Zeit für Spaghetti

30. Januar 2017

Chef der Deutschen Bahn Rüdiger Grube tritt zurück

Der Chef der Deutschen Bahn verlässt mit sofortiger Wirkung das Unternehmen. Wie der Spiegel online berichtet, war Rüdiger Grube offenbar darüber verärgert, dass sich der Aufsichtsrat nicht an Absprachen gehalten hat.
Grube war seit 2009 als Chef der Deutschen Bahn im Amt. Sein Vertrag läuft Ende 2017 aus und hätte am Montag eigentlich verlängert werden sollen.

100_2514

Als hätten wir es geahnt.*

Schlaflose Nächte

100_1504

Denk‘ ich an Ronald in der Nacht, . . . . . . .

*Siehe auch: 16. 12.2016, „Fresse“ Pofalla braucht noch etwas Geduld

Wo ein Wille ist, ist auch ein Gleis

29. Januar 2017

Wenn man etwas wirklich will, kann man es auch verwirklichen

„Der Zug ist die ideale Verbindung für den schnellen Gütertransport zwischen Ostsee und dem östlichen Mittelmeer.“
Worte wie Musik in den Ohren derjenigen, die sich für einen klimaschonenden Güterverkehr einsetzen. Gesprochen wurden sie von Dr. Dirk Claus, Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH&Co.KG.
Nachdem die Seehafengesellschaft schon seit einigen Jahren eine Direktzugverbindung nach Verona betreibt, erweitert sie jetzt den kombinierten Ladungsverkehr mit dem Start einer weiteren Direktzugverbindung zum Adria-Hafen Triest in Norditalien. Die Endpunkte der Züge sind gleichzeitig Ausgangspunkte für leistungsstarke Fährlinien von Kiel aus nach Skandinavien und von Triest aus in die Türkei und nach Griechenland.
Zirka 1300 Kilometer lang ist die Bahnstrecke; der Zug braucht dafür 26 Stunden, und ist damit wesentlich schneller als das Seeschiff.
Die Vorteile gegenüber dem Transport auf der Straße sind immens:
„Die Kapazitäten der Züge und Fähren sind genau aufeinander abgestimmt. Spediteure können den gesamten Transport mit nur einer Buchung in Auftrag geben“ , so Christof Weichbrodt, Freight Commercial der Stena Line.

seehafen-kiel

Foto: Seehafen Kiel GmbH&Co.KG.

Die Zuglängen betragen aktuell 540 m bei einem maximalen Gewicht von 1.420 Tonnen, d.h. es können 32 Sattelauflieger befördert werden. Künftig sollen auch Zuglängen von 750 m eingesetzt werden, dazu sind jedoch erst einmal Ertüchtigungen im Schienennetz erforderlich (Hört, hört! Ihr in Berlin).
„Der Schienengüterverkehr ist eine ökologisch vorteilhafte Transportvariante. Im Vergleich zum lang laufenden Straßengüterverkehr wird der Ausstoß von Klimagasen auf der Schiene deutlich reduziert, das sind auf der Strecke mehr als eine Tonne CO2, die pro Trailer à 25 Tonnen eingespart werden“, fügt Gianluigi Tacelli, Area Sales Manager für Brennerverkehre der CEMAT Deutschland-Italien, hinzu.

Die Entwicklung verläuft weiter in die richtige Richtung: Aus dem skandinavischen Raum steigt die Nachfrage im schienengeführten Alpentransit des Güterverkehrs. Die Direktzüge von und nach Italien stellen ein nahezu ideales, zeit- und marktgerechtes Angebot dar. Die Seehafen Kiel GmbH reagiert darauf mit den nötigen Investitionen.

Quellen:

Weser Kurier, 27.1.17, Per Zug direkt zum Adria-Hafen Triest
Fruchtnews.de, 26.1.17, Direktzugverbindung Triest-Kiel geht an den Start
Hansa-online.de, 26.1.17, Direktzugverbindung zwischen Kiel und Triest
Transport – Die Zeitung für den Güterverkehr, Direktzugverbindung . . . .
Port of Hamburg, Direktzugverbindung . . . .  

