Agrarwende jetzt!

14. November 2017

Ein Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung vom 10. November 2017:

Saatkunst
Wie schön! Es ist zwar Herbst, doch erstaunlicherweise blühen die Felder. Denn die Landwirte haben eine neue Fruchtfolge ausgetüftelt, mit der sie ihre Böden wiederbeleben.
Von Rudolf Neumaier – Redakteur Feuilleton

Landwirtschaft der Zukunft – ein Feld des Vorzeigebauern Josef Seonbuchner im oberbayerischen Gallöd. Foto: Jakob Berr

Wer in diesen trüben Tagen übers Land reist, mit dem Zug oder mit dem Auto, entdeckt zwischen den Äckern erstaunlich viele Kunstwerke. Im Vorbeifahren betrachtet blühen sie, wenn sie auch nur ein paar November-Sonnenstrahlen abbekommen, wie Claude Monets „Felder im Frühling“ aus dem Jahr 1887. Kommt man näher, erinnern sie an den berühmten „Bauerngarten mit Sonnenblumen“, den Gustav Klimt in den Jahren 1905 und 1906 schuf. Besonders beliebt war dieses Motiv in den 1980ern bei den Gestaltern der Kalender, die ländliche Raiffeisen-Banken ihrer Kundschaft zu Weihnachten schenkten. Für etwa vier Wochen im Jahr hing Klimt in jeder besseren Bauernküche überm Telefon. Jetzt blühen solche Felder wieder vor den Bauernhöfen. Mitten im Herbst.
Als Agrarlaie könnte man meinen, die Felder seien verwahrlost und von heruntergekommenen Landwirten ihrem Schicksal überlassen, das jegliche Feldkultur anarchisch überwuchert. Das Gegenteil ist der Fall: Bauern, die solch museumsreife Blütenwunder auf die Felder zaubern, gehen mit der Zeit. Die neue Anbauformel heißt Mulchsaat, und wenn man sie als Modeerscheinung einstuft, dann ist Josef Seonbuchner ein Trendsetter ersten Ranges. In einer Einöde nahe Altötting im östlichen Oberbayern betreibt er eine Landwirtschaft im Nebenerwerb.
Das Feld im Norden des Bauernhofes von Josef Seonbuchner in Gallöd ist eine amtlich angepriesene Demonstrationsfläche, wie sie schöner nicht sprießen könnte. Bunt, duftend und brummend vor Insekten – das finden inzwischen selbst die Agrarbehörden so gedeihlich, dass sie Herrn Seonbuchner zu einem Vorzeigelandwirt erklärt haben. Das Erfreuliche daran: Was der Gallöder-Bauer, wie sein Hofname lautet, und einige seiner Kollegen seit Jahren probieren, spricht sich im Kollegenkreis als Erfolgsrezept herum.
Von Jahr zu Jahr stehen immer mehr von diesen Blütenfeldern in der Landschaft, die vorher flächendeckend trist wie verbrannte Erde auf den ersten Schnee wartete, damit er die nackten toten Ackerfurchen wie ein Leichentuch bedecke. Die Zukunft der Landwirtschaft blüht auf sattgrünem Fundament gelb, blau, weiß und violett. Es sind Felder, wie sie Fontane in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ besingt – nur ohne Rosen.
Die Mulchsaat kommt in Herrn Seonbuchners Fruchtfolge alle drei Jahre zum Einsatz. Das heißt: Wenn alle Landwirte, die wie er mit Wintergetreide und Mais operieren, damit arbeiten würden, sprösse im Herbst jedes dritte Feld. Die Mulchsaat-Pflanzen werden gesät, wenn das Wintergetreide im Juni geerntet ist. Innerhalb von wenigen Wochen schießen sie in die Höhe, blühen auf – und bleiben stehen, bis der erste Frost sie fällt. Dann färben sie sich braun, knicken ein und verrotten. Damit düngen sie den Boden für das darauffolgende Jahr. Wenn Josef Seonbuchner im Frühling wieder Mais anbaut, braucht er je nach Maissorte bis zu 30 Prozent weniger zusätzlichen Dünger. Denn in den Samenmischungen der Mulchsaat keimen Pflanzen, die von Juli bis zu den letzten Novembersonnenstrahlen so viel Energie von Luft und Sonne schöpfen und sie über den Winter speichern, dass die Erde noch im Frühjahr darauf davon profitiert.
„Gaaanz wichtig“: ein Paradies für Würmer und Mikroorganismen
Wenn nun der Demonstrationslandwirt Josef Seonbuchner seinen Kollegen von Pilzen und Regenwürmern erzählt, die überwinterte Pflanzenreste vertilgen und mit ihren Ausscheidungen in fruchtbarsten Boden verwandeln, schauen noch einige ungläubig mit verschränkten Armen vorm Bauch. Regenwürmer? Die meisten Maisfelder haben schon lang kein Kleingetier mehr gesehen. Würmer und andere Bodentiere sind abgewandert in Böden, die weniger intensiv und künstlich behandelt worden sind. Oder gestorben.
Je länger der Gallöder-Bauer doziert – und er referiert mit missionarischem Enthusiasmus – desto einleuchtender wird das Prozedere der Natur. Es sind Symbiosen von Insekten und Pflanzen und Mikroorganismen, von Wurzelknollen, die Stickstoff konservieren und dem Boden Mineralien bescheren. Spätestens, wenn er mit einer Gartengabel in den Boden sticht und dem Auditorium einen großen Brocken Erde vor die Nase hält, ist der Groschen gefallen. „Schauts mal“, sagt er, „in diesem Batzen stecken mehr Lebewesen als Menschen auf der ganzen Welt.“ Mit dem bloßen Auge sind zwar keine Tiere zu erkennen, allerdings weist Seonbuchners Schaustück sehr viele Wurmlöcher auf. Und diese wiederum seien „gaaanz wichtig wegen der Erosion“. Wo Regenwasser versickern kann, schwemmt es nicht den Boden weg. Umgekehrt: Wo keine Mulchsaat, da keine Regenwürmer und keine Löcher – und irgendwann keine Erde mehr auf dem Feld, auf der sich etwas anbauen ließe.
Früher haben sie nach der Maisernte die abgeschwemmte Erde mit dem Radlader vom unteren ins obere Feld gefahren, erzählt mancher Agrarökonom. Jetzt soll es wieder die Natur richten. Regenwurm statt Radlader.
Am Ende nicken die Bauern, und daheim bestellen sie eine Mulchsaat-Samenmischung. Weil die Pflanzen das Herz erfreuen, haben sie auch mal eine namentliche Erwähnung im Kulturteil der Zeitung verdient: Alexandriner- und Perserklee, Sonnenblumen, Buchweizen, Öl- und Meliorationsrettich, Malve, Ramtillkraut, Phacelia, Kresse, Koriander, Saatwicken, Leindotter, Senf, Rauhafer. Weiterblühen!

