Deutsche Denke

L 134 Stubben Autobrückeb1124. November 2014

Zwei Meldungen

Göttingen. Schüler des Göttinger Otto-Hahn-Gymnasiums konnten ihre Schule sicher über eine Fußgängerbrücke erreichen. Diese führte über die vielbefahrene vierspurige Godehardstraße. Auch von der Schule bis zur gegenüberliegenden Sportstätte Sparkassen Arena war diese Brücke ein sicherer Weg. Bis die Brücke dann Anfang November durch ein Baufahrzeug derart beschädigt wurde, dass sie abgerissen werden musste.*

Eine Ampel regelt seitdem den Übergang über die Godehardstraße.

Klar, dass sich bei den Rotphasen die Schüler am Straßenrand drängeln. Klar dürfte auch sein, dass manche in Zeitnot auch einmal bei Rot über die Straße laufen, um noch rechtzeitig in den Unterricht zu kommen.

Eine neue Brücke ist der Stadt zu teuer – die Ampel muss reichen.

Stubben. Durch Stubben, Landkreis Cuxhaven, führt die Landesstraße 134 (L 134). Am Stubbener Bahnhof vorbei schwenkt sie rechts ab, quert die Gleisanlagen und mündet in die Ortschaft Bokel.

Die Gleisanlagen sind durch Bahnschranken gesichert.

Klar, dass die Bahnschranken öfter geschlossen sind, da diese Bahnverbindung Bremen – Bremerhaven stark vom Personen- und Güterverkehr frequentiert ist. Wenn sich an dieser Stelle zwei Züge begegnen, müssen die Autofahrer und Fußgänger schon einmal etwas länger warten: Fünf Minuten Wartezeit können dann „gefühlt“ zu fünfzehn Minuten werden, für eilige Autofahrer werden sie noch länger.

Seit einigen Wochen gibt es das Problem des Wartens vor geschlossenen Schranken nicht mehr. Die L 134 schwenkt jetzt vor dem Stubbener Bahnhof rechts ab und quert über eine Brücke die Gleisanlagen. Kein Autofahrer muss mehr warten.

Die Straßenbrücke war wohl nicht zu teuer.

*mistkaeferterror meint: Ist das nicht ein Versicherungsfall?

Zuschriften unter:

D  i  e   B  l  o  g  Z  e  i  t   u  n  g

schnell – aktuell – und manchmal frech

http://www.mistkaeferterror.wordpress.com

l e s e n  –  m i t d e n k e n  –  m i t r e d e n

Redaktion: Manfred Schuster

maschus@t-online.de

Die Anstalt im ZDF

19. November 2014

Absolut sehenswert. Standing ovations am Ende und Tränen in den Augen.

Der Bogen wurde gespannt von der ehemaligen Grenze in Deutschland bis zur derzeitigen Abschottung Europas gegenüber Flüchtlingen aus Afrika und den angrenzenden Kriegsgebieten. Die Mauer ist weg – ein sechs Meter hoher Zaun ist Realität.

Eine Wiederholung wird es sicher auf 3Sat geben. Wer nicht warten will, kann hier klicken: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2266204/Die-Anstalt-vom-2014#/beitrag/video/2266204/Die-Anstalt-vom-18.-November-2014

Dr. Geo Trupes-Ferrum meint: Was früher der Schießbefehl ist heute FRONTEX.

„Die A 20 bringt nichts“

19. November 2014

Prof.Dr.Peter Pez

 

Die Autobahn A 20 bringt nichts für die Region“, so Professor Dr. Peter Pez (Bild), Stadt- und Kulturraumforscher an der Leuphana Universität Lüneburg. In einer eigens für den Planungsraum der A 20 zwischen Drochtersen und Westerstede angestellten Analyse kommt er zu dem Ergebnis, dass diese Autobahn keine wirtschaftlichen oder verkehrlichen Vorteile für die Region bringt. Lediglich in der Bauphase könnte es kurzzeitige Beschäftigungseffekte geben, von denen dann aber eher überregionale Betriebe profitieren würden.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass es keine signifikanten Zusammenhänge zwischen Autobahnbau und Wirtschaftswachstum gibt. Lediglich Mikrostandorteffekte könnten erzielt werden, die der Region nur wenig nützen würden. Für eine Belebung der Wirtschaft sind viele andere Standortfaktoren wichtig. Besonders wichtig sind gut ausgebildete Arbeitnehmer und ein flächendeckendes schnelles Internet. Die A 20 könnte eher dazu führen, dass gerade die gutausgebildeten Fachkräfte leichter aus der Region in die Zentren abwandern.