SPD auf Kurs?

29. Januar 2017

Un,  der Roller aus dem Südharz, geht und macht Platz für

sym aus Würselen, einem Ort nördlich von Aachen gelegen, umrahmt von Kohlscheid und Uersfeld im Westen, Ofden und Broich im Norden und Broichweiden im Osten. Klingt so ähnlich wie „Uckermark/West“;

pa bleibt derweil in Wartestellung in Hamburg. Erster Bürgermeister der Hansestadt ist attraktiver als „gegen Merkel zu verlieren“. Und

tisch? Da gibt es sicher noch etliche in der Partei.

Hat die SPD denn überhaupt keine Alternativen? Oh doch! Da wären zum Beispiel

Sym, sie führt die Regierung in Rheinland-Pfalz. Oder auch

pa. Noch ist sie Generalsekretärin der Partei. Eine Kandidatur  gegen Merkel würde die Wahl positiv beleben. Auch

tisch könnte mehrfach besetzt werden: In Frage kämen die Vorgängerin von pa oder die Nachfolgerin im Amt von un. Auch die Betriebsnudel aus der Eifel wäre eine passable Kandidatin . . . . . .

Traumpaar des Jahres: Barbara&Alexander

26. Januar 2017

Wie das Handelsblatt und der Weser Kurier übereinstimmend melden, plant das Bundesumweltministerium den Transport von Gütern mit Oberleitungs-Lkw zu untersuchen. Dazu sollen in Schleswig-Holstein und Hessen zwei Teststrecken von jeweils ca. 12 Kilometern Länge eingerichtet werden. Der Praxistest soll zeigen, ob sich der Aufwand lohnt, Straßen zu elektrifizieren.

trolley-lkw-2Foto: DPA
Ausgangspunkt für diese beiden Tests war die Frage, wie der kontinuierlich zunehmende Güterverkehr ohne steigende Umweltbelastung über die Straße abgewickelt werden kann.
Dabei verließ sich das Umweltministerium auf die Prognose der Bundesregierung. Die besagt, dass die Steigerung des Güterverkehrs nur zu einem Fünftel von der Bahn bewältigt werden kann.
Dabei hat das Bundesumweltministerium unter der Leitung von Barbara Hendricks (SPD) erst dazu beigetragen, dass diese Prognose so überhaupt zustande kam.
Als der Bundesverkehrswegeplan 2030 im Frühjahr des vergangenen Jahres von ihrem Kabinettskollegen aus dem Verkehrsministerium, Alexander Dobrindt (CSU), der Öffentlichkeit zur Stellungnahme vorgelegt wurde, war es Barbara Hendricks, die am vehementesten dagegen Stellung bezogen hatte.

Das war’s dann aber auch!

Als dann der Bundesverkehrswegeplan 2030 Ende 2016 – die rund 40 000 Einwendungen waren im Papierkorb gelandet – im Kabinett abschließend zur Abstimmung im Bundestag auf den Weg gebracht wurde, war auch die Hand von Barbara Hendricks oben.

Ist das Liebe?

100_1475paar

 

Das muss Liebe sein!

Wie sonst ist es zu erklären, dass das Bundesumweltministerium jetzt diesen Versuch startet? Und was soll dieser Versuch?
Oberleitungsfahrzeuge gibt es schon seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Vor mehr als 100 Jahren wurden die ersten Anlagen dieser Art in Betrieb genommen und auch heute noch werden in ca. 48 Staaten, hauptsächlich bei der Personenbeförderung, Oberleitungsbusse eingesetzt.

trolley-bus-1

trolley-bus-4

Bild oben: Postkarte von 1907 – Bild unten: Oberleitungs-, Trolleybusse in Rumänien

In Deutschland wurden die O-Systeme von Straßenbahnen und Bussen abgelöst.
Für den Transport von Gütern gab und gibt es eine gut ausgebaute Eisenbahninfrastruktur. Leider ist das Schienennetz in der Vergangenheit sowohl von der Deutschen Bahn AG als auch von den jeweiligen Bundesregierungen als deren Eigentümerin stark vernachlässigt worden und auch für die Zukunft – siehe Bundesverkehrswegeplan 2030 – wird wieder hauptsächlich auf die Straße gesetzt.
In dieses Horn bläst nun auch noch das Bundesumweltministerium mit der Einrichtung der Teststrecken für Oberleitungs-Lkw.

