Schweinefleisch: Hauptsache billig

9. Juni 2017

 

Das Foto stammt nicht aus dem im Text unten erwähnten Betrieb, die Zustände dort dürften jedoch ähnlich sein.

 

Versteckte Kameras dokumentieren massive Gesetzesverstöße in Ferkelzuchtbetrieb

Über 6 Monate wurden die Vorgänge eines Ferkelzuchtbetriebs in Zeven (bei Bremen) von Tierrechtlern dokumentiert. In dieser Zeit ist über 100 Std. Videomaterial entstanden. Immer wieder schlichen sich die Aktivisten nachts in die Anlage, in der ca. 2.500 Zuchtsauen gehalten werden. Sie installierten versteckte Kameras und konnten so die grausamen Praktiken dokumentieren.

„Auf den Aufnahmen ist zu sehen, dass ganz offensichtlich kranke Ferkel nicht tierärztlich versorgt worden sind, sondern einfach so lange auf den Boden geschlagen wurden, bis sie vermeintlich tot waren. Diese gesetzeswidrige Praktik führte offenbar dazu, dass ein Tier überlebte und anschließend wohl qualvoll im Mülleimer verendete“, so Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros.

Hinzu kommt, dass die Spaltenböden an einigen Stellen zu groß sind, mit der Folge, dass Ferkel in die Spalten fallen und qualvoll sterben. Ganz offensichtlich wird dieser „Verlust“ vom Betreiber der Anlage mit einkalkuliert, denn die zu großen Spalten finden sich überall in dem Betrieb.

Aber auch die Sauenhaltung im so genannten Kastenstand verstößt gegen die Tierschutz-Nutztierverordnung. Dort heißt es, dass der Kastenstand so breit sein muss, wie das Tier hoch ist, damit sich die Sau ungehindert hinlegen kann. Bei dem dokumentierten Betrieb im niedersächsischen Zeven unterschritten, die von den Tierrechtlern geprüften Kastenstände diese Vorgabe. Teilweise stand den Tieren 20 % weniger Platz zur Verfügung, als ihnen gesetzlich eigentlich zusteht. „In diesen Käfigen können sich die armen Schweine noch nicht einmal umdrehen, das ist die reinste Tierquälerei“, kritisiert Peifer.

Das Deutsche Tierschutzbüro möchte mit der Veröffentlichung des Bildmaterials auch dazu beitragen, dass erneut über die Probleme in der Massentierhaltung und Tierzucht diskutiert wird. „Immer wieder decken wir und andere Organisationen Missstände bei der Tierhaltung auf, es sind keine Einzelfälle, sondern die Tierquälerei ist systematisch“, so Peifer, der schon hunderte von Mastanlagen von innen gesehen hat.

Das Deutsche Tierschutzbüro hat Strafanzeige gegen den Betreiber der Zuchtanlage sowie gegen eine Mitarbeiterin des Betriebs gestellt. Der Staatsanwaltschaft Oldenburg wurde die gesamte Recherche mit allen Dokumenten und über 100 Stunden Videomaterial überreicht. Laut Tierschutzgesetz § 17 bzw. § 18 müssen Täter mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro rechnen.

Die Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft wurden aufgenommen.

–   –   –   –   –   –   –   –   –   –   –   –   –   –   –

In einer ersten Stellungnahme kritisierte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer die Vorgehensweise des Tierschutzbüros. Statt direkt an die Öffentlichkeit zu gehen, wäre es besser gewesen, die für derartige Verstöße zuständige Behörde zu informieren.

Dann hätte man die Vorfälle wohl besser „unter den Teppich kehren können“ meint mistkaeferterror dazu. Wieso werden Vorkommnisse dieser Art nicht von den zuständigen Veterinärämtern festgestellt? Wo bleibt da eine regelmäßige Kontrolle? Die gibt es sicher – jedoch mit Voranmeldung und einer Frist, in der schnell noch in den Betrieben „gefegt“ werden kann.

