Preis der Herzlosigkeit

17. August 2018

Schweinehochhaus-Betreiber erhält Preis der Herzlosigkeit 2018

 

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

habt ihr euch schon mal gefragt, wer hinter der Tierquälerei im Schweinehochhaus steckt?

Der Niederländer Michiel Taken betreibt mit seiner Schweinezucht-Firma HET GmbH das Schweinehochhaus und toleriert und verantwortet seit Jahren die dortigen skandalösen und tierquälerischen Zustände.

Deswegen überreichen wir ihm den „Preis der Herzlosigkeit“ 2018

Versteckte Aufnahmen haben dieses Jahr gezeigt, wie Ferkel im Schweinehochhaus auf brutalste Weise totgeschlagen wurden. Und das war nur einer von vielen ekelhaften Beweisen für die Herzlosigkeit Michiel Takens!

Trotzdem blieben die Behörden meist tatenlos und ließen ihn und die HET GmbH weiterhin unter qualvollen Bedingungen Schweine züchten.

Michiel Taken sah dadurch erst Recht keinen Grund für Änderungen. Jeden Versuch der Kommunikation und Verhandlung seitens des Tierschutzbüros blockte er bislang ab. Auch zu den neuesten schrecklichen Aufnahmen gab er keinen Kommentar ab. Ein scheinbar kaltblütiger und profitgieriger Mensch.
Aber Widerstand regt sich! Die Staatsanwaltschaft ermittelt wieder gegen das Schweinehochhaus und die Öffentlichkeit will nicht mehr länger zusehen – so viele Menschen haben diese Petition unterschrieben, so viele haben vor dem Schweinehochhaus demonstriert! Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass 2018 das letzte Jahr ist, in dem wir fordern müssen: Schweinehochhaus schließen!

Deutsches Tierschutzbüro e.V.

PS: Helft mit, dass wir weiterhin die Zustände im Schweinehochhaus an die Öffentlichkeit bringen können:

http://www.schweinehochhaus-schliessen.de/#helfen

 

 


 

Die Verbraucher / Nein! Wir Verbraucher sehen natürlich lieber bunte Bilder. Auch die gibt es. Zumindest in den Prospekten, die uns täglich ins Haus flattern.

 


 

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Ärzte gegen Tierversuche

7. August 2018

Gerade in den Radionachrichten des NDR gehört. Fassungslos! Ein weiterer Mosaikstein im Bild des für die Natur überflüssigen Menschen.

Es ist deshalb legitim, diesen Text von Ärzte gegen Tierversuche hier ohne Kürzung zu übernehmen:

Stoppt Tierversuche an Rotkehlchen!

Die Versuche

In Oldenburg werden freilebende Rotkehlchen gefangen, um sie grausamen Experimenten auszusetzen! Und dies seit mindestens 14 Jahren! In einem einzelnen Versuch mussten 92 Rotkehlchen leiden. Die Tiere werden mehrfach einzeln in einen kleinen Kasten gesetzt, der mit speziellem Papier ausgekleidet ist. Bei seinen vergeblichen Flugversuchen in die ihm angeborene Zugrichtung hinterlässt der Vogel Kratzspuren, die von den Experimentatoren ausgewertet werden. Dann werden die Vögel starken Magnetfeldern ausgesetzt, um ihren Navigationssinn zu stören und sie orientierungslos zu machen. In einem anderen Versuchsprojekt werden 40 Rotkehlchen geköpft, um ihre Augennetzhäute zu untersuchen.
Diese und andere Versuche an Singvögeln wie Gartengrasmücken und Steinschmätzer werden am Institut für Biologie und Umweltwissenschaften der Universität Oldenburg durchgeführt.
Allein das Einfangen und die Käfighaltung sind bereits mit erheblichem Stress und Angst für die Tiere verbunden. Die natürlichen Bedürfnisse der normal in Freiheit lebenden scheuen Wildtiere werden extrem missachtet. Dabei lässt sich das Zugverhalten von Vögeln ethisch vertretbar auch durch nicht-invasive Methoden untersuchen.

Hier landen unsere Steuergelder: Auf dem Campus der Uni Oldenburg wurde extra für die Tierversuche zum Magnetsinn von Zugvögeln dieses Holzhaus ohne magnetische Bauteile gebaut.

Fotoquelle: S. Schwarze et al., Frontiers in Behavioral Neuroscience 2016

In drei Räumen steht jeweils so ein Gestell, in dem ein Magnetfeld erzeugt werden kann. In jedem Gestell befinden sich 9 trichterförmige Käfige, in die jeweils ein Vogel gesetzt wird.

