Der dicke Umfaller

sigmar-gabriel der dicke Umfaller24. Juni 2015

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (von der Arbeiterpartei SPD) hat die Abgabe für alte Kohlekraftwerke aufgegeben. CO2-Reduzierung ade. Stattdessen sollen mehrere Kohlekraftwerke mit einer Leistungsstärke von rund 2,7 Gigawatt in eine Kapazitätsreserve überführt werden.

Dafür sollen dann die betroffenen Betreiber finanziell entschädigt werden.

Das massive Protestkonzert von Gewerkschaften, Industrie und vor allem den „kohleschwarzen“ Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Brandenburg hat seine Wirkung nicht verfehlt.

Höchste Alarmbereitschaft

23. Juni 2015

Grundwasser in Gefahr

Nach einer bislang unveröffentlichten Studie des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist das Grundwasser in weiten Teilen Niedersachsens mit Rückständen von Pestiziden belastet. Diese wurden bei 45 Prozent der Grundwassermessstellen nachgewiesen. An zehn Messstellen wurden sogar die Grenzwerte überschritten.

Eigentlich ein Unding, dass es dafür überhaupt „Grenzwerte“ gibt: Pestizide haben im Grundwasser nichts zu suchen. Null müsste demnach der Grenzwert sein.

Nach einer Meldung* des NDR tauchte bei den Proben besonders häufig der Wirkstoff Bentazon auf, der in Unkrautvernichtungsmitteln vorkommt. „Es ist ein Grund zur Besorgnis, dass diese Substanzen in so hohem Maße gefunden werden“, so Joseph Hölscher vom NLWKN.

Auch die Trinkwasserversorger schlagen Alarm wegen der Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser. „Unsere Sorge ist, dass die heutige Qualität des Grundwassers in Zukunft nicht mehr sicherzustellen sein wird“, sagt Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbands Peine.

Er kritisiert die aktuelle Zulassungspraxis für Pflanzenschutzmittel, nach der Rückstände von 0,1 Mikrogramm pro Liter Wasser zulässig sind.

„Es muss eine Null im Grundwasser erreichbar sein und so müssen Zulassungen auch aufgestellt werden.“

Dass diese Forderung niemals erreichbar sein wird, müsste Olaf Schröder eigentlich wissen: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist von 28.930 Tonnen im Jahr 1993 auf 43.765 Tonnen im Jahr 2013 angestiegen.

Was heute im Grundwasser gemessen wird, geht auf die Jahre 1993ff zurück. Da lässt sich leicht ausrechnen, was in der Zukunft auf uns zukommt.

100_0888Von der Aussaat bis zur Ernte: Nicht einmal und auch nicht zweimal. Dreimal wird gespritzt.

*NDR, Radio Niedersachsen, 06.00 Uhr

 

Todesurteil

21. Juni 2015

Was müsste bei einem Menschen abgeschnitten werden, um ihn wie diese Eiche sterben zu lassen?

Die Haare?  –  Das kann er/sie locker verkraften.

Ohren, Nase?  –  Da bekommt sie/er schon eher Probleme.

Unterarme?  –  Das bereitet ihm/ihr die meisten Schwierigkeiten.

Also: Haare, Ohren, Nase, Unterarme und bei Männern noch das Gemächt.

100_1468Gesehen am 20. Juni an der K 104, Ortsdurchfahrt Brillit, Niedersachsen/Landkreis Rotenburg/Wümme.

 

 

Weiße Flotte mit Grauschleier

17. Juni 2015

Es ist der Stolz eines jeden Hafens, wenn ein Schiff der `Weißen Flotte´festmacht und oft tausende Kreuzfahrerinnen und Kreuzfahrer in den Hafen und damit in die jeweilige Stadt spült. Auch die Containerriesen sind immer willkommen, zeugen sie doch von einer pulsierenden Wirtschaft.

Die Kehrseite ist dann weniger schön und auch extrem gesundheitsschädlich. Dann nämlich, wenn die Schiffsmotoren schwarze Wolken in die Luft pusten und Dieselruß auf die Kais rieselt.

Eine Studie der Universität Rostock und des Helmholtz-Zentrums München zeigt, dass die Abgase der Schiffe Lungenzellen schädigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält den Dieselruß für genauso gefährlich wie Asbest.