Grüne Schwerpunkte

8. Juni 2017

Sonntags kein Online-Shoppen

So die Schlagzeile am 7. Juni im Weser Kurier und als Untertitel dann

Grüne feilen an Wahlprogramm

im nachfolgenden Text geht es dann weiter . . . .

Hannover. Niedersachsens Grüne wollen die Möglichkeiten von Online-Shopping und Callcentern an Sonntagen einschränken. Ein entsprechender Änderungsantrag solle in das Landtagswahlprogramm einfließen, sagte Landeschef Stefan Körner am Dienstag.

Ab hier hat sich die Meinung der Leserinnen und Leser schon gebildet: Die Grünen verbieten mir schon wieder etwas – genau wie damals – beim Veggie-day. Ob dann noch weitergelesen wird? Wäre schön, weil die eigentlich wichtigen (wenigen) Schwerpunkte im vorletzten Satz genannt werden: Umwelt- und Tierschutz.

Im letzten Satz muss dann natürlich Trump herhalten, es ist ja „in“, mit dem Finger auf ihn zu zeigen.          (Was macht klimapolitisch Merkel eigentlich anders als Trump?)

Da gibt es doch sicher noch mehr „grüne Themen“: Landwirtschaft – Verkehr – Rüstung – Energiewende  . . . . .

Wie der Text im Weser Kurier weitergeht, im Folgenden:

Künftig sollen Online-Kunden  zwar weiterhin am Sonntag Bestellungen aufgeben können. „Es ist aber ausreichend, wenn die Bearbeitung der Bestellung am Montag passiert. Die Mitarbeiter müssen nicht das ganze Wochenende bereitstehen“, sagte Körner. Die Grünen wollten damit „den Sonntag verteidigen“. Es gehe ihnen aber auch um gleiche Wettbewerbsbedingungen für Einzelhandel und Online-Vertrieb.
Am Sonnabend und Sonntag wollen die 191 Landesdelegierten in Wolfenbüttel über ihr Programm für die Landtagswahl im Januar 2018 abstimmen. Auf einen Koalitionspartner wollen sie sich vor dem Urnengang nicht festlegen – auch wenn es eine Präferenz für die Weiterführung des rot-grünen Bündnisses gibt. „Wir haben mit Rot-Grün viele Erfolge erzielt und würden das gerne fortsetzen“, sagte Körner. Andere Bündnispartner auszuschließen, erhöhe nur die Wahrscheinlichkeit einer großen Koalition.
Die inhaltlichen Schwerpunkte des Parteiprogramms legen die Grünen auf die Themen Umwelt- und Tierschutz. Der gerade von US-Präsident Donald Trump verkündete Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaschutzabkommen zeige, wie wichtig das Festhalten an diesen Werten sei, so die Landesvorsitzende Meta-Janssen-Kucz.

Passt irgendwie zum Thema:

Außen hui – innen pfui

7. Juni 2017

Nach einer DPA-Meldung ist die Deutsche Bahn AG derzeit im Ausland äußerst aktiv. Mit der Bahn-Tochter DB Engineering&Consulting (DB E&C) will sie vor allem in der Asien-Pazifik-Region Aufträge für die Planung neuer Schienennetze gewinnen. Dort würden etwa 90 Milliarden jährlich in das System Schiene investiert, so der Chef von DB E&C Niko Warbanoff. 

In China, Indien, Malaysia und Singapur eröffnet die Bahn-Tochter derzeit neue Planungsbüros.

„Jeder Cent, den wir dort verdienen, fließt in den Konzern in Deutschland“, so Ronald Pofalla, Konzernvorstand für Infrastruktur.

Mit Cents kennt er sich ja aus, der Ronald. Nicht etwa bei seinem Millionenjahresgehalt, sondern mit den wenigen Cents, die hierzulande in die Bahninfrastruktur fließen.

 

Nachfolgend einige Beispiele, wo die „Cents“ fehlen:

Da war der Zug gerade noch drüber gekommen.