Besser wäre es gewesen, die Umweltministerin hätte 2016 dem Verkehrsminister einen geblasen: Und zwar den Marsch!

Dobrindt nur Mittelmaß

23. Januar 2017

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
Bundesminister Alexander Dobrindt

Dienstsitz Berlin
Invalidenstraße 44, 10115 Berlin
Krausenstraße 17 – 20, 10117 Berlin
Telefon: 03018 300-0
Telefax: 03018 300-1920
Dienstsitz Bonn
Robert-Schuman-Platz 1
53175 Bonn
Telefon: 022899 300-0
Telefax: 022899 300-3428

Das sind die beiden offiziellen Anschriften des Ministeriums. Eine Mail-Adresse ist nicht angegeben. Wozu auch – Postkutschen oder Brieftauben sind schneller.

Schnelles Internet – Fehlanzeige. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland an Stelle 22. Noch hinter Rumänien – wie peinlich ist das denn?

In der Süddeutschen wird das unter dem Titel Raus aus der Steinzeit* thematisiert und die Forderung gestellt, dass sich endlich das Regierungskabinett darum kümmern sollte.

Der zuständige Minister ist unfähig – er hat andere Schwerpunkte.

poster-a-20-7

Dobrindt ist damit beschäftigt, die Forderungen seiner Freunde aus der Autoindustrie zu erfüllen. Nachdem er sie in der Vergangenheit vor Nachstellungen wegen der Abgasbetrügereien in Schutz genommen hatte, will er jetzt und in Zukunft die Bundesrepublik zubetonieren, damit immer mehr Güter auf der Straße transportiert werden und die Deutschen mit ihrem „liebsten Kind“ überall leicht hinkommen.

10_laender_mit_dem_schnellsten_internetzugang_n
Deutschland war 2014 weltweit auf Platz 29 bei schnellem Internet, bis 2016 hat es sich auf Platz 22 verbessert, für eine der führenden Industrienationen aber immer noch grottenschlecht.

In Deutschland stehen Verbrauchern Internetverbindungen mit einer Bandbreite von durchschnittlich 11,5 Megabit pro Sekunde zur Verfügung.

Die ersten Plätze belegen laut des aktuellen  State-of-the-Internet-Berichts des Internetdienste-Anbieters Akamai Technologies Südkorea, Schweden und Norwegen. Dort surfen Verbraucher mit durchschnittlich 20,5, 17,4 oder 16,4 Megabit pro Sekunde.
Im weltweiten Vergleich schneller Internetverbindung liegt Deutschland mit 11,5 MBit/s  auf Platz 22.
Außer den genannten Ländern gehören auch die Schweiz (16,2 MBit/s), Hong Kong (15,8 MBit/s), die Niederlande (15,6 MBit/s), Japan (15,0 MBit/s), Finnland (14,8 MBit/s), Lettland (14,5 MBit/s) und Tschechien (14,5 MBit/s) zu den zehn Ländern mit den höchsten durchschnittlichen Bandbreiten. Der weltweite Durchschnitt liegt laut des Akamai-Berichts bei 5,1 MBit/s.

Schnelles Internet: Deutschland ist auch im Europa-Vergleich nicht unter den Top 10
Auch im europäischen Vergleich schafft Deutschland den Sprung in die Top 10 nicht. Hinter Irland (12,4 MBit/s) liegt die Bundesrepublik auf dem zwölften Platz. Außer den skandinavischen Ländern, den Niederlanden, der Schweiz und Tschechien haben es auch Großbritannien (13,0 MBit/s), Rumänien (13,1 MBit/s) und Belgien (12,8 MBit/s) in die europäische Bestenliste geschafft.