Fotoquelle: S. Schwarze et al., Frontiers in Behavioral Neuroscience 2016

Bei seinen verzweifelten Flugversuchen hinterlässt der Vogel Kratzspuren an dem Papier, das die Wände des sogenannten Emlen-Trichters auskleidet.

 

Fotoquelle: Wikimedia Commons

Sicher ist es interessant, herauszufinden wie Zugvögel navigieren. Niemand hat etwas gegen Neugier als Triebfeder der Grundlagenforschung, solange keine Lebewesen dabei zu Schaden kommen. Letztendlich geht es den Experimentatoren aber darum, Fachartikel zu veröffentlichen, was das Maß aller Dinge in der Wissenschaftswelt ist. Leid und Tod von Tieren sind jedoch keinesfalls zu rechtfertigen!
Das muss aufhören! Tiere dürfen nicht länger dem Forscherdrang geopfert werden!

Weitere Informationen:

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/helfen/aktionen/2715-stoppt-tierversuche-an-rotkehlchen

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/projekte/stellungnahmen/2720-tierversuche-an-rotkehlchen

Von Ärzte gegen Tierversuche: Wissenschaftliche Argumente gegen Tierversuche

https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/infos/allgemein/102

„So isser, der Schmidt“

16. Juli 2018

I. Ein schwerer Vertrauensbruch

November 2017: Gerade hatten sich Union und SPD wieder ein klein wenig aufeinander zubewegt. Nach dem Jamaika-Aus wollen die Sozialdemokraten nun doch mit CDU und CSU über eine mögliche Regierungsbeteiligung reden. Doch plötzlich ist von einem „schweren Vertrauensbruch“ die Rede – und von einem „Schlag ins Kontor“.

Im Zentrum des Ärgers: Landwirtschaftsminister Christian Schmidt. Der CSU-Mann hat mit seinem überraschenden Ja in Brüssel zu dem umstrittenen Unkrautgift Glyphosat für schwere Verstimmungen zwischen Union und SPD gesorgt.

Glyphosat ist ein sehr wirksames Unkrautgift und wird weltweit in großen Mengen in der Landwirtschaft eingesetzt. Wissenschaftler warnen jedoch vor einem Krebsrisiko. Umweltexperten sehen zudem Gefahren für die Artenvielfalt. Mehr als eine Million Bürger in der EU haben gegen eine weitere Zulassung des Mittels unterschrieben.

Ursprünglich wollte die EU-Kommission Glyphosat für weitere zehn Jahre genehmigen, fand aber im Kreis der Mitgliedstaaten keine ausreichende Mehrheit. Das Genehmigungsverfahren hatte sich monatelang hingezogen – unter anderem weil sich Deutschland wegen unterschiedlicher Positionen von Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Agrarminister Schmidt immer wieder enthalten hatte.
Nun stimmte Deutschland überraschend mit den meisten anderen EU-Ländern für eine Verlängerung der Zulassung um fünf Jahre.

Dabei gab die deutsche Zustimmung nach Berechnungen des Umweltministeriums letztlich den Ausschlag.

Das Landwirtschaftsministerium trat für eine erneute Genehmigung von Glyphosat ein, das SPD-geführte Umweltministerium lehnt diese jedoch ab. In solchen Fällen gilt gemäß der Geschäftsordnung der Bundesregierung: Berlin muss sich im zuständigen EU-Ausschuss enthalten.
Obwohl sich an der Ausgangslage nichts geändert hatte, ignorierte CSU-Minister Schmidt diese Regel nun: Deutschland votierte für die Verlängerung. Schmidt verteidigte sich: „Der Fachminister, der federführend in dieser Frage ist, muss im Laufe von Beratungen in Brüssel in der Lage sein, an der Sache orientierte Entscheidungen zu treffen.“
Sein Vorgehen begründete er damit, dass er so „wichtige Verbesserungen zum Schutze der Pflanzen- und Tierwelt durchgesetzt“ habe, und zwar mehr „als von allen beteiligten Ressorts jemals verlangt worden ist“. So habe er erreicht, den Glyphosat-Einsatz „für privaten Gebrauch und für andere Gebräuche zu reduzieren“. Schmidt wies darauf hin, dass ansonsten die EU-Kommission die Zulassungsverlängerung beschlossen hätte.

II: Die Deutsche Bahn verkauft sich gern als besonders grün

Auf ihrer Homepage listet sie 130 Projekte auf, die die Umwelt ein Stück besser machen sollen. So ganz passt diese Darstellung nicht damit überein, dass sie offenbar keine ernsthaften Bedenken gegen den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat hat: Allein 2017 hat das Unternehmen 65 Tonnen des Unkrautvernichters auf seine Gleise sprühen lassen.

