heizt damit die Eskalation gehörig an.

Dabei gilt es doch, das Feuer zu löschen.

Was passiert, wenn irgendein Idiot – hüben oder drüben – einen Schuss abgibt? Wird dann – hüben oder drüben – zurückgeschossen?

Wer berät diese Frau eigentlich? Sind es Generäle, ihrer bisherigen Sandkastenspiele überdrüssig?

Bleibt zu hoffen, dass Frau Verteidigungsministerin so viel Gegenwind bekommt, dass sie sich zukünftig eher auf die Zunge beißt, als solchen Mist loszulassen. (LeC)

* Adolf Hitler in seiner Rede vor dem Reichstag am 1. September 1939

** Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Gespräch mit spiegel-online am 22.03.2014

Mehr Effizienz für das Hafenhinterland

Mehr Investitionen in die Verkehrswege fordert die Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen. Dabei wird dann gleich am großen Rad gedreht. Als Kernforderungen nennt der Sprecher Andreas Schmidt dann sogleich auch den Ausbau der Küstenautobahn A20, die Y-Trasse und die Vertiefungen von Elbe und Weser.

Dabei wäre mit kleinräumigen Investitionen in die Infrastruktur mehr erreicht. Vorab müsste man schauen, was in der Zukunft an Transportleistungen erwartet wird und was dann die eigentlichen Probleme sind.

Die immer wieder beschworene Prognose des Bundesverkehrsministeriums, nach der der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen bis 2030 um 74 Prozent steigen soll, hat sich längst als falsch erwiesen. Die bisherige Entwicklung des Güterumschlags bleibt deutlich unter dieser Zahl, da das Gutachten auf Basis der Jahre 1995 bis 2002 von einer linearen Steigerungsrate ausgegangen war. Mögliche Einbrüche, wie sie dann auch tatsächlich erfolgten, waren in die Zahlen nicht eingerechnet.

Für die sogenannte Küstenautobahn war dieses Gutachten immer wieder herangezogen worden. Dabei wurde sträflich verschwiegen, dass mehr als 75 Prozent der Güter aus den deutschen Seehäfen die Nord-Süd- bzw. Süd-Nord-Richtung haben.

Die Küstenautobahn ist jedoch eindeutig eine West-Ost-Verbindung bzw. umgekehrt.

Auch die schon seit längerem fortschreitende Entwicklung der skandinavischen, baltischen und russischen Seehäfen war bei der Erstellung der Prognose ausgeblendet worden. So gibt es heute in Arhus, Göteborg und Danzig Tiefwasserhäfen, die von den Containerschiffen unter Volllast angefahren werden können und auch wöchentlich angefahren werden.

Unter Berücksichtigung dieser Faktoren hätte in einem zweiten Schritt ein Gesamtkonzept aller deutschen Seehäfen erstellt werden müssen.

So hätte z.B der Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven (Jade-Weser-Port) sämtliche Containerschiffe mit einem Tiefgang von mehr als 15 Meter auf sich ziehen und deren Ladung im ship-to-ship-System auf Feederschiffen Richtung Ost- und Nordeuropa verbringen können. Drei unwiederbringliche Eingriffe in die Natur und die Lebenswertigkeit vieler Menschen können dann vermieden werden: Elbvertiefung, Weservertiefung und Küstenautobahn durch Nordniedersachsen sind nicht notwendig.

Der Hamburger Hafen, weit im Binnenland gelegen, was sowieso schon absurd für einen Seehafen ist, wäre mit Gütern für und von Süd-Ost-Europa voll ausgelastet.

Es ist jedoch so, dass jeder Hafen autonom wirtschaftet und für sich das Beste herausschlagen will.

Solange Politiker nicht in der Lage sind, zukunftsweisende und vernünftige Lösungen zu finden, müssen Bürger und Naturschutzverbände in Initiativen aktiv werden und sich der derzeitigen Entwicklung entgegenstellen.

So sind auch seit nunmehr zehn Jahren die Aktivitäten der Initiative Eisenbahn statt Autobahn (EsA) zu sehen. Mit viel Sachverstand hat sie sich von Anfang an um eine Lösung für die Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen bemüht und viele Beispiele aufgezeigt, wie diese ohne die Lebensumwelt zerstörende Küstenautobahn verwirklicht werden kann.

Mittlerweile denken auch Teile der Politik und der Wirtschaft über Lösungen nach, die von dieser Initiative schon vor Jahren gefordert waren.

So fordert Bremens Häfensenator Martin Günthner: „Das Schienennetz in Norddeutschland muss zügig und leistungsfähig erweitert werden.“* Nach seinen Worten gehört dazu auch der Ausbau der Strecke Bremervörde-Rotenburg, um den Güterverkehr von Bremerhaven an Bremen vorbeileiten zu können. Der sogenannte Knoten Bremen behindert den Güterverkehr auf der Schiene.

Diese Forderung war schon Anfang 2011 von der EsA erhoben worden, was ihren Niederschlag in der Bremervörder Zeitung   in der Ausgabe vom 3. Februar 2011 unter dem Titel Mehr Effizienz für das Hinterland fand. Dieser Artikel wurde von mehreren Zeitungen übernommen, leider nicht vom Weser Kurier. So hätte Herr Günthner damals schon die Gelegenheit gehabt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Seit 2011 ist viel wertvolle Zeit vergangen. Die von Herrn Günthner angesprochene EVB-Strecke ist schon längst mit EU-Mitteln für den Güterverkehr ertüchtigt worden (wieso weiß Herr Günthner das nicht?).

