Das Great Barrier Reef, Mrs. Rinehart und der Klimawandel

Das Great Barrier Reef wurde 1981 zum Unesco-Weltnaturerbe erklärt. Diesem einmaligen ca. 2300 Kilometer langen Korallenriff vor der Küste im Nordosten Australiens droht die Zerstörung. Zum einen durch eine eingewanderte Seesternart, die weitaus größere Gefahr ist jedoch der Klimawandel. Die Unesco hat bereits gedroht, das Riff auf die Rote Liste zu setzen, „Weltnaturerbe in Gefahr“ heißt das dann.

Die größte Bedrohung für das Riff ist hausgemacht. Das Festland gegenüber ist Queensland, der „Kohlenpott“ Australiens. Die weltgrößten Kohleexporte gehen von hier aus. Wenn Kohle verbrannt wird, beschleunigt das den Klimawandel. Nun soll der Kohleexport verdoppelt werden. Dazu werden Häfen erweitert und neu gebaut; der anfallende Schlick wird einfach ins Meer gekippt, was wiederum dem Riff schadet.

Hauptakteur ist der Energieriese „GVK Hancock Coal“. Dessen Chefin Gina Rinehart gehört mit rund 23 Milliarden Euro zu den reichsten Frauen der Welt. Und sie weiß, was sie mit Geld alles richten kann. Sie nutzt Geld und Einfluss, um Leugnern des  Klimawandels Gehör zu verschaffen. Und das mit großem Erfolg, kann sie doch dies über die Medien verbreiten: Als Großaktionärin des führenden Medienunternehmens „Fairfax“ und Verwaltungsrätin mehrerer Fernsehsender hat sie die Möglichkeit Einfluss zu nehmen.

Auch in der Politik hat sie willfährige Helfer. Der Oppositionsführer, der gute Aussichten hat im Herbst die Wahl zu gewinnen, bezeichnet wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel als „absoluten Mist“. (LeC)

Quelle: Der Spiegel 21/2013

Seesterne bedrohen Korallen

Wie der Weser Kurier am 9.11.13 berichtet, wird das Great Barrier Reef auch von Seesternen, den sogenannten Dornenkronen, bedroht. Diese sind sehr gefräßig und können das Korallenriff zerstören, wenn sie nicht dezimiert werden. Diese Seesternart tritt in ihrer Häufigkeit alle 15 Jahre auf. Zwischenzeitlich können sich die Korallen dann erholen, das funktioniert aber nur, wenn sie nicht durch andere Störungen geschädigt sind.*

*Quelle: Weser Kurier, 09.11.2013

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Letzte Woche in Wolfsburg *

Den Telefonhörer in der Hand: „Sommerklee! Hallo Angela, hast Du einen Moment Zeit?“  “ . . . .  . . . . . . . . . . . . . . . “  „Wegen der in Brüssel anstehenden Grenzwertverhandlungen hätte ich gerne mit Dir gesprochen. Hat sich diesbezüglich schon jemand gemeldet?“  “ . . . . . . . . . . . . . . . .  . “  „Ich hab da so meine Bedenken, dass die da in Brüssel jetzt das Ganze durchziehen, nur um unseren Marken zu schaden. Du kennst ja die Franzosen und die Italiener. Wir sind doch die einzigen, die in dem Bereich SUV und höherwertig noch Gewinne machen. Wenn wir uns jetzt dem Diktat aus Brüssel beugen müssen, ist unsere ganze Palette in Frage gestellt. Das wird natürlich jede Menge Arbeitsplätze kosten und das nicht nur in unserem Werk.“  “ . . . . . . . . . . . . . . . . . . “  „Mach ich mir aber. Wenn die das in Brüssel durchziehen, werden unsere Arbeiter denen aber auf die Pelle rücken. Die Gewerkschaft haben wir auch hinter uns.“  “ . . . . . . . . . . . . . . “  „Hat sich denn der Schmidt vom ADAC schon bei Dir gemeldet?“  “ . . . . . . . . . . . . . . . “  „Sag mal, Du hast vorhin gesagt, Matze sei auch schon da. Meinst Du etwa den Wissmann? Der plappert doch nur nach, was wir ihm vorsetzen.“ “ . . . . . . . . . . . “  „Der hat doch eigentlich nie etwas zustande gebracht, hast Du vielleicht schon mal gehört, dass der mit eigenen Themen in der Presse war?“  “ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  . . . . . “  „Der Wissmann?? Diese Flitzpiepe!“   “ . . . . . . . . . . . . . . . . “  „? ? ?“ “ . . . . . . . . . . “  „Ich hab doch garnichts gesagt.“  “ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . “  „In der Vergangenheit haben wir doch schon öfter Fachleute aus unserer Firma abgeordnet, die bei euch an Gesetzestexten mitgearbeitet haben. Das wäre doch auch jetzt wieder möglich, Du müsstest sie nur in Brüssel in die Gremien einschleusen und schon können wir alles in unserem Sinne richten. Den finanziellen Aufwand übernehmen wir natürlich wieder.“  “ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . “  „Das könnte natürlich auch erst einmal reichen. Dann vergeht Zeit, die wir sicher sinnvoll nutzen.“  “ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . “  „Danke Angie!“

* Hätte auch Stuttgart, München oder Ingolstein sein können. (MS)

Siehe „Letzte Woche im Kanzleramt“