Acht Wochen und ein Tag

Zu spät! Wer kennt das nicht? Das Geld ist weg. Per Lastschriftverfahren vom Konto eingezogen. Ein Anruf bei der Bank bestätigt: „Zu spät! Nach 8 Wochen können wir das Geld nicht mehr zurückholen.“ Pech gehabt! 4.50Euro futsch. Manchmal auch mehr – viel mehr!

Anrufe bei verschiedenen Geldinstituten bestätigen: 8 Wochen!

Das ist falsch! Für Widerruf bei unrechtmäßiger Lastschrift hat der Kunde 13 Monate Zeit*

Im Juli 2012 ist die „Harmonisierung des europäischen Geldverkehrs“ (Sepa) eingeführt worden. Dem Geschädigten bleibt dadurch eine Frist von 13 Monaten, um unberechtigte Abbuchungen zurückzufordern. Diese längere Frist wird von Andreas Gernt von der niedersächsischen Verbraucherzentrale bestätigt.

Woran liegt es, dass die angerufenen Banken und Sparkassen diese Möglichkeit nicht erwähnen? Macht dieses Rückholverfahren zu viel Arbeit, ohne dass die Bank einen Profit davon hat? Oder sind die Angestellten einfach nicht geschult genug? Eine Antwort war immerhin: „Ich hab da mal was gehört.“

mistkaeferterror empfiehlt: Weitersagen!

Trotzdem! Nicht zu lange warten. Oft gibt es die Firma nicht mehr oder sie ist pleite. *Quelle: Osterholzer Kreisblatt, 13.05.13  (MS)

Mistkaeferterror – immer aktuell

Heute in der Zeitung: „WWF ruft Seehäfen zur Kooperation auf“

Was der WWF (World Wide Fund For Nature) am 14. Mai als Pressemitteilung herausgab, war bei mistkaeferterror schon am 1. Mai zu lesen. mistkaeferterror brauchte dazu kein teuer bezahltes Gutachten (von Ihren Spenden übrigens), sondern den „gesunden Menschenverstand“.

Merke: http://www.mistkaeferterror.wordpress.com immer aktuell (MS)

Ökolandbau und Naturschutz

Zwei Orte – ein Vergleich

Brodowin, ein Dorf in Brandenburg, 60 Kilometer nordöstlich von Berlin und Leppan, ein Dorf in Nordhessen, in der Nähe von Kassel.

Brodowin. „Was hier lebt und gedeiht, ist so vielfältig, anrührend schön, dass man es nach Kräften . . . schützen möchte.  . . .  Der Zauber dieser Landschaft ist menschengemacht, erdacht und erarbeitet über mehr als zwanzig Jahre. Und dieser Zauber beruht auf der ‚Brodowiner Formel‘. Würde diese – ein nüchternes Rechenwerk – republikweit angewandt, dann sähe unser Land ganz anders aus. An die Stelle der industriellen Landwirtschaft träte eine moderne Agrikultur, die diesen Namen verdiente. Technisch auf neuestem Stand, aber gesund für Mensch und Natur.“*

Leppan. In diesem Dorf gibt es noch fünf landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe. Hauptstandbein ist die Milchwirtschaft. Die Kühe werden überwiegend in Boxenlaufställen gehalten, Weide gibt es nicht mehr für sie, obwohl die Bilder auf den Milchtüten dies suggerieren. Viele vorher extensiv genutzte Weiden sind mittlerweile umgewandelt in Mähflächen mit Turbogras oder ganz umgebrochen für Mais. Landschaftlich ist es in Leppan äußerst reizvoll. Kleine Waldstücke gliedern die Landschaft und nicht allzu weit entfernt erstreckt sich der Staatsforst.

