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Greift euch den Ferlemann . . . . .

. . . . . und den Scheuer noch dazu!

Das Mittelrheintal  –  eine imperfektive Heimatromanze

Das Mittelrheintal ist eine der schönsten Landschaften Deutschlands. Nicht umsonst ein Weltkulturerbe.
Als dieser Titel noch nicht vergeben war, wohnte ich 15 Jahre lang in St. Goarshausen. Es war eine schöne Kindheit und Jugendzeit. Der Rhein als mächtiger Fluss mit ausladendem Ufer, dann Gärten – Häuserzeile – Bundesstraße – Häuserzeile – Bahndamm – zum Abschluss die Felsenwand. 120 Meter steil nach oben, unterbrochen von Taleinschnitten, weniger steilen Felsen mit ihren Weinbergen und dann, im Süden der Stadt die Loreley, das Wahrzeichen von St. Goarshausen.

Bei der Loreley ist die engste Stelle des Rheins, weniger als 180 Meter, mit Felsen und Klippen im Fluss. Spannend war es in kalten Wintern, wenn sich die Eisschollen in den Riffs verhakten, zu Eisgebirgen auftürmten und den Fluss stauten. In Kaub, der Stadt flussauf gelegen, gab es Hochwasseralarm. Die Eismauer quer zum Fluss musste gesprengt werden, damit in Kaub nicht die Häuser komplett voll Wasser liefen. Kurz vor dem donnernden Getöse der Sprengung kündigte Sirenengeheul den Hochwasseralarm dann in St. Goarshausen an. Die Flut des Wassers kam nach der Sprengung so schnell, dass wir eiligst vom Ufer weg mussten, um nicht fortgespült zu werden.
Die Drohgebärden des Polizisten und der Feuerwehrleute sahen wir nicht, so schnell rannten wir auf höheres Gebiet.
Schön waren auch die Sommer. Der Fluss lud zum Baden ein – es war zwar verboten, weil das Wasser durch die Einleitung der Klärgrubenwässer ziemlich dreckig war – was uns jedoch und die meisten Einwohner auch nicht hinderte.
Eine besondere Herausforderung war die Querung des Rheins, der an dieser Stelle – einen Kilometer hinter der Loreley – wieder ca. 300 m breit war. Angst hatten wir nicht, zumal das Schwimmen quer zu aber doch mit der Strömung weniger Kraft benötigte als im stehenden Gewässer. Ein Nachteil war, dass man oft 1 bis 2 Kilometer flussabwärts das gegenüberliegende Ufer erreichte. Dann hieß es entweder flussaufwärts 4 Kilometer laufen oder, was in den meisten Fällen glückte, zu einem tief im Wasser liegenden, flussaufwärts fahrenden Schiffes zu schwimmen, sich daran hochzuziehen und mit diesem rheinaufwärts zu fahren. War zwar auch verboten, aber die meisten Kapitäne drückten ein Auge zu.

Wann kommt endlich Ferlemann?

Gleich! Nur Geduld!

Das Mittelrheintal ist sehr eng, besonders bei St. Goarshausen, was auf dem Bild gut zu sehen ist. Der Abstand zwischen den Häusern und der Bahntrasse beträgt im Schnitt maximal 6-8 Meter. Auch das Mietshaus mit unserer Wohnung lag dicht neben der Trasse, aus den Fenstern im 1. Stock konnten wir direkt auf die Züge sehen, so als würden wir auf dem Bahnsteig stehen. Das war für uns Kinder faszinierend, besonders da die Strecke damals noch nicht elektrifiziert war. Diese riesigen Dampfloks! Mit Fauchen und Zischen meisterten sie die Schlangen der nachfolgenden Güterwagen. Wenn sie langsam fuhren konnten wir die Wagen zählen, bei Höchstgeschwindigkeit wurde es schwieriger. Meistens kamen wir auf 70 bis 80 Wagen. Container wie auf dem ersten Bild waren da noch nicht auf den Waggons, die wurden ja erst später erfunden.
Dann kam die Elektrifizierung der gesamten Strecke – auf beiden Seiten des Rheins. Peu à peu verschwanden die Dampfloks und auch die oft schon eingesetzten Dieselloks wurden weniger. E-Loks eroberten die Schienen am Mittelrhein, das Fauchen und Zischen verstummte, die Züge wurden schneller und damit auch lauter.
Uns Kinder störte der Lärm nicht; auch wir konnten laut.
Mit dem Älterwerden wurden wir dann doch empfindlicher. Beim Büffeln für die Schule, später für das Abi begannen die durchrauschenden Züge zu nerven. Fenster schließen half nicht viel – Einfachverglasung halt. Zudem ist Lärm nicht gleich Lärm. Von uns ausgesehen war ja hinter dem Zug die steile Felswand, da konnte der Lärm nicht weiter, also kam er wieder zurück als Echo.
Wenn uns Jugendliche das damals schon gestört hatte, wie musste das erst die älteren, die alten und die kranken Menschen gestört haben?

