Dem Wasser stinkt es

24. April 2015

Mehr als 80 Prozent des Trinkwassers wird in Niedersachsen aus Grundwasser gewonnen. In dem aktuellen Bericht über den Zustand des Trinkwassers stellt der niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz fest, dass an jeder dritten Messstelle der für die Gesundheit unbedenkliche Wert von 50 Milligramm Nitrat je Liter im Grundwasser der Trinkwassergewinnungsgebiete überschritten wird.

Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Wasserversorger Alarm schlagen: Nitrat lässt sich bei der Aufbereitung des Wassers nicht herausfiltern und gelangt somit in die Nahrungskette.

Dazu die zuständige Staatssekretärin im Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Diplom-Agraringenieurin Almut Kottwitz: „Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Nur wenn es gelingt, die Einträge aus der Landwirtschaft zu reduzieren, ist auch für die Zukunft der Grundstock für sauberes Trinkwasser gelegt.“

Die Nitratbelastung im Grundwasser ist seit 2008 nicht zurückgegangen. Besonders hoch ist der Nitratgehalt in den viehreichen Landkreisen Cloppenburg und Vechta. Dort werden sogar an jeder zweiten Messstelle erhöhte Werte gemessen. Erhöhter Viehbestand, immer weniger Gras- und Brachland und die Gärreste aus den Biogas-Anlagen tragen dazu bei, dass auf absehbare Zeit keine Verminderung der Nitratwerte eintreten wird.

Landwirtschaftsminister Christian Meyer fordert schon seit einiger Zeit eine Neuregelung der bundesweiten Düngeverordnung. Dadurch sollen Kontrollen verstärkt möglich werden. Das funktioniert dann aber auch nur, wenn genügend Kontrolleure vor Ort eingesetzt werden.

Bislang stemmt sich jedoch die Landwirtschaft dagegen, wie so oft gegen alles, was der Erhaltung der natürlichen Ressourcen dient.  Artenschutz und Moorschutz lassen grüßen!

Dabei wäre es jetzt schon möglich, regulierend einzugreifen: Die Viehbestandsdichte muss an die Fläche gekoppelt werden. Dabei muss natürlich ausgeschlossen sein, dass, findig wie Bauern sind, Flächen in Afrika oder Südamerika herangezogen werden.**

* Nitrat wandelt sich im menschlichen Körper um und ist krebsfördernd.

** Schon heute werden mehr als 3 Millionen Hektar in Südamerika und Afrika für den deutschen Fleischkonsum zweckentfremdet.

 

 

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Unter Räubern

22. April 2015

Die Testphase wird abrupt beendet. BASF zieht sich vom Jade-Weser-Port zurück.

Erst im Januar diesen Jahres hatte die Badische Anilin- und Soda-Fabrik angekündigt, den Jade-Weser-Port für die weltweiten Exporte zu nutzen. Nun hat das Chemieunternehmen die Testphase gestoppt und seine Aktivitäten in Wilhelmshaven beendet.

Als Grund wird die geringe Zahl der Abfahrten genannt.

Das ist nur vorgeschoben, denn schon im Januar müsste bekannt gewesen sein, wieviele Abfahrten der Jade-Weser-Port haben wird. Die Zahlen sind seit dem eher nach oben gegangen. Für eine Testphase sind knapp vier Monate auch viel zu kurz. Es ist eher zu vermuten, dass in der Chefetage in Ludwigshafen ein reger Lobbyisten-Verkehr eingesetzt hatte.

In der Hafenwirtschaft herrscht ein starker Wettbewerb, da wird mit harten Bandagen um jeden Kunden gekämpft. Da ist es nicht verwunderlich, wenn versucht wird, abtrünnige Kunden wieder zurückzuholen. Mit allen Mitteln.*

Die Hamburger Pfeffersäcke und die Rotterdamer Oranjes werden sicher alles versucht haben, den Wilhelmshavenern diesen Fisch wieder von der Angel zu reißen. Leider ist es ihnen gelungen. (MS)

*mistkaeferterror fragt: Ist da vielleicht auch Geld geflossen?

Siehe auch: Kommt Zeit . . . . kommt TEU (18.01.15), Jade-Weser-Port: Aus Bröckchen werden Brocken (14.04.15)

 

Geadelt

19. April 2015

In einem Interview mit einem Blogger stellt Der Spiegel fest: „Sie wählen Nachrichten aus und ordnen sie ein. Das ist journalistische Arbeit.“*

Danke Spiegel! Genauso ist es bei mistkaeferterror.

