So schnell kann es knallen

27. November 2018

Am Wochenende hatte die russische Küstenwache Patrouillenbooten der ukrainischen Marine die Durchfahrt in der Meerenge von Kertsch vor der annektierten Halbinsel Krim verweigert und drei ukrainische Schiffe beschossen und anschließend aufgebracht. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko kündigte daraufhin an, dass von Mittwoch an für 30 Tage das Kriegsrecht gelten solle. Das Parlament billigte diese Maßnahme am Abend mit großer Mehrheit.

Merkel und Putin erörterten Krise zwischen Moskau und Kiew 

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Kremlchef Wladimir Putin haben am Montagabend die aktuelle Krise zwischen Russland und der Ukraine erörtert.
Bei ihrem Telefonat bat Putin die Kanzlerin, auf die ukrainische Führung einzuwirken, «keine weiteren unüberlegten Schritte» zu ergreifen, wie die russische Agentur Tass berichtete. Dazu schilderte Putin die Situation als «provokative Aktionen» der ukrainischen Seite, sowie als «grobe Verletzung internationalen Rechts durch deren Kriegsschiffe» und als «beabsichtigtes Ignorieren der Regeln der friedlichen Passage durch territoriale Gewässer der Russischen Föderation».

*Quelle: dpa, 27.11.2018 – 8.17Uhr

Dazu mistkaeferterror: Gut, dass die Bundeskanzlerin des Russischen und der Kreml-Chef des Deutschen mächtig ist und beide sich gut kennen.

Schlecht, dass Nato-Generalsekretär Stoltenberg der Ukraine Unterstützung zugesagt hat. Wie soll die dann aussehen? Verhandeln oder schießen? Vielleicht wäre es besser gewesen, einfach mal nichts zu sagen und abzuwarten.

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Umweltschäden? Was geht uns das an! Darum sollen sich die Enkel kümmern!

22. November 2018

Passend zum gestrigen Buß- und Bettag präsentierte das Umweltbundesamt die Rechnung: Eine Tonne CO2 verursacht Umweltschäden von 180 Euro

164 Milliarden Euro – so hoch sind die Gesamtkosten der deutschen Treibhausgas-Emissionen im Jahr 2016. Mit dieser Rechnung machte das Umweltbundesamt auf die Kosten des Umweltschutzes aufmerksam.

Der Ausstoß einer Tonne Kohlenstoffdioxid verursacht dem Umweltbundesamt zufolge Schäden in der Natur von 180 Euro. Umgerechnet auf die Treibhausgas-Emissionen Deutschlands im Jahr 2016 entspricht das Gesamtkosten von rund 164 Milliarden Euro, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Zu viele Treibhausgase, Luftschadstoffe und andere Umweltbelastungen schädigen Gesundheit, zerstören Ökosysteme und lassen Tiere und Pflanzen aussterben. Dazu kommen wirtschaftliche Einbußen durch Produktionsausfälle, Ernteverluste und Schäden an Gebäuden und Infrastruktur.

„Maßnahmen für den Umwelt- und Klimaschutz sparen uns und kommenden Generationen viele Milliarden Euro durch geringere Umwelt- und Gesundheitsschäden“, so UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. „Das sollten wir auch bei der Diskussion um Luftreinhaltung oder den Kohleausstieg nicht vergessen.“

Das Umweltbundesamt hat seine Empfehlungen zur Ermittlung solcher Schäden aktualisiert und die Umweltkosten neu berechnet. Dazu zählt auch der Betrag, den Menschen bereit wären, für die Vermeidung von Gesundheitsschäden zu bezahlen.

Die „Methodenkonvention 3.0“* soll helfen, Umweltschäden deutlich zu machen und Kosten des Umweltschutzes gegenüber zu stellen. So verursacht der Umweltbehörde zufolge zum Beispiel eine Kilowattstunde Braunkohlestrom Umweltkosten von durchschnittlich 20,81 Cent. Der 2016 in Deutschland erzeugte Braunkohlestrom führte den Angaben zufolge zu Umweltkosten von 31,2 Milliarden Euro. Eine Kilowattstunde Strom aus Windenergie führe dagegen lediglich zu Umweltschäden von 0,28 Cent. Die Schäden durch Emission einer Tonne Feinstaub im Verkehr beziffert das Amt auf 59.700 Euro, die einer Tonne Stickoxide auf 15.000 Euro. Das macht im Jahr 2016 Umweltschäden von 1,49 Milliarden Euro für Feinstaub und 7,29 Milliarden Euro für Stickoxide.

