Schutzlos ausgeliefert

30. September 2014

Es kann einem angst und bange werden. Der Feind steht im Osten. Wann holt sich Putin die DDR zurück. Er kennt sich ja dort bestens aus – vielleicht hat er noch immer eine Datsche am Müggelsee.

Nach Pressemeldungen sind bei der Bundeswehr große Teile des Materials nur noch Schrott. Von 190 Hubschraubern sind lediglich 41 einsatzfähig und von den 198 Kampfjets kommen derzeit nur 80 vom Boden hoch. Panzer und Schiffe bieten ein ähnliches Bild. Das Personal ist im Erziehungsurlaub.

Wehrkraftzersetzung betreiben die Medien, wenn sie darüber berichten. Der Feind hört (liest) mit! Die Russen sind doch die ersten, die diese Veröffentlichungen verinnerlichen. Man kann nur hoffen, dass es bei ihnen genauso aussieht (bis auf den Erziehungsurlaub).

Einen Schutz haben wir noch. Zur Verteidigung Deutschlands können wir uns Waffen von der französischen Armee Leyen.

Oder wir folgen dem Bundesagrarminister Christian Schmidt.

„One apple a day keeps Putin away.“ (manfrech)

mistkaeferterror meint: Vielleicht hilft eine Rochade bei den beiden Ministerien.

Marktmacht

29. September 2014

Mit Besorgnis sieht das Bundeskartellamt die Marktmacht der vier großen Lebensmittelhändler: Aldi, Lidl, Edeka und Rewe. 85 Prozent des Lebensmittelmarktes werden von ihnen beherrscht und noch ist kein Ende in Sicht.

„Der Lebensmittelmarkt ist hoch konzentriert. Die Marktstruktur droht sich noch weiter zu verschlechtern“, so der Leiter des Bundeskartellamts, Andreas Mundt.

Vordergründig wirkt sich das zum Vorteil für die Kunden aus. Wenn einer der Marktführer den Preis für eine Ware nach unten setzt, folgen die anderen in den meisten Fällen kurzfristig diesem Beispiel.

Was den Kunden bei der Preisentwicklung zu Gute kommt, wirkt sich negativ auf die Qualität der Lebensmittel aus.

Die Preissenkung im Laden wird stufenweise über den/die Verarbeitungsbetrieb/e nach unten weitergegeben und landet schließlich beim Erzeuger. Dieser hat keine andere Wahl, als sich dem Preisdiktat von oben zu fügen. Außerhalb von 85 Prozent Marktmacht wird er keinen Händler finden, der seine Mengen übernimmt. Entweder hat der Erzeuger dann noch genügend Spielraum, um diese Entwicklung abzufedern oder er muss Liefermengen erhöhen, um darüber zu einem Ausgleich zu kommen. Die Folgen sind dann Massenproduktionen. Damit einher geht auch das Höfe-Sterben (Wachsen oder weichen). Auf der Strecke bleibt die Qualität.*

Vollmundig wird immer wieder in Kommentaren festgestellt, dass die Verbraucher es sind, die dieses System durch ihr Kaufverhalten aufbrechen könnten: „Ändern können am Ende nur die Verbraucher etwas, indem sie das Fleisch aus der industriellen Massenproduktion in den Kühlregalen der Supermärkte liegen lassen. Wo keine Nachfrage, da kein Absatz.“**

Für die meisten Verbraucher ist dies jedoch nicht möglich, es sei denn jeder Tag wird ein Veggie-Day. In den Supermärkten gibt es an den Fleischtheken wenig Alternativen. Wenn doch, erfährt der nachfragende Kunde, dass die Ware zwar anders deklariert ist, jedoch auch von dem Schlachthof kommt, der die Billigware liefert. MKS

*Weitere Informationen über Fleischproduktion in Massentierställen: http://albert-schweizer-stiftung.de/massentierhaltung/schweine

**Weser Kurier, 29.09.14

Dass es bei der Fleischproduktion auch Lichtblicke gibt, finden Sie unter http://www.hof-icken.de/index.php?id=60

