Bremerhaven: Überseehafen setzt auf die Schiene

31. Juli 2017

Großprojekt vor der Fertigstellung:

Acht neue Parallelgleise im Überseehafen Bremerhaven werden im Dezember 2017 in Betrieb genommen
Der Bau von acht zusätzlichen zuglangen Gleisen an der Vorstellgruppe (Hafenbahnhof) Imsumer Deich in Bremerhaven hat die Zielgerade erreicht. Als letztes großes Gewerk steht auf der Baustelle im Überseehafen in den kommenden Wochen die Montage von 120 Masten für die elektrische Oberleitung an. Die neuen Gleise sollen zum Fahrplanwechsel der DB Netz AG am 10. Dezember 2017 in Betrieb genommen werden.

Foto bremenports

Für bremenports-Geschäftsführer Robert Howe ist die Investition in die neuen Gleisanlagen am Imsumer Deich entscheidend, wenn es darum geht, den Eisenbahnhafen Bremerhaven auf weiter wachsende Transportmengen vorzubereiten. „Der Ausbau der Bahnanlagen im Bereich Kaiserhafen, der vor zwei Jahren beendet wurde, hat zu einer ersten Erhöhung der Kapazitäten der Hafeneisenbahn geführt und bewährt sich schon heute. Die Investition am Imsumer Deich führt zu einer weiteren substanziellen Verbesserung. Davon wird unsere Hafen- und Logistikwirtschaft erheblich profitieren. Im Dezember steht dem Hafen eine weitere hochmoderne Achtergruppe zur Verfügung – Schieneninfrastruktur, die der Standort dringend braucht, wenn er die prognostizierten Zuwächse im nächsten Jahrzehnt bewältigen will.“
„Etwa jeder zweite Hinterlandcontainer, der bei uns umgeschlagen wird, wird schon heute mit dem Zug an- oder abtransportiert“, sagte Howe. Bei den Fahrzeugen liege der Marktanteil der Schiene in Bremerhaven noch deutlich höher: „Rund 1,8 Millionen Autos – das sind etwa 80 Prozent der umgeschlagenen Einheiten – erreichen oder verlassen den Hafen umweltfreundlich mit Güterzügen.“
Derzeit werden in Bremerhaven pro Woche durchschnittlich 570 Güterzüge abgefertigt. In Spitzenzeiten sind es deutlich mehr. Durch den Ausbau der Schieneninfrastruktur im Überseehafen soll die Zahl der wöchentlichen Züge auf bis zu 770 erhöht werden.
Mit dem Ausbau des Hafenbahnhofs Imsumer Deich wird die Zahl der Parallelgleise auf 16 verdoppelt. Die Nutzlängen der neu verlegten Gleise betragen 725 bis 750 Meter. Am Südkopf der neuen Achtergruppe wurde der Straßenverlauf „Amerikaring“ überplant.
Die Arbeiten für das umfangreiche Gleisbauprojekt begannen Ende 2014. Die Gesamtkosten betragen rund 30 Millionen Euro. Wie Howe ergänzte, unterstützt die Europäische Union den Bau mit insgesamt 3,7 Millionen Euro aus dem TEN-T-Programm (Förderung des transnationalen Verkehrsnetzes).
Für den Ausbau der Bahnanlagen mussten Büsche gerodet, Leitungen verlegt und Gebäude abgerissen werden. Eine vorab durchgeführte geotechnische Untersuchung hatte ergeben, dass der Baugrund aus Weichschichten (Klei) mit Wattsanden und Torflagen besteht. Aus diesem Grund wurde der Baubereich in mehrere Abschnitte unterteilt und mehrere Monate lang mit großen Sandmengen vorbelastet. Dadurch wurden Setzungen erzwungen, die bis zu 80 Zentimeter betrugen. Die Tiefenentwässerung wurde durch den Einbau einer Drainagematte sichergestellt, die das Wasser zu einer Sickerrohrleitung führt.
Nach dem Rückbau der Sandauflast begannen die Vorbereitungen für den Oberbau. Im Weichenbereich wurden Hartholzschwellen verwendet, im Gleisbereich zwischen den Weichenköpfen lagern die Schienen auf Betonschwellen.
Die neuen Gleise werden in den kommenden Wochen komplett mit einer Oberleitung überspannt. Die Oberleistungsmasten werden teilweise für die Beleuchtung des Gleisfeldes genutzt. Die Weichenheizungen werden aus der Oberleitung gespeist. Der Nordkopf der neuen Achtergruppe wurde mit einer Bremsprobeanlage ausgestattet.

