Alle Beiträge von mistkaeferterror

Jung und naiv: „Hat die Lack gesoffen . . . ?“

„Normalerweise kennen seine Fans den Youtube-Star Rezo von Videos wie „Die dümmsten Anmachsprüche“, „Crazy Schleim in Amazon-Überraschungsbox“ oder „Instagram Pärchen Fotos nachstellen“. Politische Relevanz: in der Regel gleich null. Am Samstag aber veröffentlichte der 26-Jährige mit den blauen Haaren ein Video, das nun die Führungsriege der CDU auf den Plan gerufen hat. Der Titel: „Zerstörung der CDU“. 55 Minuten, am Mittwoch schon mehr als 3,5 Millionen Mal aufgerufen.“ (Der Tagesspiegel – 22.5.2019)

 

Hintergrundinformationen

https://www.tagesspiegel.de/politik/abrechnung-mit-der-cdu-das-rezo-video-zeigt-was-junge-menschen-an-der-politik-nervt/24371496.html

Verkehrswende

Die ZDF-Sendung Geht doch! vom 21. Mai 2019, 23.00Uhr, lieferte in ihrem ersten Beitrag eine Bilderreihe vom Verkehrswahnsinn in Deutschland und, damit verbunden, ein Lösungsansatz.

mistkaeferterror bedauert, dass Susanne Klatten(1) ihr Aktienpaket nicht bei einem Eisenbahnunternehmen hat. Dann würden ihre immensen Parteispenden zu einer anderen Verkehrspolitik in Deutschland führen.

https://www.zdf.de/comedy/geht-doch/sendung-vom-21-mai-2019-106.html

(1)

Susanne Klatten

 

Strom ist nicht die Lösung

„Auch E-Autos haben einen beträchtlichen CO₂-Ausstoß“
Umweltexperte Lohbeck zu VW und zur Klima-Diskussion

Wolfgang Lohbeck ist einer der profiliertesten Mobilitätsexperten Deutschlands. Viele Jahre lang arbeitete er für Greenpeace, leitete Verkehrskampagnen und entwickelte spritsparende Autos und einen Solarkühlschrank. Sein Urteil über die Reformen bei VW ist gespalten.

SZ: Herr Lohbeck, ist das Aktionärstreffen von Volkswagen in Wirklichkeit eine Versammlung von Ökos? Konzernchef Herbert Diess beteuert ja, dass er viel Verständnis für die gerade laufenden Klimaproteste vieler junger Menschen habe.

Wolfgang Lohbeck: Immerhin erkennt Herr Diess den Zeitgeist, das ist das erste Positive von Volkswagen seit Langem. Angesichts all der Probleme, die er in dem Unternehmen bewältigen muss, kann man ihm erst einmal die Vorschusslorbeeren gönnen.

SZ: Mit den Problemen meinen Sie ja etwa auch den Dieselskandal.

Das ist die andere Seite, die man nicht vergessen darf, wenn sich VW jetzt so grün gibt: Die Lösungen in Europa für betrogene Fahrer  .  .  .  .  .  .  .

Weiterlesen:

Auch E-Autos haben einen beträchtlichen CO2-Ausstoß_SZ_15.5.2019

 

Gly-Girl und Bayer – Nächster Schlag ins Kontor

Wie DPA meldet hat der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer  in den USA auch den dritten wichtigen Prozess um angeblich krebserregende Produkte der Tochter Monsanto verloren.

Die Geschworenen lassen sich von gekauften Gutachten nicht blenden

Die Geschworenen-Jury des zuständigen Gerichts im kalifornischen Oakland verurteilte das Unternehmen am Montag zu Schadenersatz in Höhe von insgesamt über zwei Milliarden Dollar (1,78 Milliarden Euro) an die zwei Kläger.

Geklagt hatte ein Rentnerehepaar, dass Monsantos Unkrautvernichtungsmittel Roundup mit dem umstrittenen Wirkstoff Glyphosat für seine Krebserkrankungen verantwortlich macht.

13 400 Klagen sind noch anhängig

Bayer ist wegen Glyphosat mit 13 400 Klagen konfrontiert
Während des Ende März begonnenen Prozesses hatte die Anklage immer wieder versucht, die Geschworenen nicht nur davon zu überzeugen, dass Monsantos Produkte Krebs verursachen, sondern auch dass etwa mit manipulierten Studien Risiken verschleiert wurden.