Marode Eisenbahnbrücke – hier fährt schon lange kein Zug mehr.

Marodes Bahnhofsgebäude in Stubben/Niedersachsen

 

Hier sollte es eigentlich zweigleisig elektrifiziert sein.

Hier hat eine Maus das Kabel der Lichtzeichenanlage beschädigt – vor Monaten. Es wird wohl noch Jahre dauern . . . . .

und so weiter . . . . .

Schienengüterverkehr: Aus der Steinzeit in die digitale Zukunft

7. Juni 2017

Die Potenziale der digitalen Transformation können dem Verkehrsträger Schiene positive Impulse geben.

Google Maps für die Schiene“: In nur drei Schritten vom Schiff zum Empfänger

Mit wenigen Mausklicks soll es für den Verlader möglich sein, einen Transport von 3.000 Tonnen Kohle von Duisburg nach Mannheim mit entsprechenden zeitlichen Vorgaben von Abfahrt- und Ankunftszeit sowie dem Preis verbindlich zu bestellen.

Ab Ende 2018 will der Bahn-Konzern soweit sein. Mehr als 150 Programmierer arbeiten derzeit mit Hochdruck daran. Unrealistisch ist das nicht. So präsentiert heute schon die Bahn-Tochter Transfracht, Marktführer im Kombinierten Verkehr, eine Online-Buchungsplattform für Containertransporte im Seehafen-Hinterlandverkehr: In nur drei Schritten gelangt der Container „port to door“ vom Schiff über die Schiene auf den Hof des Empfängers. Transportanfrage, Angebot und Buchung erfolgen auf der Basis von vier Angaben: Seehafen, Bestimmungsort, Versanddatum und Containerart. Und schon gibt es einen Preis und einen Fahrplan.
Die Digitalisierung soll der Bahn mehr Kapazität bringen: drei Prozent durch schnelleres Handling, fünf Prozent zusätzlich durch optimierte Trassennutzung.

Fahrzeugintelligenz für eine europaweite Laufverfolgung

Neue Wege werden in der Schweiz beschritten. Die Güterbahn der Schweizer Bundesbahnen (SBB) setzt für den Modernisierungsschub beim Transportmittel des Schienengüterverkehrs an – dem Waggon. Ein Zug aus künftig 16 Containertragwagen ist gemäß den Vorstellungen des Branchengremiums „Technischer Innovationskreis Schienengüterverkehr (TIS) leise, leicht, laufstark, logistikfähig und Life-Cycle-Cost-orientiert. Dahinter steht moderne Fahrzeugtechnik von wartungsfreundlichen und geräuscharmen Radsätzen bis zur automatischen Kupplung gepaart mit Fahrzeugintelligenz für eine europaweite Laufverfolgung und -überwachung des Waggons.
„Der Güterzug der Zukunft kann nicht aussehen wie der jetzige. Wir brauchen den großen Schritt“, betont Jens-Erik Galdiks, Leiter Flottentechnik bei SBB Cargo, „das System des Schienengüterverkehrs ist seit den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr wesentlich verändert worden“.
Spediteur Axel Plaß, Vorsitzender des Fachausschusses Schienengüterverkehr beim Deutschen Speditions- und Logistikverband (DSLV) hält den Marktanteil der Schiene von 17 Prozent für „deprimierend“. Und erklärt sogleich, warum das so ist: „Hohe Preise, überaltertes Rollmaterial, keine Langzüge, wenig Effizienz, schwierige Suche nach Ansprechpartnern bei der Bahn. Gefordert sind nicht nur die Schienenverkehrsunternehmen. Für Abhilfe muss auch die Politik sorgen mit Innovationsförderung, mit Geld für Gleisanschlüsse und den Kombinierten Verkehr und mit einer Halbierung der Trassenpreise“.

Summ . . summ . . summ

. . Bienchen summ herum.

