Öööööm – öööööm . . . . . ääääääääääääääääääääääääääm

29. Dezember 2015

Nach den weihnachtlichen Ruhetagen tönt es wieder aus allen Himmelsrichtungen: Öööööööööm  –  ööööööööm  –  öööööööööm  und danach dann  ääääääääääääääääääääääääääääääääm.

Öööööööööööm  . . . . . , damit das Öl auf die Kette spritzt und  ääääääääääääääääääääääääääääm . . . . , wenn sich die Säge in das Fleisch des Baumes frisst.

Jetzt haben sie Zeit, jetzt sind sie wieder unterwegs, die selbsternannten Hecken- und Baumexperten und die schon per Geburt „Obersten Naturschützer der Nation“: Die Bauern.

 

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Ziel sind die Feld- und Wegrandgehölze, seit langem schon als Störfaktor im Fokus der wirtschaftenden Landwirte. Versperren sie doch den ungehinderten Zugang zur Scholle oder bleibt regelmäßig der Erntewagen an den das Feld überragenden Ästen der Bäume hängen.

 

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Ööööm – öööööm   –  öööööm  . . .  ääääääääääm . . . : Nicht mit uns!

 

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Was zählt schon der Lebensraum Hecke gegen den monetären Lebensraum Acker?

 

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Zurück bleibt eine ausgeräumte Landschaft. Verschwunden sind nicht nur die in den Hecken nistenden Vögel, sondern auch vieles Kleingetier. Schutzfunktion für Niederwild perdu – schussfreie Bahn bei der Treibjagd. Nur: Zum Jagen gibt es dann auch nicht mehr viel.

„Was die Erfindung der Kalaschnikow für den Menschen bedeutet, bedeutet die Erfindung der Kettensäge für die Natur.“

In dieser überspitzten Aussage eines Försters (er will namentlich nicht erwähnt werden, die Red.) steckt ein Fünkchen Wahrheit. Mit einer Kettensäge für ein paar Euro aus dem Baumarkt, ist jeder in der Lage, einen in Jahrzehnten gewachsenen Baum in ein paar Minuten zu fällen.

Oder zu massakrieren, nur weil sein Laub die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Hauses beschattet (siehe Bild unten).

 

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BIO ernährt die Welt . . . . ein Traum?

27. Dezember 2015

Kein Traum, wenn es nach Österreichs Bio-Pionier der ersten Stunde geht. Werner Lampert hat es zum Beispiel geschafft, Bio-Lebensmittel bei der Aldi-Tochter Hofer (Österreich) zu platzieren. Unter dem Namen „Zurück zum Ursprung“ gibt es dort biologisch erzeugte Lebensmittel im Angebot.

Im Spiegel-Gespräch* mit Susanne Amann und Simon Hage zeigt er die Prämissen auf.

Ausschnitte aus diesem Gespräch sind hier wiedergegeben.

Zu Nachhaltigkeit:

LAMPERT: So zu handeln, dass ich andere Menschen in ihren Handlungsmöglichkeiten nicht beeinträchtige. Für meine Arbeit heißt das: biologische Landwirtschaft in Verbindung mit einer authentischen Regionalität entwickeln. Biologische Landwirtschaft ist längst keine Sache mehr von Träumern, sondern wird entscheiden, ob wir in ein paar Jahren die Welt noch ernähren können.“

. . . . .

„Ich fordere, dass wir insgesamt auf eine nachhaltige Landwirtschaft umstellen müssen – weil wir mit der konventionellen Landwirtschaft die Welt langfristig nicht ernähren können.“

SPIEGEL: „Aber die kleinteilige Bio-Landwirtschaft ist doch nie in der Lage, Milliarden von Menschen zu ernähren.“

L.: „Das ist das PR-Geschwätz der konventionellen Landwirtschaft. 70 Prozent der Weltbevölkerung werden durch kleinteilige Landwirtschaft ernährt, die sehr viel effektiver ist als die industrielle Landwirtschaft. Das sind keine Fantasie-Zahlen, das ist das Fazit des Weltagrarberichts.“

“ . . . . Aber nehmen Sie doch nur die Kosten: Wenn man mal ehrlich gegenrechnen würde, was die konventionelle Landwirtschaft über die Verschmutzung des Bodens, des Grundwassers und etwa der Zerstörung des Regenwaldes wirklich kostet, dann hätten wir deutlich höhere Preise. Aber darüber redet ja niemand, das wird über Subventionen vom Steuerzahler bezahlt.“

Zu BIO in Deutschland:

S.: „Warum ist Deutschland so ein Entwicklungsland, was die biologische Landwirtschaft anbelangt?“

L.: „Die biologische Landwirtschaft hat in Deutschland eine lange Tradition, hatte immer eine Vorreiterrolle. Es gibt Höfe, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts durchgehend ökologisch bewirtschaftet wurden. Heute sind die Deutschen kein Vorbild mehr.   .  .  .  .   Deutschland ist das Land, in dem die Bewegung ins Sektiererische abgerutscht ist. Man hat die Verantwortung nicht wahrgenommen, sondern ist sich selbst genug gewesen. Es ist höchste Zeit, dass man das hinter sich lässt und sich der gesellschaftlichen Aufgabe stellt.“