Für Bayer wird es eng

Es ist bereits der dritte Schuldspruch innerhalb weniger Monate, weitere Prozesse werden folgen. Zuletzt war der Konzern in den USA nach eigenen Angaben mit rund 13 400 Klagen wegen des Unkrautvernichters Roundup konfrontiert.

Der Konzern weist Gesundheitsgefahren von Monsanto-Produkten vehement zurück und hat in den ersten beiden Fällen Berufung eingelegt.

Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger  –  14.5.2019

Hintergrundinfo (Süddeutsche Zeitung – 14.5.2019):

Bayer-Monsanto

 

Autobahn tötet

A 20 wird zum Artensterben beitragen

Der aktuelle Bericht des Weltbiodiversitätsrates zum globalen Zustand der Biodiversität bestätigt die Mahnungen der A 20-Gegner: „Wir warnen seit vielen Jahren vor den gravierenden Folgen für Natur, Landschaft und Mensch durch die geplante Autobahn, die eine Schneise der Zerstörung durch den nordwestdeutschen Küstenraum ziehen wird“, stellt Uwe Schmidt, Sprecher der Initiativen gegen die A 20, fest. „Betroffen sind nicht nur Schutzgebiete von europäischer Bedeutung“, fährt Schmidt fort, „die Zerschneidung vernichtet insbesondere die biologische Vielfalt, um die es im Bericht des Weltbiodiversitätsrates geht“.

Eindringliche Warnung

„Es geht hier nicht um ein paar Käfer, wie viele meinen, es geht um die Existenz ganzer Volkswirtschaften, Lebensgrundlagen, Sicherung von Nahrungsmitteln und Erhalt von Lebensqualität“.

Es kann auch nicht darauf abgehoben werden, dass alle Schäden durch die A 20 ausgeglichen würden. Denn viele Schäden sind real gar nicht ausgleichbar. So kann das Moor, das unter dem Asphalt der A 20 begraben würde, nicht wieder hergestellt werden. In ihren Gutachten stellen die Planer selbst fest, dass durch Grünbrücken nur für zehn Prozent der Tiere eine potenzielle Möglichkeit geschaffen wird, die Landschaftstrennung durch die Autobahn zu überwinden. Das heißt, die biologische Vielfalt im Bereich der A 20 erleidet einen enormen Schaden, da über 90 Prozent der Arten betroffen sein werden.

Kiebitze müssen umziehen – wollen sie das? – Tun sie das?

Ein besonders gravierendes Beispiel für den Frevel an der biologischen Vielfalt ist der Standortübungsplatz Friedrichsfeld. Dort wird derzeit ein Hot Spot an biologischer Vielfalt mit weit über 500 Arten zerstört, um Brutplätze für Wiesenvögel zu schaffen, die durch die A 20 zerstört werden. „Allein in diesem Bereich hat die A 20 schon massiv zum Artensterben beigetragen, obwohl sie noch gar nicht gebaut ist“, klagt Schmidt diese Sünde an der Natur an.

Grafik: maschus

Anmerkung: Die Grafik ist nicht Bestandteil der Pressemeldung.

Hi Hi

Scheuer und Dobrindt kauen Schienen. Scheuer kaut, schluckt runter, beißt neu ab, kaut, schluckt wieder runter. Dobrindt kaut und kaut und kaut. Da meint er zu Scheuer „wieso kaust du nur kurz und schluckst dann runter?“. „I hob a Weich“ antwortet der.

Eigentlich fängt die Geschichte anders an, meint der Mistkäfer: „Zwei Irre kauen Schienen . . . , aber das ist ja so ähnlich“.

Schienengüterverkehr verdoppeln

Wie die Verkehrsrundschau* mitteilt, müsste nach einer Studie des KCW** der Bund zur Verdoppelung des Schienengüterverkehrs bis 2035 insgesamt 4,2 Milliarden Euro mehr investieren als vorgesehen

Auftraggeber des Gutachtens*** sind die Bahnverbände NEE (Netzwerk Europäischer Eisenbahnen NEE) und VPI (Verband der Güterwagenhalter in Deutschland VPI).

In einem Abschnitt des Gutachtens werden kostengünstige Projekte zur Beseitigung von Flaschenhälsen im deutschen Schienennetz aufgezeigt. Da ist zu hoffen, dass darunter auch der „Flaschenhals Hbf Bremen“ fällt.