Gleich kommt Ferlemann!

St. Goarshausen liegt auf der rechten Rheinseite. Die rechtsrheinische Bahnstrecke war und ist die hauptsächliche Güterverkehrsstrecke. Der Güterverkehr auf dieser Strecke hat seit der damaligen Zeit immens zugenommen. Wir hatten damals die Züge nicht gezählt, sie fuhren tags und nachts. Heute sind es ca. 240 Züge in 24 Stunden.

Damit man die Problematik besser verstehen kann, zeigt das Bild oben noch einmal St. Goarshausen aus einer anderen Perspektive. Zwei Pfeile am oberen Rand zeigen den Verlauf der Bahntrasse zwischen den Felsausläufern des Rheinischen Schiefergebirges und den Häusern der Stadt. Da fahren tatsächlich Züge und zwar nicht mit 30 km/h, sondern sie rauschen mit 80 km/h (Güterzüge) und 100 km/h (Personenzüge, die nicht in S.G. halten) durch den engen Korridor.

Und jetzt kommt Ferlemann!

Seit Jahren wird eine Entlastung der Mittelrheintalstrecke durch eine Bahntrasse von Mainz nach Koblenz über den Hunsrück für den Güterverkehr gefordert. Sie soll das Rheintal und vor allem die dort wohnenden Menschen entlasten. Lärm macht krank und der Lärm in St. Goarshausen und allen anderen Orten am Mittelrhein ist ein besonderer, da er als Echo quasi verdoppelt wird. Auch ein wirtschaftlicher Schaden ist mit dem Bahnverkehr verbunden. Touristen bleiben aus, die Übernachtungszahlen gehen zurück; wer will schon in einem Hotel direkt neben dem Bahndamm übernachten?
Der parlamentarische Staatssekretär  Enak Ferlemann, im Bundesverkehrsministerium zuständig für die Bahn, hat den Bürgerinnen und Bürgern die Hoffnung genommen, dass sich in absehbarer Zeit irgendetwas ändern könnte; ja, es könnte sogar noch schlimmer kommen.

Verkehrsrundschau – 04.02.2019
„Das Mittelrheintal leidet unter Bahnlärm. Doch eine Alternativ-Trasse für den Schienengüterverkehr scheint noch in weiter Ferne
Idee einer alternativen Güterzug-Trasse am Mittelrhein vor dem Aus
Nach Aussage des Bundes lohnt sich eine weitere Trasse erst bei einer Verzehnfachung der Zugzahlen.
Berlin/Mainz. Eine Güterzug-Alternativtrasse für das bahnlärmgeplagte Mittelrheintal lohnt sich nach Aussage des Bundes erst bei einer Verzehnfachung der Zugzahlen. Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium befürchtet daher den „Todesstoß für die alternative Güterverkehrsstrecke”. Es teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: „Denn weder das Mittelrheintal noch die zuleitenden Strecken südlich und nördlich könnten ohne massive Investitionen in die Erweiterung der Infrastruktur eine Verzehnfachung des Verkehrs überhaupt aufnehmen.”
Schon jetzt fahren laut dem Ministerium jeden Tag insgesamt durchschnittlich mehr als 400 Personen- und Güterzüge auf beiden Uferstrecken aus dem 19. Jahrhundert durch das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Nach Angaben der Bürgerinitiative „Oberwesel 22 – Zukunft trotz Bahn” werden für 2030 sogar 500 bis 600 Züge täglich vorausgesagt. Laut dem Bundesverkehrsministerium wäre somit ein wirtschaftlicher Handlungsbedarf erst bei 5000 bis 6000 Zügen pro Tag erreicht, rechnete Bürgerinitiative-Chef Harald Steppat vor. „Das heißt alle 15 Sekunden ein Zug im Mittelrheintal – rund um die Uhr!”
Bundesverkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) hatte dem Vorsitzenden der CDU-Landesgruppe Rheinland-Pfalz im Bundestag, Patrick Schnieder, geschrieben: „Um den Bau einer Neubaustrecke für den Güterverkehr wirtschaftlich begründen zu können, müsste sich das Verkehrsaufkommen des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene im Mittelrheintal deutlich, etwa um den Faktor 10, über die bis 2030 prognostizierten Zugzahlen hinaus erhöhen.” Wann das soweit sei, könne noch nicht belastbar eingeschätzt werden, ergänzte Ferlemann in seinem Schreiben vom 7. Januar 2019, das der dpa vorliegt.“ (dpa)

Was ist zu tun gegen diese Ignoranz?

