Eine sehr gute Nachricht*

In der estnischen Hauptstadt Tallinn können die Einwohner seit Anfang des Jahres Busse und Straßenbahnen unentgeltlich nutzen. Das Lösen von Fahrkarten entfällt. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist der innerstädtische Verkehr dadurch jetzt schon um 15 Prozent zurückgegangen, was sich selbstverständlich positiv auf die Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr auswirkt. Auch Familien mit geringem Einkommen profitieren von dieser Maßnahme: Ihre Mobilität wird gesteigert, außerdem kann sich die ganze Familie am Zielort auch einmal ein Eis leisten, ohne dass ihr Budget durch Hin- und Rückfahrt zusätzlich belastet wird.

Bürgermeister Savisaar sieht Tallinn jetzt schon als Flaggschiff der grünen Bewegung in Europa. Städte wie Riga, Vilnius und Helsinki erwägen ein ähnliches Programm.**

Natürlich und wie überall, gibt es auch in Tallinn Bedenkenträger, die mangelnde Einnahmen befürchten. Dass dies nicht so kommt, meint Savisaar, wird durch den Zuzug neuer Einwohner erfolgen, da die Stadt durch diese Maßnahme ihre Attraktivität erheblich gesteigert hat. (MS)

* Quelle: Weser Kurier, 07.04.13

**mistkaeferterror meint: Das wäre doch was für Bremen, Hamburg, Hannover, Oldenburg, … , … , …

 

Eine Initiative im Landkreis verteilte folgendes Flugblatt:

Durch das Elbe-Weser-Dreieck soll eine neue Autobahn A22 von Drochtersen nach Westerstede gebaut werden.

Ziel ist, eine Transitstrecke für den Verkehr von Westeuropa nach Skandinavien  und Osteuropa zu schaffen.

 

Eine Gruppe von Interessenten (z.B. Speditionsfirmen, LKW-Produzenten, Baufirmen) haben sich unter dem Vorzeichen „PRO A22“ mit Einsatz von finanziellen Mitteln zusammengetan, um das Projekt zu unterstützen.               Warum wohl?

Sie versprechen uns Bewohnern im Elbe-Weser-Dreieck:

–         den Urlaubsorten mehr Touristen

–         den Anliegern der Bundes- und Landesstraßen weniger Verkehr

–         den Orten in Autobahnnähe Arbeit und Wohlstand

–         der Stadt Bremervörde eine Entlastung vom Durchgangsverkehr

 

Tatsache ist:

      Die Autobahn zerschneidet wertvolle Erholungsgebiete,

      sie beschert uns eine Verkehrsbelastung von bis zu 15000 LKW/Tag und

      damit eine weitere CO2- und Lärmbelastung ungeahnten Ausmaßes

      und durch ihre jetzt bekannte Trassenführung keine Entlastung für

      Bremervörde, sondern eine zusätzliche Belastung.

 

Wir fordern:

      Güter auf die Bahn zu verlagern,

      vorhandene überregionale Bahntrassen auszubauen und

      die Trasse der Bahnstrecke Bremerhaven – Hamburg für die Aufnahme

      zusätzlicher Güterverkehre auszustatten.

Massengüter gehören auf die Bahn, umweltfreundlich, energiesparend und wirtschaftlich!!

 

Alle reden vom Klimawandel durch CO2, aber trotzdem soll noch eine die Umwelt zerstörende und das Klima verändernde Autobahn gebaut werden.

Es werden durch die A22 über 5.000.000 qm Boden versiegelt und täglich 800 bis 1000 Tonnen CO2 produziert. (Ohne Berücksichtigung des PKW-Verkehrs)

Dagegen wären für die Bahn kaum weitere Flächen erforderlich und der CO2-Ausstoß würde bei gleicher Transportmenge höchstens bei 80 – 100 Tonnen liegen.

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V.i.S.d.P.:  A. Ries, Initiative „Eisenbahn statt Autobahn“

Elbfähre Cuxhaven – Brunsbüttel

Zu dem Thema ein Kommentar aus dem Weser Kurier vom 8. April 2013, der uns freundlicherweise vom Verfasser zur Verfügung gestellt wurde. Er erscheint in voller Länge:    „Michael Lambek über das Projekt Elbfähre Elbfähre.                                                                                                                                                                                                                            Die Neuauflage der Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel würde mit Sicherheit auf Anhieb eine Menge Freunde finden – nicht nur wegen des unbestreitbaren Ausflugs- und Unterhaltungswerts, den eine solche Überfahrt im Elbmündungsgebiet hat. Eine zusätzliche elbquerende Verbindung zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein würde auch wirtschaftlich Sinn machen. Experten sind sich schon längst darüber einig, dass die Vernetzung der regionalen Wirtschaftsräume von Cuxhaven und Brunsbüttel nicht nur wünschenswert ist, sondern eine wirkliche Notwendigkeit darstellt. Nutznießer dieser Fähre, die für kurze Wege sorgen würde, wären allemal regionaler Handel, Handwerk und verbrauchernahe Versorger. Die Tatsache, dass sowohl Stadt und Landkreis Cuxhaven auf der einen als auch Brunsbüttel und der Landkreis Dithmarschen auf der anderen Seite bei diesen Planungen mit im Boot sitzen, zeigt, dass hier konkrete regionalwirtschaftliche Vorteile erwartet werden. Der Kapitalaufwand von rund 50 Millionen Euro für zwei Fährschiffe ist übersichtlich – gemessen am erwarteten Nutzen und allemal im Vergleich zum Planungsaufwand für eine elbunterführende A20. Von der weiß ja tatsächlich niemand, ob sie in 15 oder 20 Jahren da sein wird – oder ob sie vielleicht auch garnicht kommt. Die Eignungsabschätzung des Tunnels, die vom Bundesverkehrsministerium erst in Auftrag gegeben und dann lange unter Verschluss gehalten wurde, hat jedenfalls eher den Charakter eines Abgesangs als den eines Startschusses.