Obwohl dies schon lange bekannt ist, wird immer noch das dreckige Schweröl zum Antrieb der gesamten Schiffsflotten verwendet. Handelsschiffe, Fährschiffe und auch die Schiffe der `Weißen Flotte´fallen darunter.

Bislang sind es nur wenige Ausnahmen, wenn einzelne Schiffe auf Schiffsdiesel oder Flüssiggas umgerüstet sind. Einzig ein weltweites Verbot der Verbrennung von Schweröl könnte helfen. Das ist jedoch noch lange nicht in Sicht.

Der „Leuchtturm“ des Tages

Wie der NDR meldet, nimmt heute die Reederei AG Ems offiziell die umgebaute Flüssigerdgas-Fähre Ostfriesland in Betrieb. Sie wird zu ihrer Jungfernfahrt ohne Dieselgestank die Passagiere von Emden aus auf die größte ostfriesische Insel Borkum hin- und wieder zurückbringen.

 

 

Fähre Oststfriesland-nach Umbau

 

Wie schmeckt Tapete ohne Kleister ?

13. Juni 2015

Wie Mozzarella ohne Basilikum!

Wenn die „Gourmets“ mit mahlendem spitzen Mund bei geschlossenen oder himmelwärts gerichteten Augen etwas verzehren, das auf dem Teller die Farben der italienischen Flagge abbildet, kann es sich nur um Mozzarella an Tomaten an Basilikum handeln. Dabei entbehrt dieser Käse jegliches Aroma und nur das Basilikum vermag die Geschmacksknospen zu beruhigen und damit zu verhindern, dass dieses schwabbelige Etwas nicht diskret aus dem Mund geholt und unter die Serviette geschoben wird.

Nun ja, jeder wie er schmeckt.

Wer um die Bedingungen zur Herstellung dieser Käse weiß, lässt sowieso die Finger davon.

Der echte Mozzarella wird aus Büffelmilch gewonnen. Der Name des Käses ist abgeleitet von dem italienischen Wort mozza=Frischkäse. Mozzarella ist die Verkleinerungsform. Die EU hat dem Mozzarella di bufola aus Campanien das Prädikat „geschützte Ursprungsbezeichnung“ verliehen.

Zur Herstellung dieses Produkts taugen nur die weiblichen Tiere, denn diese geben die notwendige Milch. Und um Milch zu geben, müssen die Tiere jährlich kalben. Die männlichen Büffelkälber sind aus unternehmerischer Sicht nutzlos für die Produktion des exklusiven Mozzarella di bufola und werden deshalb teilweise auf brutale Art beseitigt. Da auch ihr Fleisch als minderwertig gilt und höchstens als Hunde- oder Katzenfutter taugt, müssen diese Tiere sterben, um nicht allein ein Kostenfaktor für die Züchter zu sein.

 

Büffelhaltung in Italien für die herstellung von mozzarella 2                                       Keine optimale Haltungsform.

Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat schon vor einiger Zeit auf die Missstände bei der Büffelhaltung in Italien aufmerksam gemacht. Videoaufnahmen zeigen Haltungsbedingungen und Tötungen von Kälbern.

„Der letzte bekannt gewordene Fall stammt aus der Gegend um Paestum etwa 100 Kilometer südlich von Neapel. Im März wurden dort zwölf an einen Baum gebundene Büffelkälber aufgefunden, die verdurstet und verhungert waren. Immer wieder werden vor allem in Kampanien sogenannte Büffelfriedhöfe mit verendeten Kälbern entdeckt. Die Tötungsmethoden sind vielfältig: Manche Tiere werden mit zusammengebundenen Hufen ertränkt oder gleich nach der Geburt mit Stroh erstickt.“*

Büffelhaltung in Italien für die Herstellung von Mozzarella

Die Ergebnisse einer über Monate durchgeführten Recherche sind im Internet veröffentlicht.

mistkaeferterror wünscht `Guten Appetit´.

*Weser Kurier, 11.6.2015

Was passiert eigentlich mit den männlichen Kälbern der Milchvieh-Betriebe in Deutschland? Demnächst bei mistkaeferterror.

Elmau: Bald nur noch G 6 ?