Quelle: Umweltbundesamt, 20.11.2018

*Umweltbundesamt_Methodenkonvention-3-0_methodische-grundlagen

Trübe Brühe zwischen Weser und Elbe

21. November 2018

Naturschützer haben Gewässerbelastung in der Region untersucht: Mängelquote von 88 Prozent
„Trübe Brühe zwischen Weser und Elbe“, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Pressemitteilung überschrieben. Bei der „Aktion Wasser“ hatten die Naturschützer seit dem Frühjahr mehr als 170 Gewässer- und Grundwasser-Proben in den Landkreisen Cuxhaven, Osterholz und Wesermarsch untersucht.
62 Proben stammten aus stehenden oder fließenden Gewässern der Region; davon befanden sich 88 Prozent in keinem guten Zustand. Dazu kamen noch 110 Proben aus privaten Hausbrunnen; bei 59 Prozent der Fälle war das Brunnenwasser mäßig bis sehr kritisch belastet. Neun Prozent der Werte überschritten sogar den offiziellen Grenzwert für Trinkwasser von 50 Milligramm pro Liter.
„Ursache für die Belastung der Gewässer und des Grundwassers ist vor allem die aktuell intensive Form der Landwirtschaft“, so der Biologe Bernd Quellmalz von der BUND-Regionalgruppe Unterweser. Nitrat sei für Menschen zwar „erst einmal nicht giftig, im Magen und Darm aber wird es durch Bakterien zum giftigen Nitrit umgebaut.“ Es gilt als krebserregend und führt vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen dazu, dass das Blut nicht mit hinreichend Sauerstoff versorgt wird. Für die Natur mit ihrer Artenvielfalt stelle die zu hohe Nährstofffracht ebenfalls ein großes Problem dar, so Quellmalz.
Bei der diesjährigen „Aktion Wasser“ hatte der BUND an Info-Ständen zur Abgabe von Wasserproben aufgerufen und bei Schulungen 13 Ehrenamtler zu Datensammlern qualifiziert.
BUND-Geschäftsführer Quellmalz fordert: „Die Politik muss endlich auf allen Ebenen handeln. Wir werden auf jeden Fall weitermachen und suchen für weitere Wasseruntersuchungen noch Unterstützung.“

Quelle: http://www.bund-weser-elbe.de/aktionwasser oder 01 76 / 51 63 80 85.

mistkaeferterror fragt: Nitrat und Gifte im Lebensmittel Wasser? Wo das wohl herkommt?

 

Hyperloop

18. November 2018

HHLA prüft Containertransport mittels Hyperloop

Bei einer Behörde hat man das schon einmal gesehen. Nach der Bearbeitung eines Antrags packt der Beamte das Schriftstück in so eine Art Metallbombe und verfrachtet diese in eine der Röhren, die in der Ecke des Büros aus der Decke kommen und im Fußboden verschwinden. Die Metallbombe mit den Unterlagen saust von dannen und kommt in irgendeinem anderen Büro wieder zum Vorschein. Dort mit der noch fehlenden Unterschrift des Abteilungsleiters versehen, kommt die Akte wiederum in die Bombe, dann in eine dieser Röhren, die auch in diesem Büro in der Ecke vom Fußboden durch die Decke verlaufen und schwupps ist sie wieder an der Ausgangsstelle, wo der Antragsteller auf sein Schriftstück wartet. So schnell geht es nicht immer, aber schneller als sie der Erstbearbeiter zu Fuß über drei Stockwerke in das Zimmer seines Vorgesetzten hätte bringen können.
Rohrpost wurde das und wird das auch heute noch genannt.
Der Name ist zu simpel. Deshalb ist das heute ein Hyperloop – super Flug – oder was immer das auch sonst heißen mag.

Nun prüft der Hamburger Terminalbetreiber HHLA den Containertransport mit der Rohrpost – Entschuldigung – Hyperloop-System. Die in Röhren verlaufenden Kapseln sind mit einer Geschwindigkeit von rund 1200 Stundenkilometern unterwegs und würden den Umschlag im Hafen revolutionieren. „HHLA und HTT verhandeln derzeit über ein Joint-Venture mit dem Ziel, im Hamburger Hafen ein Hyperloop-Projekt zu testen“, bestätigt HHLA-Sprecher Hans-Jörg Heims das Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem kalifornischen Anbieter Hyperloop-Transportation-Technologies (HTT). Details der Gespräche gibt die Hamburger Hafen- und Logistik AG jedoch nicht preis.
Der Clou bei der Hyperloop-Idee: Die Transportbehälter bewegen sich in engen Röhren in einem Fast-Vakuum. Aufgrund des wegfallenden Luftwiderstandes soll ein Tempo im Bereich der Schallgeschwindigkeit möglich werden. Der Fahrweg verläuft oberirdisch auf Stützen. Solarzellen auf den Röhren sorgen für die Stromversorgung. Die Kapseln bewegen sich fahrerlos und computergesteuert.