Keine Mehrheit für Neuzulassung von Glyphosat

10. November 2017

Neuigkeit zur Petition gegen Glyphosat von Sven Giegold & Martin Häusling

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

das Ende von Glyphosat ist heute ein Stück näher gerückt: Gerade eben kam in Brüssel bei einer Abstimmung der nationalen Regierungen keine Mehrheit für eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um 5 Jahre zustande. Das ist ein großer Erfolg für uns! Bitte teilt meinen Facebook-Beitrag, um die frohe Kunde von heute zu verbreiten:

https://www.facebook.com/sven.giegold/photos/a.1391357617793686.1073741827.1391306014465513/1953282701601172/?type=3&theater

Jetzt sollten die Regierungen und die EU-Kommission die Entscheidung des EU-Parlaments übernehmen: Im Parlament haben wir letzten Monat für ein Auslaufen der Glyphosat-Zulassung gestimmt. Bis zum 15. Dezember haben die Regierungen und die EU-Kommission noch Zeit, um eine Entscheidung zu treffen – dann läuft die aktuelle Zulassung von Glyphosat aus. 

Mit hoffnungsvollen Grüßen,
Sven Giegold

So steht es bei Facebook:

YES!!! Gerade entschieden: Keine Mehrheit in Brüssel für Glyphosat-Neuzulassung. Bei einer Abstimmung der nationalen Regierungen kam keine Mehrheit zustande. Das ist ein großer Erfolg der Bürgerinnen und Bürger, die sich gegen das Ackergift gestellt haben. Jetzt sollten die Regierungen und die EU-Kommission die Entscheidung des EU-Parlaments übernehmen: Im Parlament haben wir letzten Monat für ein Auslaufen der Glyphosat-Zulassung gestimmt. 2022 wäre dann das Herbizid spätestens vom Acker. Heute ist klar geworden, dass es für eine Laufzeitverlängerung von Glyphosat keine Mehrheit in Europa gibt. Die Tage des Ackergifts sind gezählt! Teilt und liked diesen wunderbaren Erfolg!