Krieg und Frieden

24. September 2014

Ein Lehrstück in Sachen Krieg, Frieden und ISIS lieferte am gestrigen Dienstag das ZDF mit der Sendung Die Anstalt. Wir meinen, unbedingt sehens- und hörenswert:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2241768/Die-Anstalt-vom-23.-September-2014#/beitrag/video/2241768/Die-Anstalt-vom-23.-September-2014

Wir hoffen, dass unsere Leserinnen und Leser in den USA auch einen Zugang finden. Die NSA hat ihn sicher schon.

 

A Hund isser scho . . . . *

. . . . der Dobrindt, Alexander, jedenfalls wenn es darum geht, seine Klientel mit Vorteilen zu bedienen.

Und seine Klientel sitzt in München, in Ingolstadt, in Stuttgart und auch in Wolfsburg.

Elektromobilität ist das Stichwort. Bis 2020 sollen auf deutschen Straßen 1 Million Elektro-Autos unterwegs sein. Damit soll der CO2-Ausstoß im Straßenverkehr reduziert werden.

Die Entwicklung von Elektro-Autos wurde in Deutschland verschlafen, Hersteller aus anderen Ländern (China und Japan) sind bislang führend.

Elektro-Autos werden bei der deutschen Kundschaft nicht als vollwertige Karossen angesehen. Opa mit Hut und 40kmh auf dem Heck ist die gängige Vorstellung.

Dem versucht der Bundesverkehrsminister mit dem Elektromobilitätsgesetz gegenzusteuern. Um einen Anreiz zu schaffen, sollen Elektromobilisten neben Steuervorteilen auch andere Annehmlichkeiten erhalten, die den Stinkern verwehrt bleiben: Sie dürfen in Städten die Busspuren benutzen und damit schneller über die Ampelkreuzungen kommen, bislang lediglich für Anwohner oder Lieferfahrzeuge zugelassene Parkplätze dürfen genutzt werden und auch eine Ermäßigung oder sogar Befreiung von Parkgebühren sind möglich.

Bis Ende September will die Regierung das Elektromobilitätsgesetz durchwinken. Elektro-Autos bekommen dann ein E  am Ende des Nummernschilds.

Nun könnte es dann aber sein, dass Sie liebe Leserinnen und Leser sich wundern, wenn in der Stadt plötzlich ein „dickes Schiff“ an Ihnen auf der Busspur vorbeirauscht, während Sie im Ampelstau stehen und bevor die Ampel für Sie auf Grün schaltet, ist das „dicke Schiff“ weit vor Ihnen entschwunden.

Das ist erlaubt dank Alexander Dobrindt!

Während des Gesetzgebungsverfahrens waren die Lobbyisten der deutschen Automobilindustrie aktiv und haben wichtige Regelungen durchgesetzt: Das Busspur-Privileg und die anderen Privilegien erhalten nicht nur reine Elektro-Autos, sondern auch Hybridfahrzeuge. Plug-in-Hybrid ist deren Bezeichnung. Diese Fahrzeuge haben konventionellen und Elektroantrieb.

Lüftet man das Geheimnis im Gesetz, so steht da, dass alle dieser Fahrzeuge das Anti-Stau-Privileg erhalten, wenn sie mit ihrem Elktroantrieb mindestens 30 Kilometer zurücklegen können. Mehr muss es nicht sein.

So kann der Mercedes S500 PiH   mit seinen insgesamt 448 PS (Sechs-Zyliunder Motor 333 PS – Elektromotor 115PS) und 2 Tonnen Gewicht an Ihnen vorbeirauschen. Er schafft mit dem E-Motor gerade einmal ca. 33 Kilometer Strecke. Die Privilegien gelten auch für den BMW i8 und den Porsche Panamera S E-H. Bei letzterem hatten unabhängige Tester festgestellt, dass schon nach 20 Kilometern die Batterie leer war (das reicht mal gerade zum Bäcker um die Ecke oder um die Gören zur Schule zu bringen). Gültig ist jedoch, was die Herstellerangaben in den bunten Prospekten aussagen.