Hier werden die Masten für die Elektrifizierung gesetzt. Foto bremenports

Foto Carmen Jaspersen dpa

Neue Bahngleise im Kaiserhafen – Bremenports
21.7.17 Luftfoto Scheer

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Deutscher Mief in Europa

31. Juli 2017

Diesel-Gipfel: Bruch europäischen Rechts beenden!

Im Vorfeld des sogenannten Diesel-Gipfels am kommenden Mittwoch erklärt der wirtschafts- und finanzpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, Sven Giegold:

„Die Einhaltung europäischen Rechts muss das Minimalziel für den Diesel-Gipfel sein. Seit 2010 verletzt Deutschland die EU-Luftqualitätsrichtlinie bei Stickoxiden. Die Folge sind viele tausend vermeidbare Tote in Innenstädten. Die Hersteller von Diesel-Fahrzeugen verletzen systematisch durch hohe Stickoxid-Emissionen die Vorgaben der EU-Zulassungsverordnung.
Vor dem Diesel-Gipfel hat ein unwürdiger und willkürlicher Kuhhandel um Nachbesserungen beim Diesel eingesetzt. Dabei genügt ein Blick ins Gesetzbuch für den richtigen Maßstab. Die Diesel müssen die Vorgaben des europäischen Rechts einhalten und die Hersteller müssen für die dafür erforderliche Hardware-Nachrüstung aufkommen.                                                                    

Zudem: Die Luft in den Städten muss so sauber werden, wie es das Europarecht garantiert. Bei Finanzthemen erhebt die deutsche Bundesregierung gerne den Zeigefinger bei der Verletzung europäischen Rechts. Bei Diesel-Abgasen nimmt die große Koalition den Bruch europäischen Rechts dagegen in Kauf.
Auch die EU-Kommission muss ihren Aufgaben zur Durchsetzung europäischen Rechts endlich konsequent nachkommen. Juncker und Timmermans haben zwar große Ankündigungen zur Einhaltung von Europarecht abgegeben, handeln beim Thema Auto aber nicht. Die Diesel-Messungen der gemeinsamen Forschungsstelle der EU müssen endlich veröffentlicht werden. Die EU-Kommission muss die Geheimniskrämerei bei den Abgaswerten der Automodelle beenden. Die Kommission steht in der Pflicht gegen alle betroffenen Staaten konsequente Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten, damit Diesel und Innenstadtluft zügig sauber werden.“

Lieber Herr Schuster,

die Autobauer sollten „ihrer verdammten Verantwortung gerecht werden“ – das sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, ganz aktuell zur „Bild am Sonntag“. Was ist passiert?

Anfang letzter Woche ist ein schwerwiegender Kartellverdacht öffentlich geworden: Es habe Absprachen zur Abgasreinigung zwischen den Autoherstellern gegeben.

Am Freitag hat der BUND daraufhin Strafanzeigen erstattet. Denn wenn es stimmt, dass sich die Autobosse abgesprochen haben, mit den Stickoxid-Werten zu betrügen, so müssen sie dafür persönlich zur Verantwortung gezogen werden. Dieses Verhalten wäre vorsätzliche Körperverletzung aus reiner Profitgier.
Verkehrsminister Dobrindt hat letzten Donnerstag ein Zulassungsverbot für den Porsche Cayenne 3.0 TDI ausgesprochen. Das entspricht einem Verkaufsstopp und damit der Forderung unserer eingereichten Klage gegen das Kraftfahrt-Bundesamt!

Jetzt müssen Verbote für weitere Fahrzeugmodelle folgen. Dafür halten wir unsere Klage gegen das Kraftfahrt-Bundesamt aufrecht. Mit der Klage fordern wir einen Verkaufsstopp für ALLE Neufahrzeuge, die ihre gesetzlichen Stickoxid-Werte auf der Straße nicht einhalten. Der erste Schritt ist bereits geschafft!

Die Strafanzeigen erstatten wir darüber hinaus nun wegen vorsätzlicher Luftverunreinigung. Denn Gesundheit muss vor Profit stehen. Machen Sie mit!
Die Strafanzeigen richten sich gegen die verantwortlichen Vorstände und leitenden Mitarbeiter von Volkswagen, Porsche, Audi, Daimler und gegebenenfalls auch BMW; zunächst eingereicht bei den Staatsanwaltschaften der Städte Berlin, Stuttgart, München und Hamburg.

Sollten wir Recht bekommen, müssten die Verantwortlichen der Autokonzerne für die luftverunreinigenden Manipulationen von Diesel-Pkw mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe rechnen.