 

 

Klima versus Arbeitsplätze

8. November 2017

EU-Emissionsziele für Autos

Heute stellt die EU-Kommission in Brüssel die Ziele für die Reduktion
des Kohlendioxidausstoßes von Autos bis 2025 und 2030 vor. In den
letzten Wochen hatte sich die deutsche Autoindustrie und zuletzt auch
Außenminister Gabriel in Brüssel für eine Verwässerung der Ziele stark
gemacht, um die Autobranche zu schützen. POLITICO hat dazu einen Brief von Gabriel an die EU-Kommission veröffentlicht. Weitere Medien
berichten, dass die EU-Kommission eine feste Quote für Elektroautos
bereits aus ihrem Vorschlag gestrichen hat und das Emissionsziel bis
2025 bereits auf 15 Prozent runtergeschraubt habe.

Dazu sagt der Sprecher von Bündnis90/Die Grünen im Europäischen Parlament, Sven Giegold:

„Der Schutz der Autoindustrie darf nicht über dem Schutz des Klimas
stehen. Die erfolgreiche Lobbyarbeit zu den EU-Emissionszielen, dass
nach dem Dieselskandal kein Sinneswandel stattgefunden hat. Von der
Verkehrspolitik wird stark abhängen, ob wir die Pariser Klimaziele
erreichen werden. Die Gesellschaft steht hinter den Pariser
Klimazielen, nun muss die Politik dafür sorgen, dass diese erreicht
werden können. Mit dem Vorschlag der EU-Kommission erreichen wir die
Pariser Klimaziele nicht. Eine Emissionsreduzierung von 60% statt 30%
bis 2030 wäre nötig, um das 2-Grad-Ziel zu erreichen. In der
Verkehrspolitik muss die Politik endlich mit angemessenen Zielvorgaben
den Ton angeben und nicht nach der Pfeife der Lobbyisten tanzen. Gabriel befindet sich auf klimapolitischer Geisterfahrt. Während
Umweltministerin Hendricks sich in Bonn für den Klimaschutz einsetzt,
verteidigt Gabriel in Brüssel die Autoindustrie. Was die
Umweltministerin auf globaler Ebene klimapolitisch verhandelt, jagt
Gabriel gleichzeitig auf EU-Ebene in die Luft. Von dieser
Widersprüchlichkeit ist die Klimapolitik der Bundesregierung schon seit
Jahren geprägt. Wenn die Autoindustrie noch länger auf der Bremse der
Klimapolitik stehen kann, werden wir die Klimaziele nicht erreichen.
Eine Jamaika-Koalition müsste den Klimaschutz über den Lobbyschutz
stellen.“

 

Brief von Sigmar Gabriel an die EU-Kommission vom 3.11.2017:
https://www.politico.eu/wp-content/uploads/2017/11/Gabriel-an-Arias-Canete.pdf

Hier der Text:

Auswärtiges Amt
Sigmar Gabriel Bundesminister des Auswärtigen                                                  Mitglied des Deutschen Bundestages

 

An das Mitglied der Europäischen Kommission

Herrn Miguel Arias Canete Kommissar für Klimaschutz und Energie

Brüssel

Berlin, den 3. November 2017

Sehr geehrter Herr Kollege,
mit der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn wird die internationale Gemeinschaft ein klares Signal für Klimaschutz und Nachhaltigkeit senden. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, um einen zentralen klimapolitischen Aspekt anzusprechen, den Bereich Verkehr und Mobilität.

Ich bin der Überzeugung, dass die EU ihre Vorreiterrolle beim Klimaschutz beibehalten und ausbauen muss. Als EU haben wir uns im Übereinkommen von Paris zu ehrgeizigen Klimazielen verpflichtet. Mit dem EU-Klima- und Energierahmen 2030 haben wir das richtige Instrument geschaffen, um diese zu erreichen und ich bin froh, dass sich der letzte Umweltrat auf eine allgemeine Ausrichtung dazu geeinigt hat.

