A 39, alles CIMA oder was?

24. Februar 2015

A 39-Befürworter im Aufwind, so ein Beitrag im Weser-Kurier vom 23.2.2016:

„Der Neubau der A 39 gehört zu den umstrittensten Verkehrsprojekten der Region. (Für ganz Niedersachsen wird es nur noch von dem Projekt A 20 getoppt, die Red.) Jetzt haben die Befürworter eines neuen Abschnitts zwischen Wolfsburg und Lüneburg neuen Rückenwind bekommen. Ein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Bau positiv auf Wirtschaft, Wohnsituation und Lebensqualität auswirken werde. im Auftrag der Wolfsburg AG hatte das CIMA* Institut für Regionalwirtschaft aus Hannover die Argumente untersucht, die gegen das Projekt erhoben wurden.“

Die Präsentation und das Gutachten selbst standen/stehen jedoch auf tönernen Füßen.

Zu der Präsentation waren die Gegner der Autobahn nicht eingeladen worden, die Befürworter waren also unter sich und konnten so in einzelnen Redebeiträgen die Ergebnisse des Gutachtens würdigend bejubeln. Es war auch von Beginn an klar, wie das Gesamtergebnis der Studie aussehen würde: Eindeutig pro A 39.

Die Wolfsburg AG als Auftraggeber des Gutachtens hatte sich stets als Befürworter des Projekts hervorgetan. Es war deshalb von Anfang an klar, dass sie sich ein Gutachterbüro aussuchen würde, von dem sie erwarten konnte, dass ein Ergebnis in ihrem Sinne herauskommt. Man muss in Niedersachsen nicht lange suchen: Willfährige Gutachterbüros gibt es zur Genüge und so war man auch schnell fündig geworden mit dem CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH mit Sitz in Hannover.

Dieses Institut ging 2012 an den Start. Ziel war die Erweiterung des CIMA-Spektrums, um explizit regionalwirtschaftliche Themen. Für ein erst kurz am Markt agierendes Institut ist jeder Auftrag willkommen, besonders wenn er von solch potentem Auftraggeber kommt. Den will man dann auch nicht verprellen – jeder weiß, was dieser gerne hätte.

Betrachtet man zudem den Wirkungskreis verschiedener Mitarbeiter des Instituts bevor sie dort anstellig wurden, weiß man um das Ergebnis der Studie.

Da ist zum Beispiel Prof. Dr. Hans-Ulrich Jung, seit 1994 Honorarprofessor an der Leibniz Universität Hannover, von 1982 bis 2012 als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Niedersächsischen Instituts für Wirtschaftsforschung NIW tätig. (Das NIW dürfte allgemein bekannt sein für seine Studie im Rahmen der A 20/22. Selbstverständlich pro A 20/22, die Red.).

Uwe Mantik, von 1986 bis 1992 tätig in der Wirtschaftsförderung der Region Hannover, anschließend Geschäftsführer der Lübecker Wirtschaftsförderung unter Beteiligung der Kammern, von 2000 bis 2001 Staatssekretär für Wirtschaft und Verkehr in Schleswig-Holstein, danach Geschäftsführer der CIMA Projekt und Entwcklung GmbH und schließlich ab 2012 im Vorstand der CIMA Institut für Regionalwirtschaft GmbH.

Fabian Böttcher, er präsentierte das Gutachten zur A 39 am 22. Februar, nach dem Studium Mitarbeiter am NIW, seit 2012 bei CIMA.

Nina Heinecke, bis 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin am NIW, jetzt bei CIMA.

Andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CIMA sind noch zu jung und konnten deshalb nicht vorher durch das NIW „eingenordet“ werden. Die Schwerpunkte und Abschlüsse ihrer Hochschulausbildung führen jedoch in Richtung NIW.

Auch für die A 20 werden die Befürworter alle Hebel in Bewegung setzen, um den Bau durchzupauken. Auch für dieses Projekt wird irgendwann ein Gutachten vorgestellt werden, das eindeutig für den Bau plädiert. Ein Gutachten von CIMA oder NIW oder XXX oder vielleicht auch YYY.

