Mit Risiken und Nebenwirkungen

31. März 2017

Die unsoziale, ausländerfeindliche und ökologisch unsinnige Maut kommt.

Nach dem Bundestag hat heute auch der Bundesrat Dobrindts Gesetz zur Einführung der Pkw-Maut gebilligt.

„Dass ein so kontroverses Gesetz, welches erst durch unzählige Änderungen angeblich EU-konform wurde, verabschiedet wird, ist unfassbar. Jetzt kommt eine Maut, die unsozial, ausländerfeindlich und auch noch ohne ökologische Lenkungswirkung ist. Ganz zu schweigen von dem Risiko, dass diese Maut kaum die prognostizierten Einnahmen erbringen kann, die für die Instandhaltung der Straßeninfrastruktur angedacht sind“, so der Bundesvorsitzende des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Wasilis von Rauch.

Unverständlich ist, dass die SPD die CSU-Maut im Kern mitträgt.

Nach nunmehr vier Jahren großer Koalition ist das Ergebnis der deutschen Verkehrspolitik einzig und allein die Pkw-Maut. Es bleibt die Hoffnung, dass andere europäische Länder diesen Unsinn noch stoppen.

 

 

Wenn jemand eine Reise tut, so . . . . . .

Liedtext*
Wenn jemand eine Reise tut
so kann er was erzählen,
drum nehm ich meinen Stock und Hut
und tät das Reisen wählen.
Da hat er gar nicht übel,
gar nicht übel, gar nicht übel dran getan;
verzähl er nur weiter Herr Ürian.

Manche Reise tut man nicht, die muss man. So wie am 25. März nach Hannover, zu einem wichtigen Termin. Der war um 11.00 Uhr in der Nähe des Hauptbahnhofs.
Dank Internet war es möglich, am Vorabend die genauen Daten bei der Deutschen Bahn zu ermitteln. Stubben bei Bremerhaven war der Ausgangsbahnhof, Abfahrt 7.58 Uhr, dann Ankunft Bremen, 8.30 Uhr mit Umstieg in den ICE 535 nach Hannover, Abfahrt 9.12 Uhr. So der Plan.

Alles war gut! Zwanzig Minuten vor Abfahrt des Zuges war ich in Stubben angekommen, genügend Zeit, das Auto abzustellen und den Bahnsteig zu erreichen.
Das ist in Stubben nicht so einfach.

Zuerst ging’s nach dem Nordpol hin;
da war es kalt auf Ehre!
Da dacht‘ ich denn in meinem Sinn,
daß es hier besser wäre.
Da hat er gar nicht übel…

 

In Grönland freuten sie sich sehr,
mich ihres Ort’s zu sehen,
und setzten mir den Trankrug her,
den ließ ich aber stehen.
Da hat er gar nicht übel…

Bislang gibt es nur einen Parkplatz auf der Seite Bremerhaven. Will man nach Bremen fahren, muss die Treppe Bild 1 nach oben erklommen werden, dann führt der Weg über die Gleise und auf der anderen Seite geht’s dann wieder nach unten (Bild 2). Behindertengerecht ist das sicher nicht, auch Kinderwagen und Rollator bleiben am Besten zu Hause. Kleinkinder und Alte dann eben auch.

Die Eskimos sind wild und groß,
zu allem Guten träge,
da schallt ich Einen einen Kloß,
und kriegte viele Schläge.
Da hat er gar nicht übel…

Auf der Bremer Seite angekommen, war noch genügend Zeit. Der Bahnsteig ödete vor sich hin, auf der anderen Seite fuhr ein Pkw vor und eine weitere Mitreisende stieg die Treppe hinauf und dann wieder herunter.

Plötzlich ein Gong. Eine Stimme beschallte die Bahnsteige: „Der Zug RE xx, planmäßige Abfahrt um 7 Uhr 58 hat voraussichtlich 15 Minuten Verspätung“. Schnarr, war die Stimme weg.. Jetzt erschien der Ansage-Text auch auf der kleinen Anzeige der Info-Tafel.

Na gut! Aufenthalt in Bremen zirka 40 Minuten, das ist zu schaffen.

Nun war ich in Amerika,
da sagt‘ ich zu mir: Lieber!
Nordwestpassage ist noch da;
mach‘ dich ein Mal darüber!
Da hat er gar nicht übel…

Schnarr, war die Stimme plötzlich wieder da: „Der Zug RE xx, planmäßige Abfahrt 7 Uhr 58 hat voraussichtlich 40 Minuten Verspätung“. Schnarr, war sie weg.

Auch die Anzeige-Tafel wiederholte diesen Text – und – kaum zu glauben zusätzlich noch “ . . . . . der Zug hält nicht in Oldenbüttel – Osterholz-Scharmbeck – Ritterhude – Bremen/Burg – Bremen/Hbf – Weyhe . . . . . „.

Wie bitte ist denn das zu verstehen?

Flugs ich an Bord und aus in’s Meer,
den Tubus fest gebunden,
und suchte sie die Kreuz und Quer,
und hab‘ sie nicht gefunden.
Von hier ging ich nach Mexico,
ist weiter, als nach Bremen;
da, dacht‘ ich, liegt das Gold wie Stroh,
du sollst einen Sack voll nehmen.
Da hat er gar nicht übel…

Das Ende vom Lied: Die Bahnreisewilligen stiegen frustriert die Treppe hinauf, auf der anderen Seite wieder herunter, in ihre abgestellten Autos und fuhren zu den jeweiligen Zielorten. Auch mir blieb nichts anderes übrig, als mit dem Auto nach Hannover zu fahren. Die mitgenommenen Arbeitsunterlagen und das  Buch blieben in der Tasche.