Es gibt bestimmt in St. Goarshausen eine Wohnung zu vermieten, ein Zimmer mit Durchreiche, das ein Wohnungsinhaber zur Verfügung stellt, würde genügen. Bei diesem Zimmer, direkt in Höhe des Bahndamms gelegen, ausgestattet mit kleiner Sitzgruppe, Doppelbett, eventuell ein Waschbecken mit fließend Wasser, baut ihr die Fensterflügel ab und ersetzt diese mit attraktiven, gedrehten Eisenstäben. Dann wird die Türklinke innen entfernt. Die Durchreiche muss groß genug sein für Teller und Tassen, aber klein genug, dass sich ein Mensch nicht hindurchzwängen kann.
Jetzt müsst ihr nur noch eine Veranstaltung mit Ferlemann abwarten, ihm dann während einer PP einen sauberen! atmungsaktiven! Beutel überstülpen und ihn auf Umwegen in das zuvor gemietete Zimmer verfrachten. Dort versorgt ihr ihn dann fürstlich mit Speis und Trank durch die Durchreiche. Zu Beginn seines Aufenthaltes in dem Zimmer spielt ihr dann zur Einstimmung über die vorher eingebauten Lautsprecher Bahnlärm ab. Das ist dann nicht nötig, wenn ihr im Moment des Einschlusses einen herannahenden echten Güterzug hört. Ist der vorüber, stellt ihr das Abspielgerät so ein, dass alle 15 Sekunden rund um die Uhr Zuglärm in das Zimmer schallt. Kommt dann mal ein echter Zug dazwischen ist das halt Begegnungsverkehr – wie im richtigen Leben.
Lasst euch nicht von Ferlemann einwickeln, gewieft ist der schon bis hinter beide Ohren. Wir im Norden kennen ihn, er kommt von hier. Wenn er nach der Dauer seines Aufenthaltes fragen sollte: „Bis die Bagger im Hunsrück an der neuen Trasse arbeiten“ ist dann eure Antwort. Habt Geduld! Er wird uns hier nicht fehlen. Solltet ihr bei seiner Versorgung finanziell klamm werden, gebt uns Bescheid. Wir sammeln dann für euch.

Ferlemann wird zurückgerudert

Wie dpa am 5. Februar durch den Nachrichtenticker laufen lässt, gibt es eine . . .
„ . . . Neue Aussagen vom Bund zur Güterzug-Alternativtrasse

Im Streit um eine alternative Güterzug-Trasse für das Mittelrheintal hat sich das Bundesverkehrsministerium nun anders zur Wirtschaftlichkeit dieses möglichen Riesenprojekts geäußert. Damit es sich gesamtwirtschaftlich rechne, bedürfe es – bei gleichbleibenden Kosten – „einer Verzehnfachung des volkswirtschaftlichen und verkehrlichen Nutzens“, teilte das Ministerium in Berlin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. Das entspreche aber ausdrücklich nicht einer Verzehnfachung des Verkehrsaufkommens. Nach Erkenntnissen einer früheren Studie dürfte das Vorhaben bereits bei einer Verdopplung der vom Lkw auf die Schiene verlagerten, zusätzlichen Verkehrsmengen gesamtwirtschaftlich rentabel sein.
In einem Schreiben von Bundesverkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) an den Vorsitzenden der CDU-Landesgruppe Rheinland-Pfalz im Bundestag, Patrick Schnieder, hatte das kürzlich anders geklungen. Dort hieß es: „Um den Bau einer Neubaustrecke für den Güterverkehr wirtschaftlich begründen zu können, müsste sich das Verkehrsaufkommen des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene im Mittelrheintal deutlich, etwa um den Faktor 10, über die bis 2030 prognostizierten Zugzahlen hinaus erhöhen.“ Dieses Schreiben liegt der dpa vor.
Das Mainzer Verkehrsministerium befürchtete daraufhin den „Todesstoß für die alternative Güterverkehrsstrecke“. Minister Volker Wissing (FDP) sagte, er habe den Eindruck, dass der Bund die alternative Strecke nicht wolle. Der rheinland-pfälzische CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Bleser sprach indes von missverständlichen Aussagen seines Parteikollegen Ferlemann. Das Bundesverkehrsministerium teilte am Dienstag weiter mit, es werde eine Machbarkeitsstudie erstellt, Vorarbeiten hätten begonnen.“