* CIMA = Chartered Institute of Management Accountants

Deutsche Nordseehäfen im Abseits?

21. Februar 2016

Während die Betreiber der norddeutschen Seehäfen noch immer kein gemeinsames Hafenkonzept gefunden haben, werden von der Industrie Zeichen gesetzt, deren Auswirkungen die Häfen unmittelbar betreffen werden.

Im Jahr 2004 wurde der Autohersteller Skoda in Indien aktiv. Skoda Auto India hatte in kürzester Zeit in einer Zufriedenheitsstudie auf Anhieb unter 31 Automarken den zweiten Platz erreicht, davor war nur der in Indien unter der Marke Maruti agierende japanische Hersteller Suzuki.

Was hat das mit den norddeutschen Seehäfen zu tun?

Der damalige Skoda-Vorstand Büsching äußerte sich in einem Interview im Oktober 2004 voll des Lobes über Bremerhaven: „In Containern kommen die Octavia- und Superb-Bauteile per Lkw und Bahn aus dem Werk in Mlada Boleslav* nach Bremerhaven, um von dort per Schiff nach Indien transportiert zu werden. 38 Tage dauert das im Normalfall.“ Angesprochen auf den weiten Weg  über Nordsee, Atlantik, Mittelmeer, durch den Suezkanal und über das Rote Meer sowie durch die Arabische See, erwiderte er: „Nur der Seehafen Bremerhaven hat diese ausgefeilte Logistikkette, die einen täglichen Seetransport garantieren kann. Der Transport über einen italienischen Mittelmeerhafen ist zwar wesentlich kürzer, hier legt ein Frachtschiff jedoch höchstens einmal pro Woche Richtung Arabische See ab.“

Das war 2004   –   jetzt ist 2016

In etwas mehr als einem Jahrzehnt haben die Mittelmeerhäfen stark aufgeholt. So stark, dass sie zur Bedrohung für die norddeutschen Seehäfen werden können.

Die Investitionen in das Schienennetz der Schweiz (Gotthard-Tunnel, Lötschberg-Tunnel) eigens für den Güterverkehr werden mit dazu beitragen, dass sich Unternehmen genau überlegen, wie sie Waren z.B. nach oder von China oder Indien ex- oder importieren.

Beim Kostenfaktor endet das nationale Empfinden.

Mercedes-Benz hat im Oktober des vergangenen Jahres damit begonnen und viele andere Industriebetriebe, besonders aus dem Raum südlich der Main-Linie werden folgen. Es sind vor allem ökonomische Gründe, aber auch die Ökologie wird hoch gehalten, was nach den Abgasskandalen nicht verwunderlich ist.

Für den Transport von Neufahrzeugen aus Europa nach Asien hat Mercedes eine neue Drehscheibe eingerichtet. Seit Mitte Oktober des vergangenen Jahres werden die Autos über den Adria-Hafen Koper (Slowenien) umgeschlagen – zu Lasten von Bremerhaven. Die meisten Fahrzeuge werden zwar noch über Bremerhaven verladen – bei denen aus dem Bremer Werk wird das auch so bleiben – , wie lange das insgesamt noch gilt, dürfte von der Bilanz entschieden werden.

 

Koper Hafen 2Koper, Hafen

 

Warum Häfen wie Koper, Triest, La Spezia und andere für den einen oder anderen Verlader, die bisher ausschließlich die Nordrange-Häfen bedient hatten, interessant sein können, zeigt sich am Beispiel von Mercedes: „Die Lage von Koper ist interessant durch eine günstige Bahnanbindung und durch deutlich verkürzte Transportwege auf See; der Transfer reduziert sich je nach Zielland signifikant um bis zu einer Woche“, so ein Mercedes-Sprecher. Die Transfers pro Schiffsumlauf seien bis zu 9 000 Kilometer kürzer, was etwa 60 000 Tonnen Kohlendioxid jährlich einspare.