Nachtrag: Am Abend erfuhr ich, dass der Zug ganz ausgefallen war.

Übrigens: 2013 hatte sich der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann für die optimale Lösung in Stubben feiern lassen.

Auf den Bildern sind nur „zufriedene“ Gesichter zu sehen. Die beiden problematischen Treppenaufgänge sind nicht zu sehen. Warum wohl?

*Matthias Claudius

 

 

 

Verkehr: Endlich umsteuern!

21. März 2017

CO2-Ziele der Bundesregierung kaum erreichbar

Der Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland hat allen Klimaschutz-Bemühungen zum Trotz zugenommen. 2016 stiegen die Emissionen um etwa vier Millionen Tonnen im Vergleich zum Vorjahr auf rund 906 Millionen Tonnen. Damit wird unwahrscheinlich, dass Deutschland sein Klimaziel für das Jahr 2020 erreicht, den Treibhausgas-Ausstoß um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Eine Schüsselrolle spielt der Verkehr.

Wie das Umwelt-Bundes-Amt (UBA) festgestellt hat,  stieg der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor um 5,4 Millionen Tonnen. Das ist ein Plus von 3,4 Prozent. Allein der höhere Diesel-Verbrauch sei für 4,8 Millionen Tonnen Treibhausgase mehr verantwortlich. Eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen, wäre die Abschaffung der steuerlichen Begünstigung von Dieselkraftstoff. „Solange wir den Verkehrssektor in Deutschland umweltschädlich mit 28,6 Milliarden Euro pro Jahr subventionieren, wird sich an dieser Entwicklung nichts ändern“, ist sich die Leiterin des UBA, Maria Krautzberger sicher.

Von Angela Merkel, einst als Klimakanzlerin gefeiert, ist dazu nichts zu vernehmen. Sie lässt die zwei Buben, Alexander und Enak, einfach gewähren. Da wäre ein „Machtwort“ schon angebracht. Das würde allerdings bedeuten, dass sie sich mit der Autoindustrie anlegen müsste. Da kuscht sie lieber.

 

Container-Shuttle zwischen den Häfen

17. März 2017

Die ROLAND – Umschlagsgesellschaft
für kombinierten Güterverkehr mbH & Co. KG in Bremen veröffentlichte gestern den Fahrplan für einen neuen Container-Shuttle zwischen Wilhelmshaven und Hamburg.

Ab sofort gibt es einen neuen Container-Shuttle zwischen dem EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven und EUROKOMBI, dem Bahnhof für den kombinierten Verkehr am EUROGATE Container Terminal Hamburg.

Betrieben wird der Container-Shuttle von Roland Umschlag. Jetzt hat Roland Umschlag den Fahrplan für die neue regelmäßige Verbindung zwischen Wilhelmshaven und Hamburg veröffentlicht. Die Züge fahren im Export zweimal wöchentlich ab Hamburg, jeweils donnerstags und samstags, im Import ab Wilhelmshaven, jeweils montags und freitags.

Der Container-Shuttle erleichtert Umfuhren per Bahn von Wilhelmshaven nach Hamburg  und ermöglicht gleichzeitig den Anschluss an das gesamte deutsche und europäische Bahnnetz.

Am EUROGATE Container Terminal Wilhelmshaven können Container mit dem Bestimmungsort Hamburg sofort nach dem Löschen vom Schiff auf die Bahn gesetzt und weiter transportiert werden.

Der Container-Shuttle ist auch für Transporte zwischen Wilhelmshaven und Bremen vorgesehen.

 

Diplomatischer Höhepunkt: Türkei weist niederländische Kühe aus

16. März 2017

„Die taugen sowieso nicht zum . . . . . . !“ wäre jetzt der Kommentar von Jan Böhmermann und dafür bekäme er dann sicher wieder einen Fernsehpreis.

Dieses Niveau liegt uns fern.

Mittlerweile nehmen die diplomatischen Verwicklungen zwischen der Türkei und den Niederlanden skurrile Züge an: Niederländische Kühe müssen die Türkei verlassen.
Die Niederlande und die Türkei erleben derzeit die schwerste Krise ihrer Beziehungen. Nachdem Ankara auf die Absage türkischer Wahlkampfauftritte mit wüsten Vorwürfen reagiert hatte, eskaliert der Streit jetzt weiter und treibt die merkwürdigsten Blüten: Der türkische Verband der Viehproduzenten kündigte an, eine Gruppe niederländischer Kühe aus Protest gegen das Verhalten Den Haags des Landes zu verweisen.

„Die erste Gruppe Holsteiner ist verladen worden und wird zurückgeschickt“, sagte Bülent Tunc vom Züchterverband. „In Zukunft wollen wir keine Tierprodukte mehr aus Holland“, so Tunc zur Nachrichtenagentur Anadolu. Die Türkei werde eigene Kühe züchten. Sollten die Niederlande die Kühe nicht zurücknehmen, würden sie geschlachtet und ihr Fleisch verteilt.

Insgesamt 40 Kühe sollen in die Niederlande zurückgeschickt werden. Somit sei die Geste eher symbolischer Natur. Gleichzeitig verwies Tunc auf den starken Rückhalt, den der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan unter den Mitgliedern des Viehzucht-Verbandes habe.
Auch einen Import-Stopp auf Traktoren und anderes Landwirtschaftsgerät sowie auf Tiernahrung und Bullensamen wird erwägt.

„Allahu Akbar, wir sind wieder zu Hause!“

Quelle: Berner Zeitung, 15.3.2017
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