Brodowin. „Auf den zwölfhundert Hektar von Brodowin gibt es mehr Grauammern als in ganz Niedersachsen.“ In den Hecken nisten Neuntöter und Sperbergrasmücken. „Ein Schwarzstorch fliegt auf. Wenn sie den Waldbach unten nicht aufgestaut hätten, gäbe es keinen Feuchtwald, in dem der Storch brüten kann. Man hört Kraniche, Kolkraben, viele Graugänse sind unterwegs. See-, Fisch- und Schreiadler kommen hier vor, 113 der etwa 265 Brutvogelarten in Deutschland brüten in der Gemarkung Brodowin. Vogelvielfalt ist der wissenschaftlich anerkannte Indikator für Artenvielfalt  . . .  demnach dürfte das hier die intakteste Agrarlandschaft Deutschlands sein.“

Leppan. Eine solche Artenvielfalt ist in Leppan leider nicht mehr anzutreffen. Feldlerchen steigen nicht mehr tirilierend in die Luft und die Kiebitze haben sich vor zehn Jahren von den Weiden gemacht. Überleben können sie hier nicht mehr: Die Kreiselmäher zerstören ihre Gelege und wenn überhaupt noch ein Vogel überlebt, bekommt er nach der Ernte eine intensive Gülledusche. Im FFH-Gebiet des Staatsforstes ist vor drei Jahren ein Feuchtbiotop trockengelegt worden und nur 200 Meter von dem Nest des Schwarzstorches entfernt ist eine umzäunte Stieleichenplantage angelegt worden. Vorher wurde mit schwerem Gerät gerodet, ausgerechnet zu der Zeit, als der Storch aus dem Winterquartier zurückkam. Neben den Feldern werden wegen Schattenwurfs Bäume entfernt oder gestutzt, Hecken erleiden ein ähnliches Schicksal. Vor Jahren wurde im Rahmen der Flurbereinigung der am Ort vorbeifließende Bachlauf vertieft und begradigt. Die Gehölze am Bachufer wurden entfernt. Die Funktion des Gewässers besteht seit dieser Zeit darin, die landwirtschaftlich genutzten Flächen rasch zu entwässern. Viele Flächen sind drainiert; Gülleanteile, Gifte, Düngemittel landen somit ungefiltert und schnell in dem kanalisierten Bach.Von Brodowins Vogelwelt können Leppaner nur träumen.

Brodowin. „Vielfalt, Regionalität, eine naturnahe Lebensmittelproduktion, die betriebsnah vermarktet wird – der Gang über den Naturschutzhof Ökodorf Brodowin macht anschaulich, was das praktisch heißt. Ohne diesen landwirtschaftlichen Betrieb gäbe es die Kulturlandschaft drum herum nicht. Auf den 1.240 Hektar wird nach den strengen Regeln des ökologischen und biodynamischen Landbaus gewirtschaftet. Ohne Herbizide, Fungizide, Pestizide und mineralischen Dünger, ohne all die Chemiekeulen der industriellen Landwirtschaft.“

Leppan. Hier wirtschaftet jeder für sich. Berater aus der nachgeschalteten Agrarindustrie geben sich die Klinke in die Hand. Abgesprochen untereinander wird nichts, Gewinnmaximierung steht an erster Stelle. ‚Wachsen oder Weichen‘ ist das Grundprinzip. Natur stört allenfalls. Das wirkt sich auch auf die Forstwirtschaft aus. Wälder werden hauptsächlich Holzlieferanten. Wie unsensibel mit der Natur dabei umgegangen wird, soll  an einem Beispiel aufgezeigt werden: Vor einigen Jahren wurden die Selbstwerber (Privatleute, die ihr Brennholz aus dem Wald holen) angewiesen, bis Ende Februar ihre Aktivitäten zu beenden. Begründet wurde dies mit der am 1. März beginnenden Brut- und Setzzeit. Was passierte dann am 1. März? Mit schwerem Gerät (Harvester/Rückefahrzeuge) wurde in diesem Waldbereich Holz geerntet. Mehrere Wochen dauerte die Aktion. Seit dieser Zeit ist der Schwarzspecht nicht mehr anzutreffen und auch andere Spechte verloren ihre Bruthöhlen. Vogelgesang ist verstummt.