„Das vorhandene Autobahnnetz hat jetzt schon einen hohen Wirkungsgrad, immerhin hat Deutschland eines der dichtesten Autobahnnetze weltweit“, stellt Professor Pez fest. „Zusätzliche Autobahnen haben daher nur minimale oder gar keine Effekte“, ist sich Pez sicher. Dem regionalen Verkehr wird die A 20 nicht viel nützen und die Zeitgewinne für den überregionalen Verkehr werden umso geringer je weiter die Strecken sind.

Hinzu käme, dass solch ein Straßenprojekt Verkehre anziehh, die vorher nicht da waren. Dadurch wird die Verkehrsbelastung in der Region steigen, ohne dass sie einen Nutzen bringt. Wichtiger als die Autobahn ist der sinnvolle Ausbau der vorhandenen Straßen mit teilweisen Überholspuren und kleinräumigen Ortsumgehungen. „Die A 20 bringt der Region nichts“, so das Fazit des Wissenschaftlers.

 

Wenn´s am Himmel brummt

17. November 2014

Im Norden Deutschlands sind das nicht immer Insel-Hopper , die Gäste auf die Nordsee-Inseln bringen und auch anderswo nicht immer betuchte Geschäftsleute, die den direkten Weg von Tagung zu Tagung jetten, weil ihr Leben nur noch aus Terminen besteht. (Auch Thomas Middelhoff sitzt ja mittlerweile ein und bewegt sich nicht auf Kosten anderer durch die Lüfte.)

Es sind Kleinflugzeuge vom Typ Cessna, die mit einer Technik ausgestattet sind, mit der je nach Flughöhe und Einsatzort pro Flug Zehntausende Mobiltelefone überwacht werden können.

In den USA ist diese neue Form der Überwachung an etlichen Standorten üblich. Die Technik unter dem Namen IMSI-Catcher ist bereits länger bekannt und wird auch in Deutschland eingesetzt. Es handelt sich um ein im Flugzeug installiertes Gerät, das den Funkmast eines Mobilfunknetzwerks simuliert. Handys wählen sich darüber in sein Netz ein. In diesem Moment greift dann die Abhörtechnik; für den Nutzer ist lediglich ein kurzes Knacken in der Leitung zu vernehmen.

Als Zwischenstation kann jetzt der IMSI-Catcher sämtliche Daten abgreifen, einschließlich der Positionen der Gesprächsteilnehmer. Selbst Verschlüsselungen bieten keinen zuverlässigen Schutz gegen diese Abhörtechnologie.

Eine richterliche Genehmigung ist dann nicht mehr nötig, um die Hilfe von Mobilfunkanbietern zu erhalten.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15./16.11.2014

Einbandtexte

17. November 2014

Unter diesem Titel erscheinen in loser Reihenfolge Buchankündigungen verschiedener Autoren. Es wird bewusst auf das literarische Geschwurbel von Rezensenten verzichtet, sondern lediglich der Einbandtext wiedergegeben. Ob die Bücher dann lesenswert sind, soll nicht ein Redakteur des Blogs, sondern allein der Leser des Einbandtextes entscheiden.

„Denise kommt mehr schlecht als recht mit ihrem Leben klar. Sie arbeitet im Discounter, ihre kleine Tochter Linda überfordert sie oft; eine langersehnte New-York-Reise bleibt ein – immerhin tröstlicher – Traum. Mit dem Lohn für einen Pornodreh will sie endlich weiterkommen, aber man lässt sie auf ihr Geld warten.