Viel zu tun für den Minister – nein –  nicht Dobrindt ist hier gemeint, sondern sein Nachfolger im neuen Kabinett. Alexander Dobrindt wird nach der Bundestagswahl sicher nicht mehr gesetzt. Ein gutdotierter Posten bei seinen Freunden (siehe oben) wartet auf ihn.

Da kann der Kleinkarierte seine großkarierten Blazer gut auftragen. (der Satz wird gestrichen – die Redaktion)

*Süddeutsche Zeitung, 14./15.1.2017

Jetzt beten die Grünen für Angela Merkel

18. Januar 2017

Die Kretschmannisierung der Partei schreitet voran. Heute ist das Ergebnis der Urwahl zur Aufstellung des Spitzenduos für die Bundestagswahl 2017 bekanntgegeben worden.

Entgegen vielen Hoffnungen kommen beide aus den Reihen der sogenannten Realos: Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir gehen ins Rennen.

Da sich im Vorfeld keine der vielen grünen Frauen aus der Deckung getraut hatten, galt Katrin Göring-Eckardt als gesetzt, bei den Männern traten drei gegeneinander an: Robert Habeck, Dr. Anton Hofreiter und Cem Özdemir. Habeck und Özdemir aus dem Realo-Block und Hofreiter als Vertreter des linken Flügels. Habeck und Özdemir fast gleichauf, Hofreiter abgeschlagen auf Platz 3.

Soweit die Meldung: Persönlich bin ich enttäuscht, weil ich Toni gerne im Spitzen-Duo gesehen hätte. Er ist einer der wenigen Politiker, der zu bestimmten Themen, sei es die Verkehrspolitik oder sei es die Landwirtschaft, zukunftsweisende Vorstellungen hat und sich auch nicht verbiegt, wenn der Mainstream eine andere Richtung einschlägt. Seinetwegen, auch wenn er jetzt mehr oder weniger in die zweite Reihe gedrängt wurde, sind die Grünen im September für mich gerade noch so wählbar. Eine Katastrophe wäre es, wenn eine jetzt schon von einigen angedeutete Option Wirklichkeit werden würde: Schwarz – Grün – Gelb.

Klimawandel: 2016 bricht globalen Temperaturrekord*

18. Januar 2017

Von Marlene Weiß

klimawandel-usa

Hitzewellen wie zuletzt im Südwesten der USA könnten künftig häufiger auftreten (Foto: picture alliance / AP Photo)

2016 war das bislang wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die globalen Temperaturen lagen um 0,94 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts.
Damit ist 2016 das dritte Rekordjahr in Folge.
Die hohen Temperaturen lagen zum Teil am Wetterphänomen El Niño, vor allem aber am Klimawandel.
Forscher warnen, dass nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Erderwärmung wirkungsvoll zu begrenzen.

Das Jahr 2016 war das wärmste seit Beginn der Messungen: Die weltweiten Temperaturen lagen laut der US-Klimabehörde NOAA und der US-Weltraumbehörde Nasa um 0,94 Grad Celsius über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Nach 2014 und 2015 stellt 2016 damit das dritte Wärmerekordjahr in Folge.
Die hohe Durchschnittstemperatur dürfte zum Teil auf einen besonders heftigen Verlauf des Klimaphänomens El Niño zurückzuführen sein, das bis zur Jahresmitte das Wasser an der Meeresoberfläche des Pazifiks und dadurch auch die Luft erwärmt hat. Neben Überflutungen in Südamerika und Dürren in Afrika löste El Niño die schlimmste je beobachtete Korallenbleiche am Great Barrier Reef vor Australien aus. Bis einschließlich August erreichte jeder einzelne Monat einen neuen weltweiten Temperaturrekord.
Der Hauptgrund für den beobachteten Temperaturanstieg ist jedoch der Klimawandel. Auch nach Abflauen von El Niño blieb die Erde deutlich zu warm; gegen Ende des Jahres verzeichnete die Ausdehnung des globalen Meereises dramatische Negativrekorde.