8. Juni 2015

Es steht zu befürchten, dass in den kommenden Jahren nur noch 6 Staaten an den regelmäßigen Treffen der wichtigen Industrienationen teilnehmen werden. Dies ist zwingend die Folge der vor der Zusammenkunft in Elmau gemachten Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Kanzlerin: „Die G 7 sind eine Gruppe von Staaten, die Werte wie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit teilen. Zu den Prinzipien der Gruppe gehört die Verteidigung des Völkerrechts und der Unverletzlichkeit der Landesgrenzen. Russlands Annexion der Krim war dagegen eine Verletzung des Völkerrechts.“ Und Merkel weiter: „Eine Teilnahme Russlands ist derzeit nicht vorstellbar.“

Dazu die Meldung vom 7. Juni 2015:

„Afghanistan

Rakete tötet 34 Trauergäste

Kabul. Im Osten Afghanistans sind 34 Gäste einer Trauerfeier getötet worden. Laut Vize-Gouverneur der Provinz Khost, Abdul Wahed Pathan, sei eine Rakete, die von einer US-Drohne abgeschossen worden sei, in eine Trauergemeinde bei der Beerdigung eines Taliban-Kommandeurs eingeschlagen. `Dutzende Rebellen nahmen an der Beisetzung teil´, sagte Pathan. Unter den Opfern des Angriffs in dem Ort Bati Thanai seien aber auch Zivilisten, betonte der Sprecher des Gouverneurs, Mobariz Zadran.„*

Wenn es um die Werte der westlichen Welt geht, tauchen immer wieder etliche Fragen auf. Nur zwei davon: Hatte eigentlich George Walker Bush (Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 2001 – 2009) damals dem Irak den Krieg erklärt? Und: Was ist eigentlich mit Guantanamo?

* Weser Kurier, 7. Juni 2015

Siehe auch: 20. Mai 2015  –  Zwei Tage Arrest  –  ohne Bewährung

A 20 – Auf dem Prüfstand

2. Juni 2015

Seit mehr als 10 Jahren zieht eine Karawane aus Politikern und ihren Lobbyisten aus der Wirtschaft durch Niedersachsen. Ihr Postulat ist die sogenannte Küstenautobahn (ehemals A 22, jetzt A 20) als Verlängerung der aus Schleswig-Holstein kommenden A 20: Nach der Elbquerung bei Drochtersen soll sie, Nordniedersachsen durchschneidend, bis nach Westerstede im Ammerland führen.

Ohne diese Autobahn, so die Befürworter gebetsmühlenartig, gibt es in diesem Teil Niedersachsens keinen Fortschritt. Die Wirtschaft wird weiter darniederliegen, blühende Landschaften werden ausbleiben und die Bevölkerung wird mangels Arbeitsplätzen in die umliegenden Großzentren Hamburg, Bremen, Oldenburg abwandern. Zurück bleiben Ödnis und Tristesse.

Um ihre Forderungen zu untermalen bemühen sie das Gespenst des Arbeitsplatzverlusts gepaart mit einem Verkehrskollaps bei der Hinterlandanbindung der Seehäfen Hamburg, Bremen/Bremerhaven und Wilhelmshaven.

Gegen diese Autobahn hat sich zeitgleich der Widerstand formiert. Mit viel Sachverstand und etlichen fantasievollen Aktionen und Veranstaltungen wurde und wird gegen das Projekt mobil gemacht. Das ist nicht immer leicht, denn die Gegenseite verfügt über Macht und viel Geld. Außerdem kann sie auf die Presse zählen, die mehr als weniger zu einem Organ der Befürworter mutiert ist.

Zuletzt hat der Koordinationskreis der Initiativen und Verbände gegen die A 20 ein Informationsblatt herausgegeben, das die Behauptungen der Befürworter auf den Prüfstand stellt. Es ist ein Fakten-Check zur A 20-Propaganda von Lobbyisten und ihren Politikern.*

Mittlerweile können ganze Kladden mit den Argumenten gegen dieses Autobahn-Monstrum gefüllt werden; trotzdem haben sich die Autoren auf eine DIN-A-5 Doppelseite beschränkt, wohl wissend, dass viel Text eher dazu führt weniger zu lesen.