L.: „Ich verstehe bis heute nicht, warum Menschen sich abends aufwühlende Dokumentationen über Massentierhaltung anschauen und am nächsten Morgen trotzdem das billigste Fleisch kaufen. Das entsetzt mich. Wahrscheinlich möchten Menschen nicht gern Lebensmittel mit moralischen Vorbedingungen.“

 

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S.: „Was habe ich als Konsument denn davon, wenn ich biologische Lebensmittel kaufe?“

L.: „Das fragen Sie jetzt nicht im Ernst!   .  .  .  .    Wenn Sie mit biologischen Lebensmitteln kochen, haben Sie in aller erster Linie einen großen Genusswert. Sie haben außerdem die Gewissheit, dass die Viecher, die Sie essen, ein anständiges Leben gehabt haben, dass sie nicht gequält worden sind. Sie können sicher sein, dass die Welt für Ihr Essen nicht geplündert worden ist. Das ist doch was, oder?

*Das ganze Gespräch können Sie lesen in DER SPIEGEL, 24.12.2015

Zur Erinnerung . . . . *

Krieg in Syrien 124. Dezember 2015

„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.

Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war.

Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.

Krieg in Syrien 2Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in der selben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.

Und das habt ihr zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“

* Lukas 2, Verse 1 – 14

So geht Klima

16. Dezember 2015

Weniger Güter auf die Schiene. So plant die Bahn für die nächsten Jahre. Die Transportleistung der Güterbahntochter DB Schenker Rail soll in Deutschland bis 2017 zurückgefahren werden und auch 2020 noch unter dem heutigen Niveau liegen.

Der schon länger anstehende Konzernumbau wird noch vor Weihnachten entschieden. Das Motto: Zukunft Bahn.

Wie es aussieht soll aus dieser „Zukunft“ der defizitäre Schienengüterverkehr ausgeklammert werden. Man darf gespannt sein, wie der Bahneigentümer Bund auf diese Entscheidung reagiert: Schließlich ist es erklärte Absicht der Bundesregierung, möglichst viele Gütertransporte von der Straße auf die Schiene zu bringen. Brisant ist diese Entscheidung auch angesichts der vollmundigen Erklärungen des Klimagipfels am vergangenen Wochenende.

Die Deutsche Bahn wird dem Schienengüterverkehr höchstens Krokodilstränen nachweinen, den vermehrten Transport auf der Straße kann sie über die andere Tochter DB Schenker Logistics* (Straße) locker abwickeln.

*DB Schenker Logistics ist das größte deutsche Straßenfuhrunternehmen.

 

 

Deutsche Tornados starten heute in die Türkei . . . .

 

 

Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen

Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,

Wenn hinten, weit, in der Türkei,

Die Völker aufeinander schlagen.

Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus

Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;

Dann kehrt man abdends froh nach Haus,

Und segnet Fried und Friedenszeiten.

 

Herr Nachbar, ja! so laß ich´s auch geschehn:

Sie mögen sich die Köpfe spalten,

Mag alles durcheinander gehn;

Doch nur zu Hause bleibt´s beim alten.

 

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832): Faust. Der Tragödie erster Teil (1808): „Vor dem Tor, Bürger im Gespräch“

Abszesse . . . Ekzeme . . . mmmh . . . lecker

9. Dezember 2015

Fleischbeschauer, zuständig für die Lebensmittelhygiene in den Schlachthöfen, schlagen Alarm. Seit Mitte 2014 gilt in der Europäischen Union die „visuelle Fleischbeschau“.

Tiere dürfen bei der Kontrolle nicht mehr angeschnitten werden, um z.B. gesundheitliche Beeinträchtigungen feststellen zu können. Sie dürfen nur noch „beschaut“ werden. Der festgelegte Zeitrahmen für diese Beschau beträgt 12 Sekunden pro Tier.*

„Wenn ein Schweineherz eher wie ein Blumenkohl aussieht, bedeutet das Alarm. Derartige Veränderungen sind meist ein Indiz für Rotlauf und diese Krankheit ist auf den Menschen übertragbar“, so Herbert Ahrens vom Landesverband Niedersachsen der amtlichen Fachassistenten der Fleischhygiene. Sehen kann man diese Veränderungen jedoch nur, wenn das Tier bei der Kontrolle aufgeschnitten wird.

Erlaubt laut EU ist auch, dass in einem Schlachthof betriebseigenes Personal die visuelle Fleischbeschau vornehmen darf.

Dazu auch der Beitrag des NDR:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/Streit-ueber-EU-Verordnung-zur-Fleischhygiene,hallonds30414.html

*Vor Änderung der Richtlinie hatten die Kontrolleure 50 Sekunden Zeit und durften schneiden.