Die Fährenplaner tun Recht daran, sich von den wechselnden und teils widersprüchlichen Wasserstandsmeldungen zur A20 nicht beirren zu lassen. Sie gehen davon aus, dass ein künftiger Elbtunnel ihren Schiffen keine Konkurrenz machen kann, und damit liegen sie sicher richtig. Der Elbtunnel verbindet die Teile einer Transitstrecke zwischen Belgien und Polen. Für die regionale Wirtschaft bedeutet er nichts. Das wird bei der angestrebten Fährverbindung völlig anders sein.“

mistkaeferterror sagt Danke und ergänzt: Die A20 zieht Wirtschaftskraft aus der Region in die Oberzentren, sie schadet den umweltfreundlichen Transporten auf Schiene und Wasserweg, sie stärkt die ARA – Häfen durch die zusätzliche Straßenanbindung und schadet damit den deutschen Seehäfen, sie   . . . . . . (der Platz reicht nicht, um alle Argumente gegen dieses überflüssige Projekt aufzuzählen; siehe auch „Die Kostenlüge“).

Schon gewusst, . . .

. . . dass sich Mistkäfer auf dem Weg vom Kothaufen zu ihrem Gängesystem unter der Erde nach der Milchstraße richten?

Eine Forschergruppe um Marie Dacke von der Lund Universität in Schweden hat herausgefunden, dass die Käfer ihre Dungkugeln nahezu geradlinig vom Kothaufen zu ihrem Gängesystem rollen. Die Forschungen haben eindeutig ergeben, dass die Käfer sich an der Milchstraße orientieren. (Quelle: Weser Kurier, 25.01.13)

mistkaeferterror meint dazu: Das konnten die Käfer schon vor tausenden Jahren; da sind wir Menschen noch als wilde Horde mit „Uga Uga“ durch die Savanne getobt.

. . . ätsch . . . dafür können wir heute etwas, was kein Tier kann: Unsere Lebensgrundlagen zerstören!

m-käfer ac

BIO – BIO – BIO – BIO – BIO – BIO

Es sind schlimme Bilder und Meldungen, die uns derzeit aus China erreichen: Kinder mit Atemschutzmasken bis unter die Augen, der Hintergrund kaum wahrnehmbar. Dazu die Bildunterschrift: „China erstickt im Smog – China leidet unter den giftigen Abgasen aus Kraftwerken und Fabriken, das Land versinkt im Dreck der Industrieproduktion. Mit den Abfällen ihrer boomenden Wirtschaft vergiften die Chinesen sich selbst und den Rest der Welt.“ (Der Spiegel, 04.03.13)

Tausende tote Schweine im Fluss: „Die Zahl der toten Schweine, die aus einem durch Shanghai fließenden Fluss gefischt wurde, ist auf über 13000 gestiegen.“ (Weser Kurier, 19.03.13)

Wenige Jahre zuvor: Melamin* in der Säuglingsnahrung. (Schon vergessen?)

Dabei gilt China als einer der größten Produzenten von BIO-Lebensmitteln weltweit.

Was ist eigentlich BIO? BIO Europa – BIO China: Ist BIO China auch BIO Europa? Der Dreck der Industrieproduktion landet durch Niederschläge auf der Erde, wird durch die Pflanzen aufgenommen: Ist das dann noch BIO Europa? Wer kontrolliert eigentlich, ob das europäische Zertifikat für BIO in China eingehalten wird?

„Der Schweizer Bächi von der Kontrollstelle IMO (IMO Institut für Marktökologie, Konstanz) beispielsweise kontrolliert seit 10 Jahren Biogetreide, -soja, -gemüse und -meeresfrüchte in China. Das schwierigste dort? ‚Dass nach unserem Realitätsverständnis nichts stimmt‘,sagt Bächi. ‚Die Chinesen unterschreiben ihnen alles. Das Problem ist, herauszufinden, was wirklich ist.‘ “ (Der Spiegel, 03.09.07)

In den Lebensmittelmärkten werden wir überschwemmt von BIO-Ware. Oft ist die Herkunft nicht genau deklariert: So werden z.B. bei EDEKA aus dem Sortiment „Edeka Bio Wertkost“ ‚Sonnenblumenkerne – geschält – aus kontrolliert ökologischer Landwirtschaft (250g)‘ Sonnenblumenkerne angeboten. Auf der Packung das grüne Blattemblem als EU-Öko-Label und der Herkunftshinweis: Nicht-EU-Landwirtschaft. Auf Nachfrage nach der genauen Herkunft der Ware, erhält man ein freundliches „Weiß ich nicht.“ als Antwort. Es wird jedoch angeboten, dass man sich bei der Zentrale erkundigen wolle. Die Antwort dann: „Die Ware kommt aus China.“  Bode Naturkost, angeboten auch bei EDEKA, ist bei den Bio-Sonnenblumenkernen etwas offener: Herkunft China steht auf der 500g-Packung, und dass sie geröstet sehr lecker schmecken.

mistkaeferterror wird der Frage nachgehen, inwieweit durch EDEKA die Einhaltung der europäischen Richtlinien für BIO-Ware aus China vor Ort kontrolliert wird. Nachzulesen dann hier.(MD)     * Melamin = technisch vielfach verwertbares Kunstharz