Brodowin. Auch der ökologische Landbau kann für die Kreatur bedrohlich werden, wenn z.B. Vögel in den Wiesen brüten und diese gemäht werden müssen. „Dann bleiben auch im Ökolandbau nicht nur Gelege und Küken von Wachteln und Braunkehlchen, sondern auch Käfer, Schnecken und Unken auf der Strecke.“ Der Konflikt zwischen Landwirtschaft ‚es muss sich rechnen!‘ und Naturschutz wurde in Brodowin beispielhaft gelöst. Voraussetzung war, dass alle Beteiligten, Landwirte und Naturschützer, offen miteinander umgegangen sind. Alles wurde auf den Tisch gepackt, diskutiert und nach Lösungen gesucht. „Damit sind sie weit gekommen in Brodowin. Hecken und Säume ziehen sich an Wiesen entlang, das Land ist kleinteiliger geworden als in der konventionellen Landwirtschaft  . . .  veränderte Mahdzeiten und Schnitthöhen, Drilllücken, also Platz zwischen den Saatreihen – gut für Feldhasen und Vögel – , Blühstreifen, Verkleinerung der Felder, neue Hecken, Wiesensäume und Gewässerrandstreifen. Der Naturschutzhof Ökodorf Brodowin und die Vogelkonzerte dort beweisen: Es geht anders, viel mehr intakte Natur auf den Agrarflächen, eine Landwirtschaft nach den Regeln der Natur ist möglich.“

Und es rechnet sich!

*Die zitierten Textstellen sind dem Bericht von Anselm Weider entnommen (aus „Naturschutz Heute“) MD

 

 

Neue Spezies entdeckt: Schnecke „Klimangela merkelus“

„Merkel dringt auf Weltklimavertrag“*

Deutschland hat sich selbst immer wieder als Klimaschutz-Vorreiter bezeichnet. Trotzdem steigen auch hierzulande die CO2-Emissionen. Mit anderen Worten heißt das: Die Energiewende hat bislang nichts gebracht.

Am 7. Mai nutzte Bundeskanzlerin Angela Merkel den „4. Petersberger Dialog“ zur Vorbereitung des UN-Klimagipfels, um wieder einmal die „Klimakanzlerin“ zu geben. Man sei sich einig, dass die Erderwärmung auf zwei Grad begrenzt werden sollte. Ein Ansatz für das Ziel sei, dass jeder Einwohner der Erde nur noch 2 Tonnen CO2 pro Jahr ausstoßen dürfe. Derzeit liegt der CO2-Ausstoß in Deutschland bei 11 Tonnen pro Einwohner (USA 20 Tonnen). Wie diese Minderung erreicht werden soll, bleibt unerwähnt.

Als Bremser in Sachen Klimawandel hat Merkel die „geballte deutsche Wirtschaft“ ausgemacht, die zusammen mit ihrer Marionette Rösler jeden Fortschritt mit einem „Nein“ zunichtemacht. Daran wird auch Bundesumweltminister Peter Altmaier nichts ändern: „Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.“

Eine Schnecke zu mehr Eile im Kampf gegen die Erderwärmung antreiben zu wollen, führt dazu, dass diese sich in ihr Haus verkriecht, um in Ruhe abzuwarten, welches neue Thema besetzt werden kann.

Folgerung: Immer wenn bestimmte Themen anstehen, macht sich die Kanzlerin diese zu eigen. Tage später ist das Ganze dann wieder irgendwo abgelegt. Das kann sie sich nur leisten, weil das Wahlvolk an Gedächtnisschwund leidet und ihre konsequenzlose Sprunghaftigkeit immer wieder vergisst. Dies konnte bei der Vorbereitung des Klimagipfels beobachtet werden. Was wird folgen: Nichts! Dabei gäbe es viele Möglichkeiten, durch Umsteuerung von Abläufen etwas für das Klima zu tun.

Zum Beispiel in der Verkehrspolitik: Durch Verlagerung der Gütertransporte von der Straße auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträger Schiene und Wasserwege könnten Millionen Tonnen CO2 eingespart werden.

Die Untätigkeit wird der Kanzlerin nicht schaden. Die Beliebtheitsskala der Politiker wird immer weiter von Angela Merkel angeführt werden. Wie blöde ist eigentlich das Wahlvolk? (LeC.)  *Weser Kurier, 07.05.13

Anmerkung der Redaktion: Die Aussagen des Autors in Bezug auf das Wahlvolk teilt die Redaktion nicht. Im Oktober 2013 werden wir jedoch feststellen können, ob er nicht doch Recht hatte.