Im Rahmen des Blogs kann das umgangen werden, da ja immer die Möglichkeit des Wegklickens gegeben ist, um zu anderer Zeit diesen wieder aufzurufen.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Fortschreibung des Textes. Die Behauptungen der Befürworter sind statisch, das heißt, da kommt nicht mehr viel Neues. Die Zeit nach deren ersten Auftritten hat das gezeigt. Neue Argumente haben die nicht. Es ist ihnen lediglich gelungen, die ständig wiederholten Platitüden in die Köpfe der Bevölkerung einzupflanzen. Dank der Presse. Recherche? Was ist das?

Behauptungen und Fakten

Behauptung: Die A 20 sei aus verkehrstechnischer Sicht notwendig.

Fakten:                                                                                                                                                                                                                                                 

Der Nutzen der A 20 wird überschätzt. Es gibt keine Engpässe. Nordniedersachsen ist verkehrstechnisch optimal erschlossen. Die bestehenden Straßen, Eisenbahn- und Wasserwege sind Alternativen, die bei Bedarf umweltfreundlich und kostengünstig ausgebaut werden können. An vielen Stellen sind ein dreispuriger Ausbau und Ortsumgehungen möglich.

Behauptung: Die A 20 würde für die Anbindung der Seehäfen an das Hinterland benötigt.

Fakten:                                                                                                                                                                                                                                              

Das Hinterland der Nordseehäfen liegt im Süden und im Süd-Osten. Die Ost-West-Trasse der A 20 verläuft für diesen Zweck in falscher Richtung. Das Institut für Seeverkehr und Logistik (ISL) in Bremen hat bestätigt, dass mehr als 70 Prozent der Güter aus den Seehäfen in Nord-Süd-Richtung und umgekehrt transportiert werden müssen. Nur ein geringer Teil geht in die Ost-West-Richtung. In die osteuropäischen Länder und nach Skandinavien besteht über den Seeweg die beste Verbindung. Zwischen den Häfen Hamburg und Bremerhaven verkehrt eine für den Güterverkehr ausgebaute Eisenbahnstrecke. 

Behauptung: Die A 20 sei wichtig für Europa.

Fakten:                                                                                                                                                                                                                                                      

Für die Transitströme in West-Ost-Richtung gibt es mit den Autobahnen 1 und 2 ausreichend Straßenverbindungen. Deshalb ist die A 20 nicht Bestandteil des Europäischen Netzes. Lediglich die ARA-Häfen (Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen) würden von der A 20 profitieren. Das wiederum würde Arbeitsplätze in den norddeutschen Seehäfen gefährden.

Behauptung: Die regionale Wirtschaft würde von dem geplanten Autobahnbau profitieren und neue Arbeitsplätze schaffen.

Fakten:                                                                                                                                                                                                                                                

Seit 30 Jahren zeigen Erfahrungen an anderen Autobahnen (z.B. A 20 in Mecklenburg-Vorpommern) sowie wissenschaftliche Studien, dass diese Effekte zumeist ausgeblieben sind. Firmen, die sich neu an einer Autobahn ansiedeln, gehen woanders weg. Verbunden mit neuer Technisierung werden eher bestehende Arbeitsplätze abgebaut. Die Arbeitslosenstatistik für Nordniedersachsen zeigt, dass bis auf den Bezirk Wesermarsch alle Arbeitslosenzahlen UNTER dem Landesdurchschnitt und sogar UNTER dem Bundesdurchschnitt liegen. Das entlarvt die Schwarzmalerei der Befürworter dieser Autobahn.

Behauptung: Der Tourismus bräuchte die A 20.

Fakten:

Die Urlauber in unserer Region suchen Ruhe und Erholung in der Natur. Der Erhalt von Umwelt, Natur und Kultur liegt im existentiellen Interesse des Tourismus. Der ländliche Raum zwischen Ems und Elbe mit seiner kleinstrukturierten Landwirtschaft und zusammenhängenden unzerschnittenen Landschaftsräumen ist prädestiniert für den sich stetig aufwärts entwickelnden nachhaltigen Tourismus. Die A 20 würde die Landschaft als unüberwindbare Mauer zerschneiden. Ein mehrere Kilometer breiter Abgas- und Lärmkorridor würde diese Entwicklung des „sanften Tourismus“ zunichte machen.  Die A 20 würde die Touristenströme aus der Region umlenken. Statt an die Nordsee werden die Gäste dann weiterfahren nach Schleswig-Holstein, nach Dänemark, nach Mecklenburg-Vorpommern oder in die unberührten Landschaften Polens.