Einzig: Es fehlt die Spange Rotenburg, 2011 von EsA mit Vehemenz gefordert, damit die Güterzüge, ohne die Lok umspannen zu müssen, über Verden in die Südtrasse gelangen.

Hier ist jetzt das Land Niedersachsen gefordert. Die EVB gehört mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent dem Land, der Rest verteilt sich auf die jeweiligen von ihr durchfahrenen Landkreise und Kommunen.

In der Koalitionsvereinbarung der Landesregierung heißt es für den Bereich Verkehr auf Seite 62: „Die rot-grüne Koalition verfolgt das Ziel, Güterverkehr von der Straße auf die Schiene und die Binnenwasserstraßen zu verlagern. Dazu ist es zunächst dringend erforderlich, die Schienenstrecken für den Hinterlandverkehr auszubauen.“

Zu diesem speziellen Abschnitt war von dem derzeitigen Verkehrsminister des Landes Niedersachsen, Olaf Lies, noch nichts zu hören, obwohl auf Seite 62 des Koalitionsvertrages ausdrücklich eine Anschubfinanzierung für die Planung des Gleises Rotenburg-Verden erwähnt wird.

Da es hauptsächlich um die Hinterlandanbindung des Seehafens Bremerhaven geht, ist zu fordern: Die Senatoren Günthner und Lohse und der niedersächsische Verkehrsminister Lies müssen sich endlich an einen Tisch setzen, um zumindest bei diesem Thema voranzukommen. (MS)

*Sonntagsjournal der Nordsee Zeitung, 19.01.2014

 

Spinner Ost – Spinner West*

Während sich einer der Spinner völkerrechtswidrig das Gebiet eines souveränen Staates einverleibt, fällt der zweite Spinner auf die Stufe des Kalten Krieges zurück.

Die Stationierung neuer Atombomben des Typs B61-12 ist für Europa vorgesehen. Dafür wurden jetzt im Haushaltsentwurf der US-Regierung für 2015 Mittel beantragt.

Ab Frühjahr 2015 soll begonnen werden, diese umstrittenen Waffen in die entsprechenden Flugzeuge der europäischen NATO-Partner einzubauen; sie stehen dann 2020 zur Verfügung.

Als Standort in Deutschland ist der Luftwaffenstützpunkt Büchel (Rheinland-Pfalz) vorgesehen. (MS)

*Der hat übrigens den Friedensnobelpreis erhalten.

mistkaeferterror stellt fest: Deutschland steht an dritter Stelle bei den Waffenexporten hinter den USA und Russland. Auch die Produktion von Giftgas im Irak und in Syrien wurde durch Lieferungen aus Deutschland möglich. Im Deutschen Bundestag sitzen Abgeordnete als Lobbyisten der Waffenindustrie.

Konkurrenz für die Nordseehäfen

Den Nordseehäfen weht ein rauer Wind entgegen.

Das türkische Unternehmen Ekol plant, mit Containerzügen vom Mittelmeerhafen Triest aus die Bundesrepublik anzufahren. Für Ekol ist das kein Neuland, fahren doch jetzt schon mehr als zwanzig Ganzzüge pro Woche bis Ludwigshafen und sogar bis ins Ruhrgebiet.

Bisher transportieren diese Züge lediglich Sattelauflieger, die an den jeweiligen Bestimmungsorten mit Zugmaschinen feinverteilt werden. Zukünftig sollen auch Container transportiert werden.

Die gut ausgebaute Strecke über (durch) die Alpen spart Zeit gegenüber dem Seeweg durch das Mittelmeer und die Biskaya bis in die Nordsee. Dabei zahlt sich auch aus, dass die zu durchfahrenden Länder mehr in ihre Eisenbahninfrastruktur investiert haben als die Bundesrepublik Deutschland.

Zeit ist Geld. So wird es nicht lange dauern, bis die Reeder dieses Angebot nutzen werden und auch die in Süddeutschland angesiedelten Unternehmen werden dann nicht mehr den langen Transport durch Deutschland wählen mit all den Staus und Eisenbahnknoten.

Vor Jahren hat das Eurogate erkannt und in Mittelmeerhäfen investiert.

Natürlich weiß man bei Eurogate, dass jeder Container, der über einen dieser Häfen nach Deutschland oder Europa kommt, den Nordseehäfen verloren geht.

Auch weiß man bei Eurogate, ISL*, IHKn** und etlichen politischen Entscheidungsträgern, dass damit die immer wieder beschworene Wachstumssteigerung im Containerverkehr eher stagniert. Doch laut sagt das niemand, da ja dann bestimmte Projekte der Infrastruktur infrage gestellt werden könnten.

In erster Linie ist da die unsinnige sogenannte Küstenautobahn durch Niedersachsen zu nennen. (MS)

*  Institut für Seeverkehr und Logistik, Bremen

** Industrie und Handelskammern