Einen Haken hat die Sache

Es kann sein, dass die Berliner den Ferlemann nicht zurück haben wollen . . . . . – . . . .  . dann weiß ich auch nicht weiter.

maschus

Natur erleben, Natur genießen

5. Februar 2019

BUND gibt Veranstaltungsprogramm 2019 für Bremerhaven und die Landkreise Cuxhaven, Osterholz und Wesermarsch heraus

Die BUND-Regionalgeschäftsstelle hat jetzt das neue Veranstaltungsprogramm „Natur erleben, Natur genießen“ 2019 mit rund 50 Veranstaltungen in Bremerhaven und in den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz und Wesermarsch herausgegeben. Neben vielem anderen enthält es Veranstaltungen zum Gewässerschutz im Rahmen des BUND-Mitmach-Projekts „Aktion Wasser – für lebendige Gewässer und sauberes Grundwasser“ und auch zu Fledermäusen und Wildbienen. Das neue BUND-Programm ist bei den jeweiligen BUND-Gruppen Cuxhaven, Osterholz, Unterweser und Wesermarsch und im Internet erhältlich sowie an ausgewählten Orten ausgelegt.

BUND-Karl Kuttig

„Unser Programm bietet ganzjährig die Möglichkeit, die Natur in der Region Weser-Elbe zu erleben, sich über Themen des Natur- und Umweltschutzes zu informieren oder auch einfach mitzumachen“, sagt Bernd Quellmalz, BUND-Regionalgeschäftsführer Weser-Elbe. „Seien es nun naturkundliche Exkursionen, Rad- und Kanutouren, Vorträge oder Workshops – für alle Interessenlagen ist etwas dabei.“ Im Rahmen seines Projektes „Aktion Wasser“ veranstaltet der BUND wieder Schulungen und andere Mitmachaktivitäten, um für die Verschmutzung von Gewässern und Grundwasser zu sensibilisieren. Schwerpunkte in diesem Jahr sind außerdem der Fledermaus- und Wildbienenschutz. Die Jüngeren können in den BUND-Kindergruppen in Bremerhaven und Hechthausen bei Abenteuer-Touren die hiesige Tier- und Pflanzenwelt kennen lernen. „Und wer tatkräftig mit anpacken möchte, ist jederzeit herzlich willkommen, sich beim BUND zu engagieren“, wirbt Quellmalz fürs Mitmachen.

Der BUND-Veranstaltungskalender 2019 für die Region Weser-Elbe wird gegen Einsendung eines frankierten DIN-lang-Rückumschlags (0,70 Euro) an die BUND-Regionalgeschäftsstelle, z.Hd. Bernd Quellmalz, Borriesstraße 19, 27570 Bremerhaven zugeschickt.

BUND_Veranstaltungskalender2019_Weser-Elbe_web

Scheu . . . scheuer . . . beSCHEUERt

1. Februar 2019

Tempolimit, Gesundheitsschutz, Diesel-Skandal: Wo es nur geht, kämpft Verkehrsminister Scheuer für die Autokonzerne. Für das Klima eine Katastrophe. Zusammen zeigen wir dem Minister: Tausende Bürgerinnen und Bürger wollen den Einstieg in die Verkehrswende – dafür müssen die großen Spritschlucker zuerst aus dem Verkehr.

Verkehrsminister Scheuer (CSU) gibt alles – für die Autolobby. Dafür spricht er sogar seiner eigenen Verkehrskommission den Verstand ab. Dabei hatte sie nur ein Tempolimit auf Autobahnen erwägt.[1] Und kaum bezweifelt ein dubioser Lungenarzt die geltenden Stickoxid-Grenzwerte, will Scheuer sie senken.[2] Porsche, Mercedes, BMW und Co. freuen sich. Denn sie wollen nach wie vor mit schnellen und dreckigen Autos Profit machen.

Scheuer biedert sich der Autolobby an

– dabei müsste er gerade ganz anderes liefern. Im März diskutiert die Regierung das große Klimaschutzgesetz.[3] Scheuers Verkehrsministerium ist dafür entscheidend: Denn gerade die großen Spritschlucker auf den Straßen treiben die CO2-Emissionen in die Höhe. Setzt Scheuer weiter auf Blockade, könnte er das ganze Gesetz zum Scheitern bringen.

