mistkaeferterror spezial – Regierungsbildung in Berlin

Die Bürger der Bundesrepublik Deutschland haben am 22. September ihre Stimmen abgegeben; sie wurden eingesammelt und zur weiteren Verwendung nach Berlin transferiert. Sie dienen dazu, für den Zeitraum von vier Jahren eine Regierung zu bilden. Nach Ablauf dieser Zeit werden die Stimmen freigegeben, um dann wiederum in nur zehn Stunden neu abgegeben zu werden. In der Zwischenzeit sind die Bürger stimmlos, was dann weidlich ausgenutzt werden kann. Derzeit wird in Berlin versucht mit den abgegebenen Stimmen eine Regierung zu bilden.

So könnte es kommen:

Angela Merkel tritt als Regierungschefin nicht mehr an. Als Wiedergutmachung erhält sie von Karl-Theodor zu Guttenberg einen seiner vielen Adelstitel und wird als „Angela von Merkel“ zur Königin von Deutschland gekrönt. Somit wird sie Nachfolgerin von Wilhelm II. (Der Spiegel, 9.9.13, hat sie vorausschauend auf der Titelseite abgebildet). Sie repräsentiert jetzt Deutschland bei den jeweiligen Krönungen, Hochzeiten und Trauerfeierlichkeiten der europäischen Königshäuser. Zu Ihrer Kurzweil bei Hofe hat Sie Gregor Gysi engagiert, Sarah Wagenknecht gibt aufgrund ihrer Statur und ihres Auftretens die perfekte Kammerzofe ab*. Damit geht den Deutschen ein latenter Wunsch in Erfüllung: in der Yellow Press kann jetzt das Gemeine Volk ihre Regentschaft verfolgen. Jährlich am 3. Oktober nimmt Königin Angela I. in Berlin den Vorbeimarsch des ost- und westdeutschen Prekariats ab, um anschließend im Schloss Charlottenburg mit führenden Persönlichkeiten aus der Wirtschaft zu feiern.

Dadurch wird die Stelle des amtierenden Bundespräsidenten frei. Auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung wird er von Papst Franziskus entdeckt und für die Zusammenführung der beiden christlichen Konfessionen engagiert.

Die niederen Regierungsgeschäfte übernimmt Hannelore Kraft – Mutter von NRW – , die dann die Besetzung der verschiedenen Regierungsämter übernimmt. Ein Novum wird sein, dass sie dabei auf Persönlichkeiten der verschiedenen Parteien zurückgreift und auch vor normalen Bürgern bei der Besetzung nicht halt macht.

Obwohl Kanzlerin Kraft sich ausbedungen hatte, ihre Entscheidungen erst Mitte Oktober dem Volk bekannt zu geben, sind einige Fälle schon durchgesickert, sei es, dass die gesetzten Bewerber nicht dichthalten konnten oder dass immer noch nicht alle Wanzen der amerikanisch-britischen Geheimdienste entdeckt worden waren. Wie auch immer: mistkaeferterror sieht sich dem Wahlvolk verpflichtet und veröffentlicht die Entscheidungen: Vor der Bildzeitung und dem Spiegel.

Gesetzt ist Wolfgang Schäuble, womit auch gleichzeitig die Behindertenquote im Kabinett erfüllt wäre. Er übernimmt wiederum das Ministerium der Finanzen. Staatssekretär wird Jürgen Trittin, damit er von dem schwäbischen Hausmann lernt mit Geld umzugehen.

Sigmar Gabriel (Siggi-Pop)** wird sich um die Landwirtschaft kümmern. Wohlgenährt und pausbackig ist er der Beste für den Deutschen industriellen Nährstand (DiN).

Hans-Olaf Henkel bekommt das Wirtschaftsministerium zugeteilt. Dadurch hat er in der Einarbeitungsphase so viel zu tun, dass er keine Zeit mehr findet für die diversen Talk-Shows.

Karl Lauterbach erreicht nun endlich sein Traumziel. Als Repräsentant des Gesundheitsministeriums wird es massiv den Krankenstand reduzieren, weil alle fluchtartig die Klinik verlassen, wenn er mit seinem rheinisch-aachener Singsang zur Visite kommt.

Ronald Pofalla und Wolfgang Bosbach erhalten zu gleichen Teilen das neugegründete Ministerium für Ethik und freundlichen Umgang. Sie müssen gewährleisten, dass das Ansehen des Deutschen Bundestages keinen Schaden nimmt.

Enak Ferlemann ist der zukünftige Minister für Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit. Nun hat er endlich die Möglichkeit, zusammen mit seine Spezis aus dem Vinci-Konzern die Sahara verkehrstechnisch zu erschließen. Sand für den Unterbau der zu erstellenden Autobahnen gibts da ja genug.

Die Besetzung der übrigen Ministerien ist noch nicht durchgesickert. Entweder hat man die letzten NSA-Wanzen entdeckt oder Kanzlerin Kraft ist noch unschlüssig. mistkaeferterror wird die Leser weiterhin informieren.