Immer öfter steht Anton an ihrer Kasse, der abgestürzte, verschuldete Ex-Jurastudent, der im Wohnheim schläft. Vorsichtig kommen sich die beiden näher. Während Denise wütend, aber auch stolz um ihr Recht und für ihre Tochter kämpft, während Anton seiner Privatinsolvenz entgegenbangt, arrivierte frühere Freund trifft, mal Hoffnung schöpft und sie dann wieder verliert, entwickelt sich eine zarte, fast unmögliche Liebe. Beide versuchen, sich einander zu öffnen, doch als Denise endlich ihr Geld bekommen soll und Antons Gerichtstermin naht, müssen sie sich fragen, wieviel Nähe ihr Leben wirklich zulässt. . . . „*

Zwei Sätze aus dem Buch

„Wie soll die Weste auch fleckenlos bleiben, wenn der ganze Mensch im Dreck versinkt.“

„Das ist der Lauf der Zeit, sagt der Stand der Dinge. Und lacht sich krank.“

*Thomas Melle,  3000 Euro

Rowohlt Verlag GmbH, Berlin 2014

„Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will.“

8. November 2014

Textauszug aus einem Gedicht (1863) von Georg Herwegh, das er anlässlich der Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins verfasst hat. An dieser Stelle die erste von mehreren Strophen zur Erinnerung an den Beginn der Gewerkschaftsbewegung:

Mann der Arbeit aufgewacht!

Und erkenne deine Macht!

Alle Räder stehen still.

Wenn dein starker Arm es will.

Die Räder standen jetzt tatsächlich still, als die GDL (Gewerkschaft der Lokomotivführer) ihre Mitglieder zum Streik aufrief. Die Züge standen größtenteils. Nur die bislang noch verbeamteten Lokführer und die privaten Eisenbahngesellschaften hielten den Verkehr notdürftig aufrecht.

Der Bundesvorsitzende der GDL, Claus Weselsky, wurde zum Zielobjekt verbaler Attacken und auch die Politik sah sich bemüht, durch die Ankündigung von Gesetzesinitiativen die Gewerkschaft in ihre Schranken zu weisen.

Ausgerechnet die SPD-Frau Andrea Nahles, Bundesarbeitsministerin, kündigte einen Gesetzentwurf an, der zukünftige Streiks dieser Art verhindern soll. Dabei hat sie sicher nicht mehr im Blick, dass die SPD aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein hervorgegangen ist und dass das Streikrecht als hohes Gut in der Verfassung verankert wurde.

Die Klatsche kam dann auch prompt!

Ermuntert durch die Politik reichte die DB Klage beim Bundesarbeitsgericht ein. Diese wurde in zwei Instanzen durch das Gericht abgewiesen.

Die Lokführer dürfen streiken!

Die Lokführer dürfen streiken, aber, wofür streiken sie eigentlich? Es geht der GDL nicht nur um höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen, sondern es ist auch ein Machtkampf zweier Gewerkschaften, den die GDL angezettelt hat. Und dieser Machtkampf geht zu Lasten der Bahnkunden. Die GDL will nicht nur die Tarifhoheit für die bei ihr organisierten Lokführer, sondern auch für andere Gruppen bei der Bahn. Etliche Zugbegleiter sind Mitglieder der GDL. Und für diese ist eigentlich eine andere Gewerkschaft zuständig: Die Eisenbahn und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Wie bei David und Goliath: Die kleine GDL (ca. 20.000 Mitglieder) gegen die große EVG (ca. 210.000 Mitglieder)

Damit hat der Arbeitgeber Deutsche Bahn AG so seine Probleme und auch für Laien, wie wir es sind, ist offensichtlich, dass dieser Knoten so schnell nicht aufgedröselt werden kann. Erkennt die DB diese Forderung an, so ist die Folge, dass für eine Berufsgruppe unterschiedliche Tarifverträge ausgehandelt werden müssen. Was wiederum heißt, dass ein Teil der Zugbegleiter anderen Verträgen unterliegt als der andere Teil derselben Berufsgruppe.