 

 

 

 

Weniger Container in Nordeuropa

Völlig missverständlich ist die Überschrift, die dem Weser Kurier* entnommen ist: Wahr und falsch zugleich. Außerdem scheint für den Weser Kurier nicht ganz klar, wo eigentlich Nordeuropa ist. Es wird von einem deutlichen Rückgang in Bremerhaven berichtet, dennoch lautet der erste Satz: „In den Häfen der Nordrange von Le Havre bis Hamburg werden in diesem Jahr erstmals mehr als 40 Millionen Standardcontainer (TEU) verladen.“* Auf Grund dieser Zahl rechnen die Experten vom Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) mit einem Wachstum von etwas mehr als einem Prozent, stellen aber gleichzeitig fest, dass dieses „Boomchen“ wohl nicht für Bremerhaven gelten wird, da der Januar mit einem Minus von 15 Prozent bei den Containern über die Bühne gegangen ist. Dieser Trend wird sich laut ISL in den kommenden Monaten fortsetzen, wenn auch leicht abgeschwächt.
Gewinner der Prognose zufolge werden die Häfen von Antwerpen und Rotterdam mit einem Plus von drei bis vier Prozent sein.

mistkaeferterror meint dazu: Auch diese Zahlen werden die Befürworter der A20/22 schön rechnen. Jetzt brauchen wir die Autobahn unbedingt, damit die Container aus Antwerpen und Rotterdam auch abgefahren werden können. Für das Transitland BRD bleibt vom Boom das „Häuschen mit Herz in der Tür“**.

*Weser Kurier, 05.04.13
**Sch…haus (das Wort vor Haus sollte ja nicht mehr sein!)  MS

Hat der Jade-Weser-Port eine Zukunft?

Zurzeit leidet der Jade-Weser-Port nicht nur an den Überkapazitäten in den Nordsee-Häfen, sondern auch unter dem starken Konkurrenzdruck durch die ARA-Häfen*, die schon wesentlich früher ihre Kapazitäten erweitert hatten und so die großen Containerschiffe abfangen. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass die skandinavischen und osteuropäischen Staaten die Zeichen der Zeit erkannt haben und immens in ihre Seehäfen investieren. Deshalb können jetzt schon die Containerriesen bis Arhus durchfahren und dort ihre Ladung löschen. Die Container werden dann hauptsächlich per Feeder** und Bahn an die jeweiligen Bestimmungsorte gebracht.

Eine zusätzliche Crux für den J-W-P waren die Querelen vor Baubeginn, die dazu führten, dass eine Firma, die sich bislang hauptsächlich im Straßenbau tummelte, den Zuschlag für den Bau des Tiefwasserhafens bekam, mit all den negativen Folgen, die bis heute noch nicht behoben sind. Das spricht sich unter Reedern herum und bleibt nicht ohne Wirkung.

Zuletzt bleibt festzustellen, dass sich der Betreiber Eurogate mit dem Tiefwasserhafen selbst Konkurrenz macht. Die Firma ist hauptsächlich in Bremerhaven zu Hause und mischt anteilig auch noch im Hafen Hamburg mit.

Dabei ist eine Lösung des Problems leicht möglich unter der Voraussetzung, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen. Das dürfte bei drei SPD-regierten Ländern nicht allzu schwierig sein! Wenn dann die Verhandlungen auch noch zielorientiert verlaufen, kann mit dem J-W-P eigentlich nichts mehr schief gehen.

1. Hamburg kommt wieder mit ins Boot.

2. Hamburg verzichtet auf die Elbvertiefung. (Mensch, Natur und Umwelt werden es danken)

3. Bremen verzichtet auf die Weservertiefung. (im Sinne von Mensch, Natur, Umwelt)

4. Die Containerriesen werden in den Jade-Weser-Port umgeleitet.

So einfach kann das sein – man muss es nur wollen! Dann wird auch die Aussage des niedersächsischen Wirtschaftsministers wahr werden:

„Dieser Hafen hat eine große Zukunft!“ (Olaf Lies im Weser-Kurier, 20.04.13)

*Amsterdam – Rotterdam – Antwerpen  **Containerschiffe mit geringerer Kapazität

MS