Der Vorteil der rechten Spur im Stadtverkehr wird auf den Autobahnen dann wieder ausgeglichen. Hier werden die PS-starken PiHs auf der linken Spur an Ihnen vorbeirauschen. (MKS)

* Gilt in Bayern als Auszeichnung.

 

 

Jetzt hat auch Niedersachsen seinen BER

14. September 2014

Was der Berliner Großflughafen BER für Berlin und Brandenburg, ist die A 26 für Niedersachsen: Ein Zeichen von staatlicher Fehlplanung.

Der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil, könnte noch in diesem Jahr das tun, was Politiker doch so gerne machen: Ein Bändchen für einen Straßenneubau durchschneiden. Garniert mit bunten Fähnchen für schöne Pressefotos.

Warum er das sehr wahrscheinlich nicht macht, liegt an der Fehlplanung der A 26, die von Stade über Buxtehude nach Hamburg führen soll.

Schon für 1979 war die Fertigstellung dieser Verbindung von dem damaligen zuständigen Minister Karl Ravens angekündigt worden. Bis heute ist die Fertigstellung nicht vollzogen und das wird die nächsten Jahre auch so weitergehen.

Die Hamburger, heute gebeutelt von ihrer Elbphilharmonie, verzögerten den Bau über zwei Jahrzehnte, da sie den Anschluss an die A 7 nahe dem Elbtunnel nicht wollten. Bis heute gibt es für diesen Anschluss keinen Planfeststellungsbeschluss.

Um den Starrsinn der Hanseaten zu umgehen, wurde die Planung umgedreht: Unter der rot-grünen Landesregierung des Ministerpräsidenten Gerhard Schröder wurde mit dem Bau aus Richtung Stade begonnen.

In Stade war die Querung des Flüsschens Schwinge durch einen Tunnel vorgesehen, die Este bei Buxtehude sollte mit einer Brücke gequert werden.

Während es bei Stade keine Probleme gab, weigerte sich Buxtehude und zog vor Gericht: Sie wollten die Brücke nicht, da sie u.a. eine Beeinträchtigung ihres Hafens fürchteten.

Im Frühjahr dieses Jahres signalisierte das Gericht den Buxtehudern, dass sie wohl mit ihrer Klage gegen die Brücke Recht bekommen würden. Inzwischen jedoch weich gekocht (man könnte auch bestochen schreiben) zogen die Buxtehuder ihre Klage zurück. Dafür erhielten sie einen Sack voll Geld und dürfen sich fortan Hansestadt Buxtehude nennen.

Im Landkreis Stade stehen jetzt rund zehn Kilometer der A 26 kurz vor der Vollendung. Diese könnten pressewirksam eröffnet werden, doch ob das geschehen wird, steht noch in den Sternen, da nur eine Fahrspur genutzt werden darf. Die Gegenrichtung ist zwar auch fertig, da das Land aber Angst vor eventuellen Klagen* hat, wird sie nicht freigegeben. Auch dürfen in dieser einen Richtung nur Autos und Motorräder fahren, die schweren Lastkraftwagen müssen weiterhin die überlastete Bundesstraße 73 mit ihren Ortsdurchfahrten nutzen.

Bislang haben alle Interventionen keinen Erfolg gebracht. Der zuständige Leiter des Landesstraßenbauamtes Stade, Hans-Jürgen Haase: „Es bleibt dabei, wir öffnen nur in eine Richtung.“

mistkaeferterror meint: Vielleicht hilft hier ein Geldsack oder ein Pöstchen (oder par ordre du mufti).

* Das Ende der Autobahn wäre in Höhe der Ortschaft Jork, statt wie geplant in Buxtehude. Das war im Planfeststellungsverfahren so nicht vorgesehen. Deshalb besteht jetzt die Möglichkeit einer Klage.