Die Verkehrswende muss endlich eingeleitet werden – bei den großen SUV-Spritschluckern kann er direkt anfangen: Dicke SUVs, die 15 Liter Benzin auf hundert Kilometer verbrauchen.[5] Sportwagen mit 800 PS, die mit 250 km/h über die Autobahn brettern.[6] Was für eine Verschwendung – und was für eine Gefahr für alle anderen Menschen im Straßenverkehr.
Die Autos in Deutschland werden immer größer, schwerer und leistungsstärker.[7] Jeder Fortschritt bei der Effizienz der Motoren wird durch mehr PS, mehr Kilo, mehr km/h aufgefressen.

Wenn Andreas Scheuer die CO2-Emissionen im Verkehr senken will, muss er an die SUVs und PS-Protze ran.

Drei Forderungen zum Start der Verkehrswende:

  • Ein Bonus-Malus-System wie in Schweden.[8] Damit macht der Staat den Kauf von Spritschluckern teurer, sparsame Autos sind günstiger. Der Benzinverbrauch sinkt. Wer das Klima schont, wird finanziell belohnt.
  • Steuerprivilegien für Firmenwagen abschaffen: Das Dienstwagenprivileg bringt viele PS-starke Karossen auf den Markt – der Staat zahlt drei Milliarden Euro pro Jahr obendrauf.[9]
  • Tempo 130 auf der Autobahn: Ein Tempolimit senkt die CO2-Emissionen und rettet Menschenleben.[10] In Frankreich sank die Zahl der Verkehrsopfer auf einen historischen Tiefstand – dank neuer Geschwindigkeitsbegrenzung.[11]

Die Menschen in Deutschland sind bereit für die Verkehrswende. Sie steigen aufs Fahrrad um oder teilen sich Carsharing-Autos. Der öffentliche Nahverkehr und die Deutsche Bahn feiern Fahrgastrekorde. Doch der Staat zieht nicht mit – und bevorzugt weiter die dicken Spritschlucker.
Der Verkehrsminister geht mit seiner Lobbypolitik völlig am Willen vieler Wähler/innen vorbei. Sie wollen saubere Luft, lebenswerte Städte und eine bessere Bahn.                                                                                                                                                                                                                                                    PS: „Geschwindigkeit ist immer noch der Killer Nummer eins auf deutschen Straßen“, sagt Erich Rettinghaus von der Deutschen Polizeigewerkschaft.[12] Sie gilt als konservativ, hat aber offenbar verstanden, dass es mit der Raserei so nicht weitergehen kann. Das muss jetzt auch Minister Scheuer einsehen.

[1] „Für Verkehrsminister Scheuer sind Tempolimits ‘gegen jeden Menschenverstand’“, Handelsblatt, 19. Januar 2019
[2] „Zweifel an Expertise von Initiator-Arzt. Nach Kritik von Lungenärzten sieht die EU keinen Anlass für neue Stickoxid-Grenzwerte“ die Tageszeitung, 24. Januar 2019
[3] „Verkehrskommission erwägt Tempolimit auf Autobahnen und E-Auto-Quote“, Handelsblatt, 18. Januar 2019
[4] „Wahl 218. Bayern. Wählerwanderungen“, Tagesschau Online, 14. Oktober 2018
[5] „Diese SUVs saufen was weg“, Auto-Bild, 9. April 2018
[6] „Die stärksten Sportwagen der Welt“, Auto-Bild
[7] „Warum unsere Autos immer schneller und stärker werden“, Welt Online, 30. Juli 2018
[8] „So geht Schweden gegen Spritschlucker vor“, Spiegel Online, 4. Juli 2018
[9] „Abschaffung umweltschädlicher Subventionen gefordert“, Deutschlandfunk Online, 13. Oktober 2016
[10] „Wie ein Tempolimit wirkt“, Tagesspiegel Background Energie & Klima, 22. Januar 2019
[11] „Frankreich: Zahl der Verkehrstoten erreicht historischen Tiefststand“, Spiegel Online, 28. Januar 2019
[12] „Geschwindigkeit ist der Killer Nummer eins“, Spiegel Online, 28. Januar 2019

 

https://aktion.campact.de/verkehr/appell/teilnehmen?utm_campaign=/verkehr/&utm_term=link1&utm_medium=Email&utm_source=/verkehr/appell/&utm_content=random-d

Inken Behrmann, Campaignerin
Gerald Neubauer, Campaigner
Chris Methmann, Teamleiter Kampagnen