Der qualvolle Weg zum billigen Fleisch

26. April 2016

Das Schweinehochhaus in Maasdorf/ Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist einmalig in Europa. Auf 6 Etagen werden rund 500 Muttersauen gehalten. Ihre einzige Aufgabe zeitlebens: Ferkel gebären.

 

Schweinehochhaus 1

 

Dazu werden sie in engen Abferkelboxen gehalten, in denen sie sich kaum bewegen können. Von Etage zu Etage können die Tiere mit einem Aufzug transportiert werden.

 

Schweinehochhaus 2

 

Damit ihnen die Zeit nicht langweilig wird, sind an einer Kette Scheiben aufgehängt. Mit diesen können sie dann spielen.

 

Schweinehochhaus 5

 

Ihre einzige Aufgabe ist die Erzeugung von Ferkeln. Wenn sie dieser Aufgabe alters- oder krankheitsbedingt nicht mehr nachkommen können, werden sie entsorgt.

Die unter agrarindustriellen Bedingungen produzierten Ferkel werden an Züchter und Mäster in ganz Deutschland verkauft. Die wenigsten „Weiterverarbeiter“ kennen dieses Schweinehochhaus oder haben es jemals besucht.

 

Schweinehochhaus 6

 

Die Nachkommen dieser armen Säue lernen auch wir kennen. Sie haben sich dann allerdings stark verändert.

So sehen sie dann aus: Das Fleisch ist topp – der Preis ist niedrig. Dafür leidet die Sau.

 

100_2470

Immerhin: Sie kann ja spielend ihre Zeit vertreiben.

 

100_2474

x

100_2477

x

100_2486

 

Unsere Einkaufstempel sehen nicht so aus wie auf dem Bild unten, durch unser Einkaufsverhalten sind wir aber mitverantwortlich dafür.

 

100_2483

Advertisements

Fünf Stationen der Reise in die Türkei

24. April 2016

Bundeskanzlerin Angela Merkel war in der vergangenen Woche zu einem Besuch in die Türkei gereist. Vor Ort wollte sie sich von der Unterbringung der Flüchtlinge ein eigenes Bild machen.

mistkaeferterror war dabei und zeigt dies in einer eindrucksvollen Bilddokumentation.

 

100_2458

 

Der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu ist schon drin und empfängt die Bundeskanzlerin.

 

100_2459

 

Junge AKP-Mitglieder sind auch schon drin und bejubeln Angela Merkel; sie rufen „Wir sind stolz auf dich!“

 

100_2460

 

Angela Merkel besucht das Flüchtlingslager Nizip an der türkisch-syrischen Grenze.

 

100_2461

 

Die schwer bewachte Kanzlerin wird an den herausgeputzten Unterkünften mit lächelnden Flüchtlingen vorbeigeführt. „Es ist gut hier“ ruft ein Flüchtling.

 

100_2462

 

Angela Merkel weiht mit Davutoglu ein von der EU finanziertes Kinderzentrum ein.

Platooning I

7. April 2016

Platooning heißt das Zauberwort und auch unser Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ist davon verzaubert. Kann er doch nach den vielen Flops seiner Amtszeit (Pkw-Maut, Bundesverkehrswegeplan u.a.) eine technische Innovation feiern. Dafür setzt er sich auch in die enge Führerkabine eines teilautonomen Lastwagens. Der Verkehrsminister ist jetzt schon überzeugt von der neuen Technik: „Das automatisierte Fahren wird sich ähnlich schnell verbreiten wie Smartphones.“ Was soll er auch anderes sagen, wenn er in der Kabine eines deutschen Lkw sitzt.

Mit einer Sternfahrt nach Rotterdam wollen die Hersteller von Lastkraftwagen die Chancen des Platooning-Konzepts ausloten, bei dem die Fahrt der Lkw durch einen Computer gesteuert wird.

 

Scania R 620 4x2 Topline with semitrailer. Trier, Germany Photo: Carl-Erik Andersson 2010

Foto: Carl-Erik Andersson 2010

Beim Lkw-Platooning fahren Lkws in der Regel in einem Zweier- oder Dreierverbund als Kolonne. Es können jedoch auch mehr Lkw als Platoon zusammengestellt werden. Die Fahrzeuge fahren in einem festgelegten, kurzen Abstand hintereinander. Um das zu gewährleisten, kommen Konnektivitätstechnologie (Verbindungs . . .) und intelligente Fahrsysteme zusammen. Der erste Lkw des Platoons gibt das Tempo vor, die Fahrzeuge dahinter reagieren ohne Hilfe des Fahrers und passen sich an die Fahrtänderungen des Führungsfahrzeugs an. Wenn das Führungsfahrzeug bremst, bremsen automatisch auch die folgenden, will das Führungsfahrzeug nach links auf die Überholspur folgen ihm auch die anderen des Platoons. Drängelt sich ein schnellerer Pkw dazwischen wird er hineingelassen – ohne dass der Fahrzeugführer reagieren muss. Möglich wird das alles durch die W-LAN-Verbindung der Lkw untereinander. Hört sich einfach an – realistische Erfahrungsberichte liegen allerdings noch nicht vor.

 

Platooning 1

Die Industrie erhofft sich durch diese Innovation eine Senkung des Transportpreises: Die Fahrzeuge nutzen den Windschatten des vorausfahrenden Lkw und können dadurch bis zu 10 Prozent Sprit einsparen was wiederum zu einer Senkung der CO2-Emissionen beiträgt.

 

Long lines of trucks are parked on the M20 motorway in the Dover direction lanes at Ram Lane, England, Friday Sept. 12, 2008, after a fire broke out Thursday afternoon on a truck aboard a 30-car shuttle train traveling from England to France using the Channel Tunnel, injuring 14 people. A French official says firefighters have extinguished a blaze in the tunnel under the English Channel, but undersea train traffic remains suspended for a second day. Gerard Gavory, deputy head of the Calais regional administration, told reporters the main fire was put out Friday morning, though firefighters were still putting out some flames. (AP Photo/ Max Nash)

Bei diesem Bild handelt es sich nicht um einen Platoon – es ist der Stau vor einer Autobahnbaustelle.

Es schadet nicht, wenn die Denkweise im Güterverkehrsgewerbe in die Zukunft gerichtet ist. Sie sollte jedoch grundsätzlicher sein und sich nicht allein auf der Spielwiese des Straßenverkehrs tummeln.

Die Zukunft liegt auf der Schiene – ökonomisch wie ökologisch. Wenn die klimapolitischen Ziele für das Jahr 2050 erreicht werden sollen, muss im Güterverkehr endlich umgesteuert werden: Von der Straße auf die Schiene. Allein im Containerverkehr besteht dadurch eine Einsparung von 90 Prozent der CO2-Emissionen.

 

Eine andere Art von Platoons sind auf den unteren Bildern zu erkennen.

 

100_2005

 

100_2008

 

Das Bild unten zeigt die Konnektivitätstechnologie bei dem Eisenbahn-Platoon: Computer und W-LAN sind hier überflüssig.

Platooning 4