„LandAnsichten“ – eine lesenswerte Entdeckungsreise durch den Norden Niedersachsens

16. Februar 2016

Ein ungewöhnliches Buchprojekt mit einem prächtigen Ergebnis

Im Nordwesten Deutschlands, zwischen dem Ammerland und dem Ufer der Elbe bei Drochtersen, liegt mancher schöne Schatz verborgen: Alleen und Wege, Flüsse und Fähren, Künstlerdomizile, Bauernhöfe, Dörfer, kleine Städte, Wälder und Moore, Wiesen und Weiden, weite Landschaften und manches mehr.

Die Schutzgemeinschaft ländlicher Raum Nord-West e.V. hat sich von den Schätzen des Nordwestens zu einem ungewöhnlichen Projekt inspirieren lassen: Der Verein hat im Februar 2016 ein sehr hochwertiges, prachtvoll illustriertes Buch mit dem Titel  LandAnsichten – Eine Entdeckungsreise vom Ammerland bis an die Elbe herausgegeben.

Dieses Buch hat eine außergewöhnliche Entstehungsgeschichte: Die Schutzgemeinschaft hat Menschan, die im Nordwesten zu Hause sind, darum gebeten, über ihr Leben in und mit der Natur zu schreiben oder zu erzählen. So ist eine abwechslungsreiche Mischung lebendiger Texte entstanden. Neben erzählenden Texten finden sich auch einige Gedichte und Lieder. Diverse Rezepte zu kleinen Köstlichkeiten vom Lande runden die Palette ab. Zahlreiche Fotografen haben das stattliche Buch mit einer Vielzahl fantastischer Bilder bereichert.

 

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Die LandAnsichten laden den Leser zu einer Entdeckungsreise vom Ammerland bis an die Elbe ein – es lohnt sich, diese Reise anzutreten, denn eine Landschaft kann vieles sein: Heimat, Projektionsfläche für Lebensträume, Existenzgrundlage landwirtschaftlicher Betriebe, Kulturgut, Lebensraum für Pflanzen, Tiere und Menschen . . . . .  .

 

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Noch gibt es sie, die einzigartigen und unzerschnittenen Landschaften, die einen Wert an sich darstellen – einen Wert, der sich nicht einfach „in bare Münze“ umrechnen lässt. Die LandAnsichten sind ein echtes Muss für jeden, der die Schönheit des Nordens liebt! (ke-sg-sk)

 

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Das Buch ist im Handel erhältlich oder kann direkt beim Verlag bestellt werden: Web- und Werbeagentur Umsicht, http://www.umsicht.eu

ISBN: 978-3-00-051975-8, Preis 16,90Euro + Versandkosten (bei Verlagsbestellung)

Eine Leseprobe finden Sie hier:  Kurzvorstellung_LandAnsichten

 

Hinterfotzig

14. Februar 2015

„Das Wort hinterfotzig kommt aus der österreichischen und süddeutschen Umgangssprache und hat Eingang in den deutschen Sprachraum gefunden. Es ist gleichbedeutend mit `hinterhältig´oder `hinterlistig´und heißt wörtlich `hinter dem Mund´. Hinterfotzig leitet sich von der in Bayern und Österreich gebräuchlichen Bedeutung für Mund beziehungsweise Gesicht ab. Wird eine Person als hinterfotzig bezeichnet, ist damit gemeint, dass sie nicht ehrlich gegenüber anderen ist, sondern hinter deren Rücken schlecht redet, lästert und intrigiert. Zum Teil findet der Ausdruck hinterfotzig auch Verwendung als Synonym für `gemein´ oder als pauschale Beschimpfung oder Diskreditierung.“*

Für Freitag, den 5. Februar, hatte der Landwirtschaftliche Hauptverein Ostfriesland zu seiner Delegiertenversammlung nach Holtrop/Ostfriesland eingeladen. Hauptredner des Abends war der niedersächsische Minister für Wirtschaft und Verkehr Olaf Lies.