Nachruf

Die bisherigen Steigbügelhalter der Ex-Kanzlerin sind von der politischen Bühne der Bundeshauptstadt verschwunden.

Rainer Brüderle hat sich nach Rheinland-Pfalz zurückgezogen. Er sucht dort nach weinköniginnentauglichen küssenswerten Winzertöchtern. Außerdem ist er noch als Berater des Krematoriumbetreibers Karl-Heinz Könsgen tätig und wirbt für die Urnenbestattung in Abwasserrohren.

Daniel Bahr ist in seiner Bankfiliale abgetaucht. Nebenberuflich arbeitet er für die DeBeKa.

Fipsi Rösler kann endlich in seinem angestammten Beruf tätig werden. Er hat sich als Augenarzt nach Afghanistan beworben und ist der Bundeswehr dabei behilflich, vor einer Bombardierung Zivilisten von Talibankämpfern unterscheiden zu können.

Guido Westerwelle reist mit seinem Lebensgefährten durch verschiedene Entwicklungsländer. Da diese die Nachricht vom Scheitern der FDP noch nicht erhalten haben, wird er immer noch als „Außenminister“ hofiert.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (welch ein Name!) wird als aufrechte Liberale Christian Lindner unter die Arme greifen. Mit dem Spaten wird sie versuchen, die verschütteten liberalen Grundsätze von Flach, Dahrendorf, Baum, Hamm-Brücher und etlichen anderen auszubuddeln.

Da gibt es ja auch noch Dirk Niebel. Der ist in der Luftverkehrsbranche aktiv und übt schon einmal auf seinem Teppich das Fliegen. (manfrech)

*Dadurch erhält Oskar Lafontaine einen direkten Zugang zur Königin, was ihm aber auch nichts mehr nützt, da die jährliche „Rede an die Nation“ von Kanzlerin Kraft geschrieben wird.

**Er beerbte Gerhard Schröder als Ministerpräsident in Niedersachsen. Nach verlorener Landtagswahl wurde er von der SPD mit dem Amt des „Pop-Beauftragten“ abgefunden,da er in seiner Jugendzeit schon einmal eine Musikveranstaltung organisiert hatte.

Die Kulturlandschaft – Erhalt oder Zerstörung

Der Oktober naht – die Felder sind abgeerntet – und wieder machen sich Geräusche breit, die davon künden, dass es unserer Kulturlandschaft an den Kragen bzw. an die Wurzel geht. Wenn dann nach Monaten die Frühlingssonne die ersten Frühblüher ihre Knospen öffnen lässt, fehlen in der Kulturlandschaft etliche Bäume und Hecken: Sie sind weggestihlt.

Seit der Erfindung der Kettensäge hat der Raubbau an der Kulturlandschaft extrem zugenommen. Seit nicht mehr Muskelkraft, gepaart mit Ausdauer, eingesetzt werden muss, um einen Baum zu fällen, fällt dieser in wenigen Sekunden oder Minuten und ist die Kettensäge erst einmal warm, geht es ratsch, ratsch, ratsch . . . und schon liegt eine Baumreihe am Boden.  Es geht nicht unbedingt um das notwendige Brennholz für einen kalten Winter, sondern oft nur darum, dass die Äste den Erntewagen behindert hatten oder der Schatten den Feldertrag minimierte. Dabei spielt dann der Wert von Bäumen und Hecken als landschaftsprägende Elemente keine Rolle. Ihr Wert als Lebensspender für viele Arten und auch für uns wird nicht bedacht.

Kleinteilige Felderwirtschaft gibt es nicht mehr und die großen Schläge werden mit überdimensionierten Maschinen bearbeitet. Da stören Bäume und Hecken.

Eine kleine Gemeinde im Elbe-Weser-Dreieck geht nun einen anderen Weg. Um das Bewusstsein für den Erhalt von Bäumen und Hecken zu schärfen, ist in Lübberstedt ein Wettbewerb gestartet worden.

Gesucht: Der schönste Baum in Lübberstedt                                                                                                                                                                                                                                  

Die Einwohner werden aufgerufen, ihren Lieblingsbaum im Ortsbereich oder in der Feldmark zu fotografieren. Dazu muss der Standort des Baumes markiert werden und in einem kleinen Textbeitrag soll begründet werden, warum gerade dieser Baum für das Foto ausgewählt wurde. (MS)

Ratsherr Uwe Tellmann will mit dieser Aktion die Einwohner für den Erhalt der Kulturlandschaft sensibilisieren: „Bäume sind mehr als Brennholz. Sie sind Lebensraum und Schutz für Menschen und Tiere.“

Bleibt zu hoffen, dass andere Gemeinden diesem Beispiel folgen. (MS)

Arabischer Frühling

Militärfahrzeuge eines französischen Herstellers werden bald durch Saudi-Arabien kurven. Das Pikante daran: Diese Fahrzeuge haben als Basis ein Chassis (Fahrgestell) des Daimler-Konzerns. Auch dies bedarf einer Genehmigung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz durch die Bundesregierung.

Kein Problem!