 

 

????????????????  Dr. Geo Trupes-Ferrum freut sich über die Auszeichnung

 

*Der Spiegel, Nr. 17 – 18.4.2015

Hat er sein Kind verstoßen?

17. April 2015

Am Mittwoch dieser Woche fanden sich die Mitglieder des Vereins Bremer Spediteure zu ihrer regelmäßigen Versammlung zusammen. Hauptthema war die Verkehrspolitik im Norden. Dazu hatten sie den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, eingeladen.

Neben der Ankündigung des Planfeststellungsverfahrens für den Autobahnabschnitt A 281 zwischen den Anschlussstellen Kattenturm und Airport-Stadt noch in diesem Frühjahr, betonte er in seinem Gastvortrag noch die Priorität der Hinterlandanbindung der Seehäfen.

Mit keinem Wort erwähnte er dabei die A 20.

Vielmehr sollen bis zu 400 Millionen Euro investiert werden, um Engpässe im Schienennetz zu beseitigen. Dadurch soll der Güterverkehr auf der Schiene gestärkt werden.

„Die Projekte sind von großer Relevanz für eine erfolgreiche Zukunft der deutschen Logistik und der Wirtschaft insgesamt“, so Ferlemann.

 

Straßen wichtiger als wohnen

Autobahnbaub16. April 2015

Die Gesamtwohnfläche in der Bundesrepublik, umgerechnet auf die Einwohner, ergibt einen Wert von 46 Quadratmeter pro Person. Für des Bürgers „liebstes Kind“ ist die Fläche fünf mal so groß: 230 Quadratmeter pro Einwohner sind für Verkehrswege asphaltiert und betoniert. Deutschland hat eines der dichtesten Straßennetze auf der Welt; trotzdem werden täglich 73 Hektar für Verkehrs- und Siedlungsflächen verbraucht.

Die Bundesregierung hat sich zwar vorgenommen, bis zum Jahr 2020 den Verbrauch auf 30 Hektar/täglich zu reduzieren, wie sie das erreichen will, sagt sie jedoch nicht.

Ausgehend allein von den Projekten des neuen Bundesverkehrswegeplans wird der Flächenverbrauch eher steigen.

Merkwürdig!

Gegen die Ausweisung von Naturschutzgebieten, gegen die Ausweisung von Ausgleichsflächen als Ersatz für die Versiegelung von Böden durch den Straßenbau gehen die Bauern auf die Barrikaden. Dass für die sogenannte Küstenautobahn mehr als 1000 (Tausend) Hektar Land versiegelt werden und somit für immer verloren gehen, wird von ihnen akzeptiert.

 

Jade-Weser-Port: Aus Bröckchen werden Brocken

Jade-Weser-Port Luftbild

Foto: JadeWeserPort-Marketing GmbH & Co KG

14. April 2015

Nur Fantasten konnten glauben, dass der Jade-Weser-Port (JWP) gleich nach der Eröffnung so boomt wie Rotterdam oder Hamburg. Reeder sind per se konservativ und benötigen daher etwas Anlaufzeit, um die Vorteile eines Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven zu erkennen und dann auch noch zu nutzen. Auch Reeder können rechnen!

Wilhelmshaven wird nicht die Größe Rotterdams erreichen, aber, allen auch medialen Unkenrufen zum Trotz, die Wende ist vollzogen: Langsam und stetig wächst der Umschlag.

Nach BASF und Tschibo wird am heutigen Tag die Molkerei Rücker aus Aurich erstmals Container über den JWP auf die Reise schicken. Bisher erfolgte das über Bremerhaven und Hamburg.

Firmenchef Klaus Rücker: „Als Familienunternehmen von der Küste Norddeutschlands wollen wir unsere Region aktiv wirtschaftlich unterstützen.“

Es sind jedoch sicher nicht nur diese hehren Ziele, sondern einfach auch die Tatsache, dass Wilhelmshaven näher an Aurich liegt als Bremerhaven oder Hamburg. Das bedeutet niedrigere Transportkosten durch kurze Wege.

Eine weitere Auslastung wird der JWP durch das sich anbahnende Geschäft mit China haben. Firmen aus der Provinz Fujian, dem Carrara Chinas, planen ein Umschlagszentrum für Baustoffe wie Fliesen und Natursteine in der Logistikzone des Tiefwasserhavens. Von dort sollen künftig Baumärkte und andere Kunden mit chinesischen Natursteinprodukten beliefert werden.

Siehe auch: 20.12.14 Der scheinheilige Schiffer, 06.01.15 Da kommt Freude auf: . . . , 18.01.15 Kommt Zeit . . . kommt TEU

mistkaeferterror glaubt an den Jade-Weser-Port