Nach dem etwa einstündigen Redebeitrag entfuhr es einem Delegierten aus tiefstem Herzen: „Wir wünschen uns einen Landwirtschaftsminister wie Sie!“

Das war sicher im Sinne der gesamten versammelten Bauernschaft, hatte es Lies doch hervorragend verstanden, ganz klar die Schuldigen an der derzeitigen Misere zu benennen: Gleichauf mit dem amtierenden Landwirtschaftsminister Christian Meyer, seinem Kollegen in der rot-grünen Landesregierung, waren es selbstverständlich die Verbraucher.

Während Meyer sich mehr um Tierwohl und Ausgleichsflächen kümmere als um die notleidende Landwirtschaft, seien es die Verbraucher, die lediglich maximal fünfzehn Prozent ihres Einkommens für Ernährung ausgeben wollten.

„Die Deutschen stellen sich einen Hof wie im Kinderbuch vor, das ist naiv“, so Lies und weiter „und nur so kann man Wohlstandsvokabeln wie `Horizontverschmutzung´für erforderliche Windkraftanlagen verstehen.“ Dass Windkraftanlagen partiell einen wesentlichen Beitrag zum Einkommen in der Landwirtschaft auf Kosten der Verbraucher leisten, blieb in seiner Rede unerwähnt.

Honig für die Delegierten hatte er dafür reichlich. Die Schmähung „Industriebetrieb“ gelte für die ostfriesischen Höfe nicht, „und niemand hat so ein Interesse am Tierwohl wie die Bauern.“ Viele andere Wirtschaftszweige hingen von einer funktionierenden Landwirtschaft ab und auch der stetig wachsende Tourismus profitiere davon: „Der Tourismus vermarktet gewinnbringend die von Ihnen erschaffene Landschaft.“

Und zuletzt ein Appell des Wirtschaftsministers an die Anwesenden: „Sie dürfen nicht aufhören, die Grundlagen dafür zu produzieren, sonst gibt es für  die Betriebe in meinem Ressort keine Arbeit mehr.“

Da wo Lies ist, bedient er die jeweilige Klientel und da er in diesem Fall sich das nachfolgende Wochenende nicht versauen wollte, vermied er die Begriffe Antbiotika, Pestizide, Gülle, Sauen im „Abferkelkorsett“ . . . .  . dafür ist Kollege Meyer zuständig! Dass er diesem aber in seiner Rede in den Rücken fällt, ist intrigant.

Derzeit erlebt man das auf bundesrepublikanischer Ebene in der Auseinandersetzung zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer. In Bayern nennt man das hinterfotzig. Und das passt auch für Niedersachsen.

*Lizenz: „Creative Commons Attribution/Share Alike“

 

 

Methode Holzhammer

8. Februar 2016

 

Das rund 400 Meter langes Containerschiff CSCL Indian Ocean liegt am 04.02.2016 in der Elbe bei Stade (Niedersachsen) auf Grund, im Vordergrund sind Weinreben zu sehen. Foto: Lars Klemmer/dpa (zu dpa «Großes Containerschiff in Elbe auf Grund gelaufen» vom 04.02.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

In zwei Tagen ist eine Woche herum und noch immer liegt der Containerriese bewegungsunfähig im Schlick der Elbe fest.

Die CSCL Indian Ocean, eines der größten Containerschiffe der Welt, war am Mittwochabend nahe Stade auf Grund gelaufen. Bisher sind alle Versuche, den Riesen abzuschleppen, gescheitert. Ob das nach dem Abpumpen der Betriebsstoffe und der für den heutigen Montag erwarteten Springflut möglich sein wird, steht noch in den Sternen. Gelingt es nicht, müssen Container abgeladen werden. Damit wird dann technisches Neuland betreten, voraussichtlich muss für diesen Zeitraum die Elbe ganz gesperrt werden.

Während das Havariekommando Cuxhaven intensiv an der Bergung des fast 400 Meter langen Containerschiffes arbeitet, verhakt sich die Politik in Rede und Gegenrede. Für eine zukünftige Zusammenarbeit der drei Bundesländer Bremen, Hamburg und Niedersachsen in Sachen Hafenwirtschaft ist das sicher kontraproduktiv.

