Verflechtungen

29. September 2015

Schon in den Monaten Juni und Juli 2013 hatte mistkaeferterror auf die Verflechtungen von Autoindustrie und Politik hingewiesen.

Nachzulesen unter  -29.6.2013- Letzte Woche im Kanzleramt und -6.7.2013- Letzte Woche in Wolfsburg.

Beide Beiträge beinhalten ein Telefongespräch zwischen ?? und ??. Schwierig zu lesen, aber: Es ging um VW und das, was hinten rauskommt.

Mein liebster Feind – mein bester Freund

27. September 2015

Jahre lang waren die Tierschützer von PETA und der Wiesenhof-Konzern in erbitterter Feindschaft in Sachen Tierschutz einander zugetan.

Heimlich gedrehte Videos gelangten in die Öffentlichkeit und zeigten einen teilweise erbarmungswürdigen Umgang mit dem Federvieh. „Qualzucht“ in „KZ-Ställen“ waren zwei Begriffe, mit denen PETA für Schlagzeilen sorgte. „Schlachten“ unter der Gürtellinie waren an der Tagesordnung, denn auch Wiesenhof war nicht zimperlich im Umgang mit den Tierschützern. Rechtsanwälte verdienten gut an der Fehde.

Nach dem jahrelangen Gezerre scheint nun beiden Parteien die Luft auszugehen.

Das liegt sicher nicht daran, dass PETA inzwischen Geschmack an billigen Hähnchenschenkeln gefunden hat und auch der Wiesenhof-Konzern hat nicht reihenweise Hühnersanatorien eröffnet.

Es liegt an einer Wurst – an einer Fleischwurst – an einer verganen Fleischwurst.

Der junge Wiesenhof-Cheff Peter Wesjohann reagiert damit auf den wachsenden Markt für vegetarische und vegane Produkte. Mit seiner veganen Fleischwurst reiht er sich ein in die Angebotspalette des Wurstfabrikanten Rügenwalder Mühle mit ihren vegetarischen Wurstwaren.

Sicher des Kampfes müde hat PETA das Kanonenboot namens Erbitterte Konfrontation beigedreht und findet nun Geschmack an den Aktivitäten von Wiesenhof.

Es wird sogar gemunkelt, dass künftig das PETA-Label auf dieser „veganen Wurst“ prangt.

Wenn jetzt noch Werder Bremen mit seinen Hühnerbrüsten, Verzeihung, Wiesenhof auf der Brust, Deutscher Meister in der Bundesliga wird, sind wir doch alle „Wiesenhof“. MS

 

PETA-approved-vegan-logo_680

Das hat Willy Brandt nicht verdient

22. September 2015

 

Luftbildserie Baustelle des Flughafens Berlin Brandenburg BER "W

 

Eine erneute Panne bei dem nach Willy Brandt benannten Berliner Flughafen BER lässt den schon x-mal verschobenen Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 fraglich werden.

Mehr durch Zufall war festgestellt worden, dass die Statik des Daches nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Die kürzlich eingebauten Entlüftungsanlagen sind zu schwer, das Dach ist einsturzgefährdet. Der Flughafen ist bis auf weiteres gesperrt.

Das hat Willy Brandt nicht verdient.

Es wird gemunkelt, dass Herbert Wehner dahintersteckt: Beide waren sich schon zu Lebzeiten nicht grün.

Wehner: „Der Herr badet gerne lau!“

mistkaeferterror zur Erinnerung: Die eigentliche Eröffnung sollte schon 2012 sein.

 

Der König der Löwen – ein Traum von Afrika

21. September 2015

Eine Reise in die farbenprächtige Welt Afrikas verspricht Disneys Der König der Löwen.

„Wenn sich im Theater im Hafen der Vorhang hebt, die geheimnisvollen Rhythmen Afrikas erklingen, liegt eine unvergleichliche Magie in der Luft.“

So die Bewerbung des nun schon seit zehn Jahren in Hamburg aufgeführten Musicals. Und weiter . . .

König der Löwen 2„Disneys Der König der Löwen erzählt mit genialer Kreativität die Geschichte des Löwenkönigs Simba und ist eine Fabel über den ewigen Kreislauf des Lebens. Es geht um Ängste und Glück, Liebe und Verantwortung gegenüber anderen, das Erwachsenwerden und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben.“

Dazu die Pressestimmen:

„Wunderbare Bilder, betörende Musik und eine zauberhafte Geschichte.“ (Hamburger Abendblatt)

„Gehen Sie! Staunen Sie! Schauen Sie – den König der Löwen!“ (Die Welt)

„Ein Traum von Afrika.“ (Stern)

Plötzlich fällt ein Schuss!