Behauptung: Die A 20 in Niedersachsen würde „nur“ 1,35 Milliarden Euro kosten.

Fakten:

Die A 20 in Niedersachsen wird mehr als 4 Milliarden Euro kosten – laut Berechnungsgrundlage des CDU-Wirtschaftsrates.     

Als die A 22 von Drochtersen/Elbe bis Westerstede im Ammerland erstmalig einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wurde, sollte sie 880 Millionen Euro kosten. Kurze Zeit später wurden schon 1,1 Milliarden an Kosten genannt und heute (2015) werden die Kosten mit 1,35 Milliarden Euro beziffert.                                                                                                                                                                        

Auch diese letztgenannte Zahl ist falsch.                                                                                                                                                                                

Die lautesten Protagonisten unter den Befürwortern, Enak Ferlemann und Astrid Vockert, beide in der CDU, kennen die tatsächlichen Kosten. Sie nennen diese jedoch nicht, da sonst das von 2003 (NKV = 1,9**) bis 2010 (NKV = 4.5**) hochgejubelte Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) wie ein Kartenhaus zusammenbrechen würde.                                                                                           

Der Wirtschaftsrat der CDU hatte die Schmid Traffic Service GmbH beauftragt, die tatsächlichen Kosten eines Kilometers Autobahn zu ermitteln. Die im Jahr 2007 vorgelegte und vom Wirtschaftsrat veröffentlichte Studie des Gutachterbüros kommt auf einen Betrag von 26,8 Millionen Euro pro Kilometer Autobahn. Der Wert bezieht sich auf Kosten, die durch eine Erhebung aus vierzehn Neubauprojekten im Zeitraum zwischen 1975 und 1995 ermittelt wurden. Umgerechnet auf 120 Kilometer von Drochtersen bis Westerstede sind das 3,216 Milliarden Euro. In diesen Betrag sind die Preiserhöhungen in den Jahren von 1995 bis 2015 nicht enthalten. Diese eingerechnet ergibt einen Betrag über 4 Milliarden Euro.

Behauptung: Die Verwirklichung der A 20 sei jetzt in greifbare Nähe gerückt.

Fakten:

Für die meisten der in sieben Abschnitte eingeteilten Baumaßnahmen müssen erst die notwendigen und langjährigen Genehmigungsverfahren eingereicht werden. Einwendungen der Bürger und Institutionen müssen abgearbeitet werden. Nach den jeweiligen Planfeststellungsverfahren werden mögliche Klagen von Verbänden und Betroffenenen einen weiteren Aufschub erzwingen.

Bislang steht die A 20 erst im „weiteren Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans. Solide Finanzierungsmöglichkeiten sind nicht gegeben.

Behauptung: Naturzerstörungen durch den Autobahnbau würden durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert.

Fakten:

Einmal zerstörte Natur- und Landschaftsflächen sind unwiederbringlich verloren und können nicht ersetzt werden.

Im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung wurde für die damalige A 22  (jetzt A 20) ein sehr hohes Umweltrisiko festgestellt. Das war nicht ohne Grund, denn der Bau dieser Autobahn wird zu einem fortschreitenden Flächenverbrauch von Natur und Landschaft führen. Er steht damit im Widerspruch zu den zentralen Zielen eines nachhaltigen Natur-, Klima-, Arten-, Gewässer- und Bodenschutzes. Alle Bundesregierungen haben diese Ziele auf ihre Fahnen geschrieben.

Im gesamten Raum drohen wertvolle Flora und Fauna für immer verloren zu gehen. Ein großer Teil dieser Gebiete ist nach der EU-Richtlinie Flora-Fauna-Habitat geschützt oder es sind EU-Vogelschutzgebiete, die in Mitleidenschaft gezogen werden.

*Der Text des Informationsblattes wurde redaktionell aufbereitet und ergänzt

** NKV 1,9 bedeutet, dass die Investition von 1 Euro einen Ertrag von 1,9 Euro bringt. Dieser Wert ist als Begründung für den Bau einer Autobahn zu niedrig. Ein NKV von 4,5 sieht da schon besser aus. Eine Begründung für diese Steigerung wurde nie gegeben!