Zuerst tönte es aus Hannover. Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies nutzte als erster die Gelegenheit: „Ein solcher Unfall war schon länger zu befürchten – und angesichts der Quälerei der großen Containerschiffe die Elbe hinauf sind auch weitere Vorfälle dieser Art in Zukunft nicht auszuschließen. Die Havarie zeigt einmal mehr, wie dringend wir eine Kooperation der norddeutschen Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven brauchen.“

Recht hat er, doch taktisch klug war das zu diesem Zeitpunkt sicher nicht.

Die Reaktion kam auch prompt und zwar aus Bremen. Deren Häfensenator Martin Günthner reagierte mit Unverständnis auf die Äußerungen seines niedersächsischen Amtskollegen: „Es ist ein eher peinliches Bemühen, mit dem Ausfall der Ruderanlage bei einem Großcontainerschiff Standortmarketing für Wilhelmshaven machen zu wollen,“ und weiter „in der Tat benötigen wir in Zukunft eine enge Hafenkooperation, aber Ziel ist es, alle Standorte an der Küste zu stärken und nicht den Versuch zu unternehmen, Wilhelmshaven auf Kosten Hamburgs zu profilieren.“

Unterstützung erfuhr Günthner durch Holger Banik, Geschäftsführer von Niedersachsen-Ports und damit auch zuständig für den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven: „Es ist schon sehr absonderlich, darauf zu hoffen, dass es in anderen Häfen schlecht laufe, eventuell verursacht durch eine Havarie. Das entspricht nicht unserer Unternehmensphilosophie. Unser größter Mitbewerber ist zudem nicht Hamburg, sondern Rotterdam.“

Hatte man nach diesem Schlagabtausch über die Medien gedacht, dass das Thema wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt, setzte der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel zum Wochenende noch eins drauf. Vor dem Hintergrund der Havarie des Containerriesen forderte er: „Bei allem Verständnis für die Interessen der Wirtschaft wird doch angesichts der Entwicklung an der Elbe niemand ernsthaft abstreiten, dass hier zu große Gefahren riskiert werden. Das Krisenmanagement ist in guten Händen, aber danach muss dringend diskutiert werden, wie vergleichbare Risiken in Zukunft vermieden werden können.   . . . . . übergroße Schiffsklassen, deren Manövrierfähigkeit gerade bei starken Winden deutlich vermindert ist, gehören in den Tiefwasserhafen an der Jade.“

Der traut sich ja was. Ganz schön laut für einen Minister, den man sonst immer zu  den Ereignissen tragen muss.*

Hanseatisch cool blieb Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch: „Krise würde ich das nicht nennen.“

*Als im Emsland wegen eines defekten Ventils Öl in die Gräben floss, war der Umweltminister nicht vor Ort und „In der Asse verschollen“ vom 2. Februar 2016

Foto: Lars Klemmer, dpa

 

„Indian Ocean“ schwimmt wieder

12 Schlepper und die Springtide haben es geschafft: Gegen 2.20 Uhr in der Nacht von Montag auf Dienstag war der Containerriese wieder frei und konnte in den Hamburger Hafen geschleppt werden. Nach ersten Aussagen hat das Schiff keinen Schaden genommen.

Nicht ganz so einfach wird es sein, verschiedene Personen aus dem Schlick ihrer unbedachten Äußerungen zu ziehen.

 

Alte Stinker auf den Straßen

3. Februar 2016

In Diskussionen mit Fuhrunternehmern wird von diesen immer wieder betont, dass ihre Fuhrparks fast ausschließlich mit den neuesten Lastkraftwagen ausgestattet sind. Die transportieren dann „besonders umweltfreundlich“ ihre Ladung von A nach B. Verbrauch bei Volllast „nur“ 28 bis 30  Liter Diesel auf 100 Kilometer, obendrein mit neuesten Schadstofffiltern ausgestattet.