grafik-klimawandel-meereis

Üblicherweise wächst das arktische Meereis im Winter – Ende 2016 schrumpfte es sogar (Foto: NSIDC / Wipneus)
Die Temperaturdaten zeigen erneut, dass die Klimaforscher mit ihren Modellen einigermaßen richtig liegen. Skeptiker des Klimawandels hatten lange auf die vermeintliche Pause oder zumindest Verlangsamung der globalen Oberflächen-Erwärmung verwiesen, die Anfang des Jahrtausends beobachtet wurde und nicht zu den Prognosen passte. Woran immer das gelegen haben mag, ob an natürlicher Variabilität oder systematischen Messfehlern – mittlerweile ist davon nichts mehr zu merken.
Anzeige

„Die neuen Zahlen zeigen, dass dieser Spuk vorbei ist“, sagt Jochem Marotzke, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Die aktuell gemessene Erwärmung passt gut zu den Modellen, es gibt keinen Grund anzunehmen, dass künftige Jahre wesentlich kälter werden. Es kann zwar gut sein, dass 2017 nicht ganz so warm wird wie 2016, weil der El-Niño-Einfluss fehlt. Aber langfristig ist klar, dass die Erderwärmung sich fortsetzt.
Regional ist der Temperaturanstieg allerdings sehr unterschiedlich: An einigen Orten in der Arktis war es 2016 nach Daten der japanischen Wetterbehörde mehr als fünf Grad wärmer als üblich, im Osten Russlands teils eher kühl. In Deutschland lagen die Temperaturen 2016 laut dem Deutschen Wetterdienst 1,4 Grad über dem Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990. Das ist zwar deutlich mehr als der globale Rekordwert von 2016 – aber wegen der starken Erwärmung hierzulande reichte es nicht für einen vorderen Platz in der Statistik.

grafik-klimawandel-temperatur

Eindeutiger Trend: Die globale Durchschnittstemperatur liegt zunehmend über dem langfristigen Mittelwert. (Foto: NOAA)
Im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, die noch deutlich kühler war als das 20. Jahrhundert, entspricht der Temperaturanstieg sogar fast 1,2 Grad. Das ist schon bedenklich nah an der 2015 in Paris vereinbarten Grenze von 1,5 Grad, worauf die globale Erwärmung nach Möglichkeit beschränkt werden soll. Bei diesem Grenzwert gelten die Risiken des Klimawandels noch als beherrschbar. Schon eine Erwärmung um zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gilt als deutlich gefährlicher, beispielsweise könnten dann mehr Hitzewellen und Starkregenfälle auftreten. Forscher warnen zudem vor steigenden Meeresspiegeln, knapper werdenden Süßwasserressourcen und geringeren Ernten.

„Mir kommt das 1,5-Grad-Ziel schon jetzt ziemlich illusorisch vor“, sagt Marotzke. „Die bisherigen Zusagen führen uns eher in Richtung drei Grad, und wir sehen ja in Deutschland, wie schwer selbst diese Verpflichtungen einzuhalten sind.“
Tatsächlich dürfte die Menschheit nur noch etwa 170 Milliarden Tonnen CO₂ ausstoßen, wenn die Erwärmung unterhalb von 1,5 Grad bleiben soll – diese Menge dürfte beim jetzigen Tempo bis 2021 aufgebraucht sein. Was danach emittiert wird, müsste wieder aus der Atmosphäre zurückgeholt werden. Ob und in welchem Maßstab so etwas gelingt, ist derzeit mehr als fraglich, zumal die politische Bereitschaft zur Unterstützung entsprechender Technologien sich in bescheidenen Grenzen hält.

*Übernommen aus SZonline, 18.1.2017