Wenn die Automanager meinen, sie dürften aus Profitgier die Gesundheit von Menschen gefährden, müssen sie dafür persönlich die Verantwortung übernehmen. Das würde in Zukunft Entscheider abschrecken, derart rücksichtslos zu handeln.
Helfen Sie mit, die Selbstherrlichkeit und Ignoranz der Autoindustrie gegenüber dem Wohl der Allgemeinheit zu beenden. Manipulierte Autos, die Grenzwerte nur im Labor und nicht auf der Straße einhalten, sind Betrug und eine Gefahr für unsere Gesundheit und Umwelt. Wir werden vor Gericht darüber streiten. Das kostet Geld. Doch es ist wichtig. Jetzt haben wir eine große Chance zu gewinnen. Sind Sie dabei?

Herzliche Grüße

Claudia Klein-Hitpaß
für den BUND

Windstrom für die Eisenbahn

VCD: Niedersachsens Bahnstrecken weiter elektrifizieren – Windstrom auch für Eisenbahn nutzen

25.07.2017 Hannover. Der ökologische Verkehrsclub VCD schlägt vor, die Bahnstrecken im nördlichen Niedersachsen verstärkt zu elektrifizieren. Damit kann Erdöl gespart und überschüssiger Windstrom sinnvoll verwendet werden.

Elektrolokomotiven und -triebwagen sind leiser als Dieselfahrzeuge und verbreiten vor Ort keine Abgase. Im Gegensatz zum Auto- und Lkw-Verkehr gibt es beim elektrischen Schienenverkehr bereits seit Jahrzehnten ausgereifte Techniken mit hoher Leistung und Reichweite.

„Es kommt leider immer wieder vor, dass die Stromnetzbetreiber Windkraftanlagen herunterregeln oder abschalten lassen, weil die elektrische Energie keine Abnehmer findet. Gleichzeitig wird nebenan Diesel verbrannt, um Züge zu betreiben.“ kritisiert Martin Mützel, Vorstandsmitglied im VCD Niedersachsen. Er weist darauf hin, dass im Alpenraum auch kleine Nebenbahnen seit Jahrzehnten elektrisch betrieben werden, weil dort billige Wasserkraft existiert. „Nun haben wir den Stromüberschuss im Norden und nicht einmal alle Hauptbahnen sind durchgehend elektrifiziert“, so Mützel.
Beispiele sind die Strecken von Cuxhaven nach Hamburg und von Cuxhaven nach Bremerhaven. Auf der Strecke nach Hamburg ziehen Diesellokomotiven stündlich über 370 t schwere Doppelstockzüge die etwa 120 km zum Hamburger Hauptbahnhof und zurück. Nur etwa die Hälfte der Strecke ist ist bereits elektrifiziert. Mützel: „Da aber ein Lokwechsel zu lange dauern würde, wird komplett mit Diesel gefahren“. Richtung Bremerhaven fehlt der Fahrdraht sogar gänzlich.
Ein weiteres Beispiel ist die Verbindung Lüneburg – Lübeck (– Kiel). Mützel: „Mit einer Elektrifizierung käme man nicht nur sauber und leise von Lüneburg nach Lübeck oder sogar weiter bis Kiel. Es könnten auch Fernzüge von Hamburg Richtung Hannover über Büchen umgeleitet werden, wenn es zwischen Hamburg und Lüneburg Probleme gibt. Derzeit wird der Fernverkehr bei Streckensperrungen nördlich Lüneburg über Rotenburg und Verden umgeleitet. Celle, Uelzen und Lüneburg sind so regelmäßig vom Fernverkehr abgehängt.”

Beide Strecken sind im Bundesverkehrswegeplan als „Potentieller Bedarf” enthalten, werden also ohne politischen Druck vom Land und aus der Region in absehbarer Zeit nicht umgesetzt.
Derzeit wird in Niedersachsen die Bahnstrecke Oldenburg – Wilhelmshaven ausgebaut und soll nach derzeitigem Stand ab 2022 auch elektrisch betrieben werden. Diese Maßnahme war bereits 2003 in den „Vordringlichen Bedarf” des Bundesverkehrswegeplan aufgenommen worden. Planung und Umsetzung dauern aus Sicht des VCD Niedersachsen zu lange. Ebenfalls im „Vordringlichen Bedarf” befindet sich die „Amerikalinie” Bremen – Uelzen (– Berlin), hierfür werden noch keine Termine genannt.

Mit gutem Beispiel könnte das Land Niedersachsen vorangehen und endlich die Strecken der landeseigenen Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (EVB) elektrifizieren. Das wäre ein großer Schritt zur Optimierung des Seehafenhinterlandverkehrs und würde gleichzeitig den Knoten Bremen entlasten.