„Alte Laster gibts nicht mehr, wo sind sie geblieben? . . . . „*

 

Long lines of trucks are parked on the M20 motorway in the Dover direction lanes at Ram Lane, England, Friday Sept. 12, 2008, after a fire broke out Thursday afternoon on a truck aboard a 30-car shuttle train traveling from England to France using the Channel Tunnel, injuring 14 people. A French official says firefighters have extinguished a blaze in the tunnel under the English Channel, but undersea train traffic remains suspended for a second day. Gerard Gavory, deputy head of the Calais regional administration, told reporters the main fire was put out Friday morning, though firefighters were still putting out some flames. (AP Photo/ Max Nash)

Sie sind immer noch auf den Straßen unterwegs. Wie das Bundesamt für Güterverkehr in seinem neuesten Bericht mitteilt, gibt es eine rekordverdächtige Steigerung ausländischer Lkw auf deutschen Straßen. Insgesamt registrierte das Bundesamt im vergangenen Jahr 29,73 Milliarden Kilometer auf bemauteten Straßen. Den Zahlen zufolge sind 40 Prozent von ausländischen Lkw gefahren worden.

Für die übrigen Straßen liegen keine Zahlen vor, eigene Beobachtungen auf den Bundesstraßen 71, 73 und 74 können diesen Wert aber durchaus bestätigen.

Den größten Anteil haben Lkw aus Polen, an zweiter Stelle liegen Lkw aus Tschechien, gefolgt von Kroatien, Rumänien und Bulgarien. Die letztgenannten warten mit hohen Steigerungsraten auf.

An diesen Steigerungsraten haben die deutschen Fuhrunternehmen einen großen Anteil: Viele von ihnen haben die ausländischen Fahrer als Subunternehmer unter Vertrag. Diese haben zuvor auf dem „Markt der ausrangierten Stinker“ die alten Lkw erstanden und sorgen jetzt für „umweltfreundliche weiße Westen“ deutscher Fuhrunternehmer. Was an Löhnen, Steuern und Sozialabgaben zusätzlich gespart werden kann, steht auf einem anderen Blatt.

*Kann nach der Melodie „Where have all the Flowers gone“ gesungen werden.

 

 

In der Asse verschollen

2. Februar 2016

Der gestrige Nordsee-Tourismustag im Wilhelmshavener Atlantic-Hotel stand ganz im Zeichen der Elektromobilität.

Der Wunsch  im Urlaub umweltfreundlich unterwegs zu sein, spielt eine zunehmende Rolle für den Tourismus an der Nordseeküste. Fahrräder (auch E-Bikes) können an vielen Stationen ausgeliehen werden. Das regionale Projekt Die Nordsee Flitzer ist jetzt das i-Tüpfelchen: Für die Touristen bereitgestellte Elektro-Autos erweitern deren Mobilität. Sie werden ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betankt.

 

Nordsee Flitzer 1

 

Dazu der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies:                                                                                                                                    

„Es macht jetzt keinen Sinn, ein Kohlekraftwerk zu betreiben, um mit Elektromobilen Auto zu fahren; das ist Energieverschwendung. Aber wir leben in einer Region, wo das Thema Energie eine besondere Bedeutung hat: Hier ist die Region der regenerativen Energien, hier ist die Region der Windenergie in starkem Maße und genau diese Energien zu nutzen um Mobilität zu erzeugen oder zu ermöglichen, das ist genau das Ziel. CO2-frei fahren heißt auch Windenergie oder Solarenergie zu nutzen, um daraus Mobilität zu generieren.“*

So geht PR Herr Wenzel**!

*Olaf Lies in RADIOJADE am 1.2.2016

**Für alle Leserinnen und Leser: Falls Sie es vergessen haben oder nicht wissen: Stefan Wenzel ist Niedersachsens Umweltminister. Erneuerbare Energien, Elektromobilität, schöne Bilder mit kleinen Nordsee Flitzern – ist doch eigentlich auch sein Thema?