33.500 Kilometer umfasst das Schienennetz der Deutschen Bahn – 33.500 Kilometer voller Glyphosat, die sich wie eine Giftspur durch die ganze Bundesrepublik ziehen.
Die Auswirkungen von Glyphosat auf die Umwelt sind unumstritten

Glyphosat ist ein Totalherbizid, das weit verbreitet gegen Unkräuter eingesetzt wird. Von einer Behörde der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird es als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Nun kommt es auf den meisten Gleisen mit wenig Menschen in Kontakt. Allerdings ist die gesundheitliche Wirkung von Glyphosat auch umstritten. Unumstritten hingegen sind die Auswirkungen auf die Umwelt: Glyphosat und das Abbauprodukt AMPA sind besonders schädlich für Wasserorganismen. Außerdem ist das Gift eine Bedrohung für die Artenvielfalt.

Die Deutsche Bahn sucht laut einer Sprecherin nach Alternativen zu Glyphosat. Allerdings kommt sie bisher zu dem Schluss, dass „weder thermische noch mechanische Verfahren eine Alternative“ zu Unkrautvernichtungsmitteln darstellen würden. Die österreichische Bundesbahn scheint da etwas weiter – und mutiger: Sie hat angekündigt, innerhalb von fünf Jahren auf Glyphosat zu verzichten. Seit 2014 hat sie den Glyphosat-Verbrauch bereits um die Hälfte reduziert.

Aus dem ZEITmagazin:

III. Deutsche Bahn sagt Danke

Juli 2018: Ex-Minister soll in Bahn-Aufsichtsrat wechseln*
Der frühere CSU-Minister Christian Schmidt zieht Berichten zufolge in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn ein. 
12. Juli 2018, Quelle: ZEIT ONLINE

Der ehemalige Bundesminister Christian Schmidt (CSU) wird wohl in den Aufsichtsrat der Bahn wechseln.
Der frühere Bundesminister Christian Schmidt (CSU) soll in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn einziehen. Wie die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Parlamentskreise berichtet, ist auch der CDU-Haushaltspolitiker Eckhardt Rehberg für einen Posten in dem Kontrollgremium vorgesehen. Schmidt und Rehberg sollen für die Unternehmer Michael Frenzel und Jürgen Großmann nachrücken.

Der frühere Tui-Vorstandschef Frenzel hatte angekündigt, sein Mandat Mitte Juli niederlegen zu wollen. Großmann sei ebenso bereit, seinen Posten vorzeitig zu räumen, hieß es. Die CDU habe den Bundestagsabgeordneten Rehberg nominiert, dieser könne bis zur nächsten Sitzung im September in den Aufsichtsrat des bundeseigenen Unternehmens aufgenommen werden. Die Bestellung Schmidts sei dagegen nicht unproblematisch, hieß es in Aufsichtsratskreisen, weil er noch bis März Landwirtschaftsminister gewesen sei, zuletzt zusätzlich auch Verkehrsminister.

Seit Juli 2015 gilt für Mitglieder der Bundesregierung ein Karenzzeit-Gesetz. Demnach sollen Minister bis zu 18 Monate auf eine Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes verzichten, wenn Interessenkonflikte zu befürchten sind. Bereits im März war bekannt geworden, dass CDU und CSU eigene Leute in den Bahn-Aufsichtsrat entsenden wollten. Für die SPD sitzt bereits die Abgeordnete Kirsten Lühmann in dem Gremium.

*Quelle: ZEIT ONLINE, 12.07.2018

Für Alle, die ein Verbot von Glyphosat bei der Deutschen Bahn AG erreichen wollen: https://actions.sumofus.org/a/deutsche-bahn-glyphosat

 

Wir sind Weltmeister

14. Juli 2018

Doch Weltmeister. Leider.

In Russland hat es nicht geklappt mit dem Titel. Doch Deutschland ist und bleibt Weltmeister. Braunkohleweltmeister. Kein anderes Land der Welt fördert mehr des Klimakillers Braunkohle. Dabei ist Braunkohle der schmutzigste Energieträger mit dem höchsten CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde. Wenn wir alle bereits freigegebenen Braunkohlereserven verbrennen würden, würde Deutschland sein CO2-Budget für den gesamten Energiesektor ausschöpfen und die Atmosphäre um zusätzlich rund 3,84 Milliarden Tonnen CO2 belasten.

Mit seiner Braunkohle hat sich Deutschland international ins klimapolitische Abseits befördert. Doch wenn „Schland“ den Negativtitel als Braunkohleweltmeister abgeben würde, fördert das nicht nur den Klimaschutz in Deutschland, sondern sendet ein international wichtiges Zeichen:

Die schmutzige Kohle ist Energieträger der Vergangenheit.

Die Zukunft gehört den Erneuerbaren, denn fürs Klima gibt es keine Nachspielzeit.

 

Quelle Text und Grafik: WWF