HTT lässt derzeit in Toulouse einen Prototyp herstellen

Ursprünglich für ultraschnelle Reisen von Menschen und damit als Alternative zu Flugzeug und Bahn erdacht, möchten HHLA und HTT das Prinzip nun auf Warenlieferungen übertragen. Das Verkehrsnetz im Hamburger Hafen ist durch den Weitertransport von neun Millionen Containern pro Jahr hochgradig belastet. Der Hyperloop könnte zum Befreiungsschlag werden, die Boxen direkt an den Terminals aufnehmen und ins Umland befördern. Erst dort würden sie auf Lkw verladen. Die Kapazität taxieren die Planer auf bis zu vier Millionen Container jährlich. Für den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur im Großraum Hamburg erwarten Experten Kosten in mehrfacher Milliardenhöhe.

Quelle: BZ 16.11.2018

 

Für Amazon nichts Neues

Während man in Hamburg bezüglich des Hyperloop noch ganz am Anfang steht und auch die Finanzierung des Projekts noch nicht geklärt ist, ist Amazon auf diesem Gebiet schon sehr viel weiter. Unbemerkt von der Öffentlichkeit ist in Geesthacht ein Bauprojekt verwirklicht, das entfernt an eine Raffinerie erinnert. Der Laie sieht nur Röhren, aber diese Röhren haben es in sich. Darinnen befinden sich Bomben verschiedener Größen, die dazu geeignet sind, in ihrem Innern Pakete zu transportieren.
Dazu der Projektleiter von Amazon Nord Friedrich Luft: „Wir sind jetzt schon in der Lage, von hier aus durch unsere Röhren Pakete aller Größen in die verschiedenen Unterverteilstellen der größeren Städte zu jagen.“
Von dort werden sie dann derzeit noch per Elektro-Laster zu den jeweiligen Haushalten gebracht.

„Beginnend in den größeren Städten planen wir die Verrohrung aller Haushalte, damit die Sendungen klimaneutral zu den Kunden kommen“, ergänzt Friedrich Luft mit einem Schmunzeln.

 

 

Das Bild zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Innenleben des Amazon-Komplexes in Geesthacht.

 


Das Bild zeigt die Anlage, wie sie von dem Terminalbetreiber HHLA verwirklicht worden ist: Die Verrohrung verläuft oberirdisch.

Im Bild unten kann man die Verrohrung von Amazon nicht sehen: Sie verläuft unterirdisch, Spaziergänger können lediglich an einem kaum hörbaren Summton merken, dass unter ihnen Pakete durchrauschen.

 

 

Quelle: unbekannt

 

 

Tiere abknallen – just for fun!

14. November 2018

Neuigkeit zur Petition von Dr. Christian Felix – Deutschland

Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner,

seit März diesen Jahres ist Svenja Schulze Nachfolgerin von Barbara Hendricks als Bundesministerin im SPD-geführten Umweltministerium. An sie richtet sich nun unser Apell, das Bundesamt für Naturschutz anzuweisen, die lockere Genehmigungspraxis bei der Einfuhr von Jagdtrophäen endlich zu stoppen. Nach den USA ist Deutschland der größte Importeur von Jagdtrophäen.

Im Mai 2017 hörten wir im Bundesamt für Naturschutz bei der Übergabe dieser Petition von Staatssekretär Jochen Flasbarth (SPD), dass die Position der Bundesregierung „gut begründet“ sei. Eine Begründung hörten wir indes nicht. Auch die nachgeschobene schriftliche Erklärung überzeugte nicht [1]. Flasbarth ist Staatssekretär geblieben, nachdem er vorübergehend den Vorsitz der Geschäftsführung der Gesellschaft für Zwischenlagerung übernommen hatte, als es vor einem Jahr noch nach einer Jamaika-Koalition aussah [2]. Somit steht die Bundesregierung, auch personell, weiterhin zur Trophäenjagd.