Des weiteren erhält Saudi-Arabien „Mehrzweck-Kampf-Fahrzeuge“ (MPCV) eines anderen französischen Herstellers. Diese sind aufgebaut auf dem Unimog-Chassis von Daimler.

Kein Problem!

Einwände des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden beiseite gewischt. Aus dem Wirtschaftsministerium von Philipp Rösler kam die Anweisung, diesen Deal durchzuwinken.

Das wird vor Jahren in Syrien nicht anders gewesen sein: Zwar nicht vom Daimler-Konzern, sondern adäquat russisch – oder?

Da kann man nur hoffen, dass eine Demokratie-Bewegung in Saudi-Arabien auch weiterhin nicht in Erscheinung tritt. (MS)

Lieber Barack Obama

Lisa (7 Jahre alt)* hat einen Brief geschrieben, der es Wert ist hier veröffentlicht zu werden.

Lieber Barack Obama,

wenn es bei uns in der Familie Probleme gibt, reden wir meistens beim Abendbrot darüber, weil dann alle zusammen sind. Meistens geht es dabei um die Arbeit und die Schule und was wir am Wochenende so machen wollen. Ziemlich oft geht es auch um Politik. In der letzten Zeit haben meine Eltern über Syrien geredet. Wenn Du mit Deiner Familie Abendbrot isst, redet ihr dann auch so wie wir? Anfangs haben meine Eltern gestritten, als es um Syrien ging und Dich, jetzt sind sie aber einer Meinung, dass es schlecht ist wenn Du Bomben wirfst. Ich fand das von Anfang an schlecht, weil ich nicht will, dass unser Haus kaputt geht durch Bomben oder dass mein Papa tot ist durch Deine Bomben. Du hast doch auch Töchter. Können die sich vorstellen, dass Du tot bist? Darüber müsst ihr beim Abendbrot einmal sprechen oder hast Du keine Zeit für Abendbrot?

Warum setzt ihr euch nicht alle Politiker an einen Tisch und redet so lange bis es ohne Bomben geht?

Meine Eltern sagen, es geht da um Giftgas und viele Tote und Verletzte. Woher kommt das Gas und die vielen anderen Waffen? Ist es nicht besser die abzuschaffen auf der ganzen Welt.

Du hast doch einmal eine Medaille bekommen für den Frieden auf der Erde. Ist die weg?

Bitte wirf keine Bomben.

Viele Grüße von Deiner Lisa

*Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt

Enten-Ilse

Der Bau einer riesigen Entenfarm in der Ukraine soll durch eine Bundesbürgschaft abgesichert werden.

Noch im Juni diesen Jahres hatte Bundesagrarministerin Ilse Aigner ein Ende von Bürgschaften dieser Art gefordert.

Das Einknicken wird damit begründet, dass sich Aigners Forderung damals auf Legehennen bezogen habe, nicht aber auf Enten.   Für die gebe es in Deutschland keine spezifischen Tierschutzregeln. (MS)

Deutsche Bahn: Mainz ist überall

Dr. Anton Hofreiter, Vorsitzender im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, in einem Gastkommentar für die Deutsche Verkehrszeitung zum Bahnchaos in Mainz:

Das Bahnchaos in Mainz ist nur die Spitze eines Eisbergs. Und diese Spitze zeigt sich nur zufällig in Mainz. Der personelle Engpass der Deutschen Bahn AG existiert in allen Regionen. Auch München, Dresden oder Kiel (*) hätten zum Synonym für eine verfehlte Unternehmenspolitik werden können. Die Situation ist Ergebnis eines kurzsichtigen Gewinnstrebens. Die Konzernchefs Mehdorn und Grube gaben alles für eine größtmögliche Rendite. Dass das Netz verlottert und wichtige Fachleute fehlen ist da zweitrangig.

Eine Weile geht so eine Unternehmenspolitik gut. Kurzfristig konnten Mehdorn und Grube dem System Bahn Geld entziehen und es beispielsweise in Großbritannien oder Übersee investieren. Aber mittelfristig zeigt sich, dass die beiden den Bogen überspannt haben. Sie haben mit ihrer Personal- und Infrastrukturpolitik die Basis des Unternehmens in Frage gestellt.

Höchste Zeit umzusteuern. Eine neue Personalpolitik erfordert nicht nur mehr Fahrdienstleiter. Eine neue Personalpolitik sollte ganz oben im Konzern ansetzen: im Vorstand. Auch der alleinige Gesellschafter der Deutschen Bahn trägt Verantwortung. Verkehrsminister Peter Ramsauer muss endlich aus seiner Lethargie herauskommen und die Unternehmenspolitik spürbar begleiten. Er muss die Gemeinwohlinteressen des Bundes gegenüber der Bundesgesellschaft vertreten. Das würde allerdings einer kleinen Revolution im Hause Ramsauer gleichkommen.

(*) auch Bremen oder Oldenburg

mistkaeferterror meint dazu: Ramsauer kümmert sich lieber um Flensburger Punkte und sein Adlatus Enakardo da Vinci Ferlemann verschleißt sich in Sachen A20/22