Mit überschaubarem finanziellem Mehraufwand lässt sich das deutsche Schienennetz bis 2035 so ertüchtigen, dass es doppelt so viel Güterverkehr wie heute aufnehmen kann. Zu diesem Ergebnis kommt das „Klima-Plus-Programm für mehr Güter auf der Schiene“.

Dem Gutachten zufolge müsste der Bund  dafür in den kommenden 15 Jahren zusammen 4,2 Milliarden Euro mehr investieren als vorgesehen.

Die Studie geht vom aktuellen Bundesverkehrswegeplan aus und davon, dass zumindest die von KCW priorisierten 17 Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt werden.

Darüber hinaus werden in dem Gutachten 48 zusätzliche Netzprojekte und vier Europa-Projekte beschrieben, mit denen gezielt Flaschenhälse im Schienennetz beseitigt werden könnten. „Tatsächlich neu gebaut werden müssten gerade einmal 15 Kilometer Strecke“, erklärte NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger. „Ohne neue Mammutprojekte und für im Schnitt 280 Millionen Euro mehr im Jahr kann der Bund eine klimafreundliche Trendwende im Güterverkehr schaffen und sein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern“, so Westenberger.

NEE und VPI fordern mehr Geld vom Bund

Die beiden Bahnverbände NEE und VPI plädieren dafür, dem auf Straße wie Schiene gleichzeitig stark wachsenden Güterverkehr mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Die Politik ist gefordert, jetzt zu handeln. Schon mit dem aktuellen Haushalt muss der Startschuss für den entsprechenden ‚Hochlauf‘ der Mittel fallen“, betont Malte Lawrenz, Vorsitzender des VPI.

Die Schwerpunkte des KCW-Ausbaukonzepts liegen auf der Elektrifizierung bestehender Strecken, zusätzlichen Gleisen neben bestehenden Strecken, kürzeren Signalabständen sowie Überhol- und Kreuzungsbahnhöfen. An Ausbaustrecken und einigen stärker als bisher genutzten Bestandsstrecken müsse trotz leiser werdender Züge zugleich der Lärmschutz erweitert werden. Wichtigste konzeptionelle Neuerung ist der Focus auf die Ost-West-Verbindungen im südlichen Teil Deutschlands, um Schieneninfrastruktur in diesen Relationen zu stärken und damit vor allem grenzüberschreitende Güterverkehre von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

*Verkehrsrundschau – 06.05.2019

**Hervorgegangen ist KCW aus der 1998 gegründeten Stabsstelle „Kompetenz Center Wettbewerb“ des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV). Ziel des HVV war es, sich gemeinsam mit weiteren Verkehrsverbünden organisatorisch, rechtlich und wirtschaftlich auf den Wettbewerb im ÖPNV vorzubereiten. Die Leitung der Stabsstelle oblag Dr. Jan Werner und Christoph Schaaffkamp. Als Beratungsbreite und Team immer weiter wuchsen, gründeten Werner und Schaaffkamp 2003 die KCW GmbH. Die Beratung von Aufgabenträgern im öffentlichen Verkehr wurde in der neuen Gesellschaft fortgeführt, jedoch nun vom Hauptsitz in Berlin aus. Das Hamburger Büro blieb unverändert bestehen. In den Folgejahren erweiterte sich die Geschäftsführung um Dr. Henning Tegner und Melanie Patout.
KCW ist inhabergeführt, die Gesellschaftsanteile hält die Geschäftsführung. Die Mehrzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hält eine stille Beteiligung an KCW.
Inzwischen sind wir das größte ÖPNV-Beratungsunternehmen in Deutschland. Bei KCW arbeiten 60 Spezialistinnen und Spezialisten aus den Bereichen Recht, Ökonomie und Planung sowie aus den Sozial- und Naturwissenschaften. Ein herzlich bestimmtes Büromanagement unterstützt das Beratungsteam.
KCW ist auch international tätig, seit mehreren Jahren zunehmend in Frankreich. Um die Frankreich-Aktivitäten zu bündeln, gründete KCW im Jahr 2015 das Beratungsbüro Trans-Missions.

***2019_05_06_bericht_klima_plus_programm_fuer_mehr_gueter_auf_der_schiene