Nicht in Hamburg. Tausende Kilometer weiter südlich.

Ein Löwe mit imposanter Mähne läuft durch den Busch Südafrikas. Das Tier bäumt sich auf, windet sich vor Schmerzen. Durch weitere Schüsse getroffen sinkt das stolze Tier dann leblos ins Gras.

König der Löwen 5

Dieser Löwe stammt aus einer Zuchtfarm. Er war von Hand aufgezogen worden, damit er sich an Menschen gewöhnt. Hier endet er als Jagdtrophäe eines gut zahlenden Jägers.

Meistens kommen diese aus den USA, aber Abartigkeit kennt keine Nationalitäten: Auch aus Deutschland reisen die Jagdtouristen an.

Trophaenjagden, auch als Gatterjagden bezeichnet, sind das große Geschäft. Im Jahr 2013 gaben ausländische Jäger allein in Südafrika mehr als 64 Millionen Euro dafür aus. Trophäenjagden sind nicht nur in Südafrika an der Tagesordnung.

Die Jäger gehen bei diesen Jagden kein Risiko ein. Sie müssen nicht in lausig kalter Nacht auf die Pirsch gehen. Sie „bestellen“ ihr Tier und bekommen es serviert.

Dazu Linda Park von der Kampagne gegen Gatterjagden: „Die Löwen werden eine Woche lang nicht gefüttert. Wenn sie das Auto sehen, denken sie, dass es Futter bringt.“

Das Auto bringt kein Futter, sondern den Jäger. Der kann dann in aller Ruhe das Tier abschießen.

 

Hin und her . . . . . hin und her . . . . .

17. September 2015

Unumstößlich!

Nicht anders sind die Äußerungen des „Obersten Landwirts“, des Präsidenten des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, zu verstehen, die er in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel  unter dem Titel Die Agrarwende wird nicht kommen* von sich gegeben hatte.

Allein dieser Satz ist schon entlarvend, bedeutet er doch sinngemäß alles ist gut, wir machen so weiter wie bisher.

In dem Interview angesprochen auf Bilder von Sauen in Metallkorsetten bei der Ferkelaufzucht: „Eine Sau, die ruhend liegt, fühlt sich wohl, auch wenn der Verbraucher meint, sie sei krank.“

 

Schweinemast 5           Das Bild zeigt ein Schweinesanatorium

 

Ja, der Verbraucher. Dazu hat der Präsident auch seine Meinung.

„Der Verbraucher wünscht sich vor allem günstiges Schweinefleisch. Das Einkaufsverhalten der Ökolifestyler entspricht nicht immer ihrer Überzeugung. Das ist eine Sache, die eher verbal als real ist. Solange Bioprodukte so viel teuer sind als konventionelle, werden wir keine eklatante Verhaltensänderung erreichen.“

Fazit: Der Verbraucher muss sich ändern.

 

Schweinemast 6

 

Zu Adrianus Straathof, der seit Jahren immer wieder gegen Tierschutzgesetze verstoßen haben soll:

„Wer sich in Deutschland nicht an Tierschutzgesetze hält, hat nicht das Recht, Tiere zu halten. Wir haben in Bezug auf den Tierschutz bereits ein sehr hohes Niveau.“

Und weiter:

„Tierhalter arbeiten in der Regel das ganze Jahr, auch an Sonn- und Feiertagen. Es ist ihr persönlicher Antrieb, gut mit ihren Tieren umzugehen.“

 

Schweinemast

 

Zum Kupieren von Schweineschwänzen und der Kastration von Ferkel ohne Betäubung.

„Wir stellen uns der Diskussion und arbeiten seit längerem an Lösungen. Bis jetzt gibt es keine, die praxistauglich sind.“

Zur Klage der EU wegen der Überschreitung der Nitratrichtlinie, verursacht durch die Güllemengen:

„Über 85 Prozent unserer Nitratmessungen sind im grünen Bereich. Bei den restlichen 15 Prozent müssen wir dahin kommen.“

 

Maststall - Hühner     Hier ein Ausschnitt aus einem Sanatorium für Hühner

 

Und bei dem Artenverlust durch die intensive Landwirtschaft gibt es eine eindeutige Schuldzuweisung durch Joachim Rukwied:

„Wir haben allein in den vergangenen zehn, zwölf Jahren 860 000 Hektar an landwirtschaftlicher Fläche verloren. Die ist zubetoniert worden. Das ist für mich der Haupteingriff in die Natur.“

Was bleibt unterm Strich?