29. Mai 2017

Wunderbar dieses Rapsfeld – gelb bis zum Horizont. Schwer liegt der Duft der Blüten in der Luft

Beim nächtlichen Spaziergang – der Hund muss schließlich raus – bewegt sich ein Licht im Rapsfeld. Langsam, aber stetig hin .  .  . und her . . .  hin . . . und her.

Am nächsten Tag

Morgens sind die frischen Spuren zu sehen und: Der Duft ist ein anderer – im Mund ist es viel geschmeidiger – ein Zeichen von Chemie.

Bei der Recherche fündig geworden: Ein Beitrag von

top agrar
Blütenbehandlung im Raps

Blütenbehandlung – Bild: John Deere

Bei den kalten Temperaturen ist von einer verzögerten, langen Blütezeit des Rapses auszugehen. In den vergangenen Tagen war es dabei nachts öfter unter 0 °C. Dies war für die Befruchtung eher nicht förderlich.

Für Infektionen mit Sklerotinia (Weißstängeligkeit) war es deutlich zu kalt. Erst wenn die Temperaturen tagsüber bei mindestens 18 °C liegen, können Infektionen auch bei leichtem Tau stattfinden. Warten Sie mit der Behandlung, bis sich etwas wärmeres Wetter einstellt.
Bei ansteigenden Temperaturen empfiehlt sich eine Behandlung, sobald die Hälfte der oberen Triebe blüht und der Bestand somit nicht mehr grün schimmert. Um Durchfahrtsverluste zu vermeiden, sollten Sie besser abends behandeln, da die Stängel dann dynamischer sind. In der Leistungsfähigkeit der Fungizide ergeben sich aus den Versuchen nur marginale Unterschiede. Sie können z.B. 0,5 l/ha Cantus Gold, 1,0 l/ha Custodia, 1,0 l/ha Symetra, 1,0 l/ha Propulse, 0,5 l/ha Acanto + 0,5 l/ha Prosaro oder 0,5 l/ha Acanto + 0,5 l/ha Cercobin einsetzen.

Neben Sklerotinia unterdrückt man mit einer Blütenbehandlung auch Abreifekrankheiten wie Alternaria und Cylindosporium. Außerdem ergeben sich durch die Maßnahme physiologische Mehrerträge. Geben Sie keine flüssigen Bor-Dünger mit in den Tank, denn diese sind nicht verträglich. Die Zugabe von 3 bis 5 kg/ha Epso Microtop ist jedoch möglich.

Bislang war kein Rapsfeld ohne diese „späten“ Durchfahrspuren zu finden. Es wird also fast überall während der Blütezeit gespritzt. Rapsöl steht in den Lebensmittelläden in den Regalen und Rapsöl wird zusätzlich noch als besonders wertvoll für die menschliche Ernährung angepriesen. Interessant wäre, ob die bei top agrar erwähnten Chemikalien im Öl nachzuweisen sind.

Durch Zufall – oder weil der Hund und ich Lust auf einen anderen Weg hatten – sah ich dann einen Tag später die Bienenstöcke auf der anderen Seite des Rapsfelds.

Die Tierchen waren so eifrig mit den Rapsblüten beschäftigt, dass sie sich um uns nicht kümmerten.

Schön, dass der Landwirt des Nachts auf dem Feld war, tagsüber hätten die Bienen ja sonst die Spritzdusche abbekommen, war der erste Gedanke – dann kam der zweite: Das Gift nehmen sie ja trotzdem auf.

Nach dem Lesen des top agrar-Beitrags kam dann der dritte Gedanke:  „Um Durchfahrtsverluste zu vermeiden, sollten Sie besser abends behandeln, da die Stängel dann dynamischer sind.“  heißt es im Text.

Fazit

Ob der Imker weiß, dass während der Blütezeit gespritzt wurde?

Ob der Landwirt weiß, dass an seinem Feld Bienenstöcke standen (und noch stehen)?

Ob die Kunden wissen, wie das Rapsöl und der Rapshonig entstehen?