Doch wir sind uns sicher, dass sich am Ende die stärkeren Argumente durchsetzen werden. Wir werden nicht ruhen, bis sich die Bundesregierung dem Vorbild anderer Länder anschließt und die Unterstützung für die Trophäenjagd beendet. Elefant, Löwe, Leopard, Gepard, Nashorn, Giraffe – all die Tiere, die vor ihrer Ausrottung stehen und auch andere – dürfen nicht weiter von deutschen Hobbyjägern zum Spaß abgeknallt werden.*

Wir sind die Stimmen derer, die selbst keine haben. Wir werden täglich mehr. Heute sind wir 400 000.

Herzliche Grüße
Christian Felix

Quellen:

[1] https://www.bmu.de/download/hintergrundpapier-zum-thema-trophaeenjagd/
[2] https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/neue-posten-macht-und-gehalt-zu-verteilen/20799216.html

*Aus sicherer Quelle wissen wir, dass ein solcher Hobbyjäger auch im Elbe-Weser-Dreieck (Hipstedter Raum) lebt.

Hintergrundinformation

Frau Schulze, stoppen Sie den Import von Jagdtrophäen geschützter Tierarten!

Dr. Christian Felix hat diese Petition an das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit Bundesministerin Svenja Schulze gestartet.
Der Jagdtourismus trägt maßgeblich zur Ausrottung selten gewordener Tierarten in Afrika bei. Unglaublich aber wahr. Das Bundesamt für Naturschutz erteilt noch immer Importgenehmigungen für Jagdtrophäen. Doch wir können etwas dagegen tun. Unterschreiben Sie diese Petition, damit Deutschland künftig die Einfuhr von Trophäen bedrohter Arten verweigert.