„Die Agrarwende, wie viele sie sich vorstellen, wird nicht kommen!“

Wie kommt es zu diesem Starrsinn?

Wie schon in dem Beitrag Lukrativer Moorschutz (8.1.2015) geschrieben, verfestigen sich die Meinungen und Ansichten eines Landwirts beim Pflügen oder ähnlichen Arbeiten auf dem Acker. Es geht hin und her. Den ganzen langen Tag. Hin und her. Ein Austausch mit anderen Personen ist nicht möglich. Unter sich das Wahnsinnskraftpaket Trecker. Wie eine Bestätigung. Er hat immer Recht!

Hin und her . . . . . hin und her . . . . .

*Der Spiegel, 12.9.2015

Siehe auch: 31. August 2015,  Alarmierende Zahlen

Milch macht munter

9. September 2015

So munter sogar, dass Landwirte aus Friesland sich mit ihren Treckern auf den Weg nach München machen, um dort zu demonstrieren. Dieses Mal ist es jedoch nicht die Kraft, die in dem weißen Lebensmittel steckt, sondern der Preis, den die Erzeuger erhalten. Der ist nämlich so tief im Keller, dass etliche der Milchbauern extrem in ihrer Existenz gefährdet sind.

Und immer wenn es Probleme gibt, erschallt der Ruf nach dem Staat. Der soll es wieder einmal richten.

Dabei sind die Probleme zum großen Teil hausgemacht. Der schon seit Jahren – hauptsächlich von den Verbänden – immer wieder herausposaunte Spruch Wachsen oder Weichen wird durch die Realität ad absurdum geführt. Befördert zusätzlich durch die Aufhebung der Milchquote ist der Markt quasi geflutet worden. Parallel dazu sind bisherige Abnehmer wie Russland und China weggefallen.

1. Semester Wirtschaftslehre: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Steigt die Nachfrage bei gleichbleibendem Angebot, steigt der Preis. Umgekehrt: Steigt das Angebot und sinkt sogar die Nachfrage . . . . . . . ! Das erleben wir gerade.

Anstatt über diese Gesetzmäßigkeiten nachzudenken und so Lösungen zu finden, sollen jetzt die EU und/oder die Nationalstaaten helfend eingreifen. Das müsste dann aber Jahr für Jahr sein, denn die wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten werden sich in den nächsten Jahren nicht ändern.

Daraus folgt: Helfen ja, aber nur zu bestimmten Bedingungen. Die könnten sein:

Verbesserung der Qualität durch schrittweise Umstellung auf Bio; Frühjahr-Sommer-Herbst: Tiere auf die Weide (Weidemilch als Marke); kein genmanipuliertes Futter, keine Beimischungen aus Übersee, nur Eigenanbau; Gründung kleiner genossenschaftlich organisierter Molkereien; mobile Hofkäsereien; Vermarktung in Hofläden (dazu können sich verschiedene Erzeuger zusammentun) und so weiter.

Eine zusätzliche Variante wäre, zu überlegen, was man noch aus Milch außer Lebensmittel alles herstellen könnte.

Garn aus Milch wird schon in kleinem Rahmen produziert. Man trinkt Milch nicht nur, sondern trägt sie auch auf der Haut! (Keine Angst, sie fließt nicht irgendwann einmal herunter).

Also Landwirte: Nicht jammern, nicht demonstrieren – denken ist angesagt und weg von der Masse, hin zu Klasse!

 

Milch - Garn aus Milch   Garn aus Milch

Mit gutem Beispiel voran

7. September 2015

Es geht also doch!

Der Tiefkühlkosthersteller Frosta aus Bremerhaven macht die Herkunft der Inhaltsstoffe deutlich. Ab sofort soll auf der Verpackung die Herkunft der Rohstoffe für das jeweilige Gericht aufgelistet werden. Bislang war diese Information lediglich im Internet zugänglich.

Auf Druck der Lebensmittellobby war vor einigen Jahren eine Initiative des EU-Parlaments zu mehr Transparenz bei Lebensmitteln gescheitert. Das Argument damals: Zu teuer.

Dem widerspricht Frosta-Chef Felix Ahlers: „Der Aufwand ist überschaubar. Wir drucken die Zutatenliste jetzt einfach direkt auf die schon vorhandene Verpackung, das kostet pro Verpackung nur wenige Cent.“*

Wir dürfen gespannt sein, welche Blendgranaten jetzt von der Lebensmittellobby verschossen werden, um eine Gesetzesinitiative zu verhindern.

* Der Spiegel, 5.9.2015