Deshalb an die „Kampfhähne“ und auch an die Politik einige Empfehlungen:

Einigt euch, wer für welche Berufsgruppe die Tarifverträge aushandelt. Der Streit darf nicht auf Kosten der Bahnkunden ausgetragen werden. Das läuft allen Bemühungen zuwider, mehr Reisende wie auch mehr Güter auf die umweltfreundliche Schiene zu bringen.

Wenn ihr euch einigt brauchen wir keine politische Lösung, denn die wird mit Sicherheit Arbeitnehmerrechte einschränken (daran ist dann Allen voran wieder die SPD führend beteiligt, wie schon so oft in der Vergangenheit, wenn es um die Einschränkung von Bürgerrechten ging).

Der Politik sei geraten, sich aus diesem Konflikt herauszuhalten. Dieser Lokführerstreik war auszuhalten. Andere europäische Staaten sind da mehr von Streiks gebeutelt.

Dem kleinen (aber mächtigen) David GDL sei empfohlen, sich doch einmal nach anderen, ähnlich strukturierten Berufsgruppen umzuschauen und diese zusammen mit den Lokführern zu vertreten.

Da sind an erster Stelle die Lastwagenfahrer zu nennen, die teilweise für Hungerlöhne unter Zeitdruck Güter durch die Republik karren. Nicht umsonst passieren so viele Lkw-Unfälle auf Deutschlands Straßen.

Da müsste die GDL noch nicht einmal ihr Namenskürzel ändern: GDL = Gewerkschaft der Lastwagenfahrer. Noch besser wäre natürlich GDLL oder GDLUL = Gewerkschaft der Lokführer und Lastwagenfahrer.

Wenn die Fuhrunternehmer ihren Fahrern endlich ein ordentliches Gehalt zahlen würden, würden die auf der Straße transportierten Gütermengen teurer, was wiederum die Bahn konkurrenzfähiger machte.

Eingeschlossen werden müssen natürlich auch die Brummi-Fahrer aus den anderen europäischen Ländern, die zurzeit ihre deutschen Kollegen mit Dumpingpreisen unterbieten.

Mehr Geld und mehr Zeit für Lkw-Fahrer bedeutet gleichzeitig weniger Unfälle auf den Straßen.

 

Kann mir das jemand beantworten?

2. November 2014

Nur weil sich Seehofer und seine Bayern alljährlich über die Pickerl ärgern, wenn sie nach oder durch Österreich in den Urlaub fahren, kommt jetzt die Murks, Verzeihung die Maut, auf uns zu. Zum Trost wohl erst 2016, wenn sie nicht vorher durch EU-Recht (hoffentlich!) im letzten Augenblick verhindert wird. Sie läuft einer Gleichbehandlung der Bürger Europas zuwider.

Es gibt auch hierzulande etliche Gründe gegen die Murks zu sein. Schon allein die Aushöhlung des Datenschutzes spricht dagegen.

Wieder kommen wir dem Überwachungsstaat einen Schritt (einen großen Schritt) näher. Jede Bewegung mit dem Auto wird erfasst. Soll anschließend zwar wieder gelöscht werden, aber wer überwacht das und wer garantiert uns, dass nicht irgendwann einmal (wir gewöhnen uns ja an alles) die Aufzeichnungen nicht mehr gelöscht und sogar verkauft werden?*

Es ist darüber hinaus verwunderlich, dass im Gegensatz zu den ausländischen Autofahrern, die nur auf den Autobahnen bemurkst werden, die Bundesbürger zusätzlich auch auf Bundesstraßen für den Murks bezahlen müssen.

Das ist eine Ungleichbehandlung der Ungleichbehandlung!

Noch mehr kommt man ins Grübeln, wenn wir erst zahlen und dann das Geld zurückbekommen.

Ich gehe zum Bäcker, bezahle am Tresen sechs Brötchen (Semmeln heißt das, du Hirn!) und bekomme am Ausgang das Geld wieder zurück!

Kann mir das jemand beantworten?

mistkaeferterror meint: das ist doch sch . . . egal. Hauptsache die Überwachung bleibt.

* Als erster hat sich schon der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, gemeldet. Er fordert die Nutzung von Mautdaten für die Verbrechensbekämpfung, so der           Weser Kurier vom 3.11.14