Hintergrund

Jagdskandale wie die grausame Pfeil-Jagd eines amerikanischen Zahnarztes auf den Löwen Cecil oder der Abschuss von Ncombo, Afrikas größtem Elefantenbullen, durch einen Berliner Immobilienmakler sind keine Einzelfälle. Jahr für Jahr fallen rund 600 Löwen, 800 Leoparden und 900 Elefanten Hobbyjägern zum Opfer. Dabei sind die schönsten und stärksten Tiere als Trophäe besonders beliebt, was die Jagd auf die von Wilderei bereits bedrohten Arten noch mörderischer macht. Denn gerade diese Tiere sind für die Arterhaltung am wichtigsten.
Wer einen Elefanten mit langen Stoßzähnen erschießt, raubt einer ganzen Herde das Wissen, das sie zum Überleben braucht, denn nur die alten, erfahrenen Elefanten kennen die Migrationsrouten und Wasserstellen in Dürrezeiten und wissen um die Wirkung heilender Pflanzen. Wer ein stattliches Löwenmännchen erlegt, bringt Stress und Rivalitätskämpfe in das Rudel, ist für den Tod der Nachkommen verantwortlich und sorgt für eine genetische Verarmung.
Je seltener ein Tier desto begehrter und teurer die Jagd. Für das Töten eines Elefanten zahlt der Hobbyjäger 17.000 bis 65.000 Euro. Selbst die wenigen Bullen der 200 noch lebenden Wüstenelefanten in Namibia werden für entsprechende Entgelte legal ins Visier genommen. Für 280.000 Euro dürfen auch die letzten Vertreter der Spitzmaulnashörner erschossen werden.
Jagdanbieter werben gerne mit dem Argument der angeblichen Nachhaltigkeit der Trophäenjagd; die Geldeinnahmen für die Vergabe der Abschusslizenzen kämen dem Artenschutz und der lokalen Bevölkerung zugute. Zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten Jahre widerlegen genau dies. Die Bevölkerung bekommt von den Jagdeinnahmen praktisch nichts ab, in den Jagdländern Tansania, Namibia, Sambia, Zentralafrikanische Republik, Burkina Faso und Benin sind es gemittelt 30 Cent pro Kopf und Jahr. Noch weniger profitiert der Artenschutz in den gerade in Jagd- und Naturschutz-Angelegenheiten von Korruption geplagten Ländern. In den meisten Jagdgebieten geht nicht nur der Wildtierbestand rapide zurück, auch die dort lebende Bevölkerung verarmt immer mehr. Weil es an alternativen Erwerbsmöglichkeiten mangelt, wird sie zur Wilderei gezwungen, um ihre Existenz zu sichern. Den größten Profit beim Verkauf der Abschusslizenzen streichen indes die ausländischen Anbieter der Jagdsafaris ein.
Länder wie Namibia und Tansania locken Jagdtouristen in der Hoffnung auf Devisen. Doch gerade in Tansania hat die Strategie der nachhaltigen Jagd komplett versagt. Im größten Jagdgebiet Afrikas, dem Wildreservat Selous und Umgebung, schlachteten Wilderer in den letzten fünf Jahren 57.000 Elefanten ab. Für die Hobbyjäger gibt es jetzt dort nichts mehr zu schießen. Kenia dagegen hat bereits 1977 die Jagd verboten, Botswana 2014. Aus gutem Grund. Wirtschaftlichen Studien zufolge schafft der Fototourismus wesentlich mehr dauerhafte Jobs als der Jagdtourismus und ist um ein Vielfaches lukrativer. Ein Elefant beispielsweise trägt zum BIP umgerechnet 1,5 Mio. Euro bei, bezogen auf seine gesamte Lebensspanne von 70 Jahren.
Die EU hat inzwischen den Import von Trophäen getöteter Elefanten aus Tansania, Mosambik und Kamerun verboten. Löwentrophäen dürfen Jäger aus Äthiopien, Benin, Burkina Faso und Kamerun nicht mehr mitbringen. Dadurch verliert die Jagd ihren Reiz. Doch aus anderen Ländern, in denen die Wildtierbestände teilweise dramatisch eingebrochen sind, ist die Einfuhr von Jagdtrophäen gefährdeter Arten weiterhin möglich.
Deutschland verhindert das bisher nicht, obwohl gerade deutsche Jäger einen hohen Anteil an der Jagd auf streng geschützte afrikanische Tierarten haben. In den letzten zehn Jahren wurden die Trophäen von 323 Elefanten, 417 Leoparden, 195 Löwen, 24 Breitmaulnashörnern und 2 Spitzmaulnashörnern nach Deutschland eingeführt. Das dem Ministerium für Umwelt und Naturschutz unterstellte Bundesamt für Naturschutz hat damit 99,7 % aller Import-Anträge für die Trophäen besonders schützenswerter Tierarten genehmigt (aufgelistet in Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens CITES).
Dabei wäre das Amt nach der EU-Artenschutzverordnung 338/97 verpflichtet, jeden Importantrag hinsichtlich der Mindestanforderungen für die Einfuhr von Exemplaren gefährdeter Tierarten zu prüfen. Danach darf die Erteilung einer Einfuhrgenehmigung das Verbreitungsgebiet der Population nicht beeinträchtigen oder sonstigen Belangen des Artenschutzes entgegenstehen und muss dem Schutz der betreffenden Art dienen.
Die Großwildjagd ist ein Relikt aus der Kolonialzeit, sie ist ethisch nicht vertretbar, lässt die lokale Bevölkerung verarmen und heizt die Wilderei an, sie dient weder der Arterhaltung noch dürfte sie im Interesse des einzelnen Tieres stehen. Es wird höchste Zeit, dass Deutschland seiner rechtlichen Verpflichtung nachkommt.
Quellen
IUCN/PACO: Big Game Hunting in West Africa. What is its contribution to conservation? IUCN, Cambridge, 2009, ISBN: 978-2-8317-1204-8
Sara Wehrli: Jagdtourismus: Die Schattenseite unserer „Heger und Pfleger“, Fachstelle Wildtiere STS, Basel, 2014, http://www.tierschutz.com
„Duties of the CITES Scientific Authorities and Scientific Review Group under Regulations (EC) No 338/97 and (EC) No 865/2006”, http://ec.europa.eu/environment/cites/pdf/srg/guidelines.pdf
„Verordnung (EG) Nr. 338/97 des Rates vom 9. Dezember 1996 über den Schutz von Exemplaren wildlebender Tier- und Pflanzenarten durch Überwachung des Handels“, http://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/HTML/?uri=CELEX:31997R0338&from=EN
„Einfuhr von Jagdtrophäen, Antwort der Bundesregierung, 13.10.2015“, http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/063/1806317.pdf
„Großwildjagd: Der ganz legale Ausverkauf bedrohter Arten“, http://www.prowildlife.de/presseinformation_trophaenjagd_KleineAnfrage_2015
„Elefantenmassaker in Tansania“, http://www.reaev.de/wordpress/wp-content/2015/05/pm5_apr2015_rea3.pdf
The David Sheldrick Wildlife Trust: „Dead or Alive? Valuing an Elephant“, http://www.iworry.org
Economists at Large: The $200 million question: How much does trophy hunting really contribute to African communities?, A report for the African Lion Coalition, prepared by Economists at Large, Melbourne, Australia, 2013