Was jetzt folgt, gehört nicht mehr zu der Pressemitteilung des VCD.

mistkaeferterror meint: Die Luftlinie zwischen den Windkraftanlagen (Bild oben) und dem Bahnhof (Bild unten) misst knapp 15 Kilometer. Man könnte doch einfach eine Strippe ziehen . . . . .

Mehr Güter auf die Schiene

21. Juli 2017

Captrain bringt Landmaschinen zurück auf die Schiene – flexible Shuttlezüge überzeugen Marktführer CLAAS

Gütersloh/Berlin Mit flexiblen Shuttlezügen überzeugt der Schienenlogistiker Captrain Deutschland den Landmaschinenhersteller und Marktführer CLAAS, seine Feldhäcksler und Mähdrescher wieder auf der Schiene zu transportieren. Captrain fuhr seit Anfang Juni bereits drei Züge mit insgesamt 66 Feldhäckslern von ihrer Produktionsstätte im westfälischen Harsewinkel nach Bremerhaven, von wo aus die Maschinen per Schiff nach Übersee weitertransportiert werden.

Foto: Captrain Deutschland

Mit dem Einsatz von E-Lokomotiven mit Last-Mile-Technologie des Typs BR 187 befördert Captrain die Landmaschinen durchgehend vom CLAAS-Werk in Harsewinkel bis zu den Entladepunkten. „Captrain bietet uns flexible Shuttlezüge nach Bremerhaven. Statt mehrerer Tage dauert der Transport nur noch wenige Stunden. Die schnellen Umlaufzeiten führen zu einer deutlichen Effizienzsteigerung unserer Lieferlogistik und reduzieren Wagenbedarf sowie Kosten. In Zukunft wollen wir weitere mögliche Destinationen gemeinsam mit Captrain prüfen.“, sagt Nils Schuelper, Leiter Einkauf Logistik und Nichtproduktionsmaterial von CLAAS KGaA mbH.

Für den Transport der übergroßen Landmaschinen auf der Schiene hatte Captrain zuvor umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Im intensiven Austausch mit Claas entwickelte Captrain hierfür eine individuelle und zukunftsorientierte Logistiklösung, welche die komplexen Anforderungen an die Verladung und Frachtdurchführung der Mähdrescher und Feldhäcksler optimal berücksichtigt.

„Wir freuen uns, dass wir mit unseren Transportlösungen auch zum Unternehmenserfolg von CLAAS beitragen können und die Landmaschinen zukünftig wieder auf dem umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene transportiert werden,“ fügt Henrik Würdemann, Geschäftsführer von Captrain Deutschland hinzu.
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Captrain Deutschland ist eines der führenden Schienenlogistikunternehmen in Deutschland und Europa. Ob internationale Traktionsleistung, Werksbahnbetrieb oder individuell auf die Prozesse ihrer Kunden zugeschnittene Transportkonzepte: Captrain Deutschland bietet innovative, maßgeschneiderte und effiziente Logistiklösungen. Mit Betriebsstandorten in Deutschland, Dänemark, den Niederlanden und Polen, Lizenzen in Österreich, der Schweiz und Tschechien sowie mit Schwestergesellschaften in Belgien, Frankreich, Italien und Spanien ist Captrain Deutschland flächendeckend präsent und immer ganz nah am Kunden. 2016 beförderte Captrain Deutschland 54,7 Mio. Tonnen Güter bei einer Transportleistung von 11,3 Milliarden Tonnenkilometern und erzielte mit 1.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 332 Millionen Euro.

 

Spiritus non tellerandus

20 Juli 2017

Spiritus non tellerandus ist nach wickybedia eine Geisteskrankheit, die verstärkt in den Ländern südlich der Mainlinie vorkommt. Man nimmt an, dass die Nähe der Alpen für das verstärkte Auftreten dieser besonderen Form von Wahrnehmungsschwäche verantwortlich ist.

Über die Alpen kann man halt nicht hinwegschauen.  

Personen, die sich länger in diesen Regionen aufhalten, sind besonders gefährdet. Es gibt zwar keine Reisewarnung, Urlaubern wird aber empfohlen, vor Antritt der Reise in der Apotheke ihres Vertrauens nach Gegenmitteln zu fragen.

Die Gesundheitsbehörden waren davon ausgegangen, dass die in der Vergangenheit vorgenommenen Impfprogramme zu dem Verschwinden der Krankheit geführt hätten, sie wurden jedoch durch die jüngste Äußerung des Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, eines Besseren belehrt.

„Die deutsche Automobilindustrie ist weltweit ein Pionier in der Elektromobilität.“