Deutschland ist ein aktiver Fürsprecher einer ambitionierten und kohärenten EU-Klimapolitik und hat mit dem Klimaschutzplan 2050 als eines der ersten Länder weltweit eine Langfriststrategie vorgelegt, wie wir bis 2050 eine nahezu emissionsfreie Volkswirtschaft werden wollen. Das Ziel ist klar, und alle Sektoren werden dazu ihren Beitrag leisten, nicht zuletzt die Automobilindustrie.

Das Ausmaß der Transformation, die unsere Klimaziele für unsere Volkswirtschaft bedeuten, stellt uns als Gesellschaft vor eine Mammutaufgabe. Nur wenn wir jedem Sektor genügend Freiraum lassen, um seinen Beitrag zum Klimaschutz umzusetzen, können wir
diese Transformation gerecht, effizient und nachhaltig gestalten und gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass wir die die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit der EU im globalen Rahmen nicht gefährden. Insbesondere gilt dies für die deutsche Automobilindustrie,  die eine Schlüsselindustrie und weltweit ein Garant für Arbeitsplätze, Wachstum und vor allem Innovation ist. Mir ist es deshalb ein großes Anliegen, dass wir die Innovationskraft der Automobilindustrie nicht durch zu eng gestrickte EU-Gesetzgebung ersticken.

Dies bedeutet einerseits, dass die zeitlichen Vorgaben nicht zu restriktiv ausgestaltet werden dürfen. Nach den ambitionierten Zielen bis zum Jahr 2021 sollte der Industrie genügend Zeit gegeben werden, in ihren eigenen, den Möglichkeiten der technischen Entwicklung entsprechenden Innovationsschritten die neuen Reduktionsziele bis 2030 zu erreichen. Statt eines verbindlichen und strafbewehrten Ziels bereits für 2025 sollte die Kommission erwägen, zu diesem Zeitpunkt zunächst eine Überprüfung des bis dahin erreichten Standes auf dem Weg zu den Zielen für 2030 vorzunehmen. Eine Verschärfung der Reduktionsziele von 2021 um mehr als 20 Prozent bereits bis 2025 birgt aus meiner Sicht die Gefahr, sich negativ auf die Im10vations- und Wettbewerbsfähigkeit der Branche auszuwirken.

Zum anderen sollte auch die inhaltliche Ausgestaltung so erfolgen, dass die Regelungen nicht dem Grundsatz der Technologieneutralität widersprechen oder Auflagen enthalten, die für betroffene Flottensegmente nicht der tatsächlichen Ausgestaltung des Markts entsprechen und so prohibitiv wirken würden. Quoten für Elektrofahrzeuge oder indirekte
Quoten durch Bonus-Malus-Regelungen und zu scharfe Reduktionsziele für leichte Nutzfahrzeuge bergen jedoch gerade diese Gefahren.

Ich würde mich freuen, wenn die EU-Kommission diese Aspekte bei den geplanten Gesetzgebungsverfahren berücksichtigen würde. Dies liegt aus meiner Sicht auch im Interesse der Kommission, denn alle Länder, in Europa und weltweit, profitieren vom Fortschritt, den die deutsche und europäische Automobilindustrie durch ihre langjährige Expertise und ihre Wettbewerbskraft auf dem Weltmarkt vorantreibt und damit Arbeitsplätze sichert.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift (S.G.)

Jamaika

8. November 2017

Sondierung nach der Bundestagswahl: Endlich Bewegung bei Jamaika

Die Grünen bieten einen Kompromiss beim Klimaschutz an. Das setzt die potenziellen Koalitionspartner unter Zugzwang – vor allem die FDP.

Ein Kommentar von Constanze von Bullion (Süddeutsche Zeitung, 7.11.2017)

Der Klügere gibt nach – dieser Spruch aus der Mottenkiste deutscher Volksweisheiten hat bei den Jamaika-Sondierungen unverhofft an Aktualität gewonnen. Nach zweiwöchigem Gezerre um ein schwarz-gelb-grünes Regierungsbündnis, nach Gehässigkeiten und Dauerauftritten unwürdiger Selbstdarsteller haben die Grünen den Versuch unternommen, die Sondierungen in Bewegung zu bringen, endlich.
Parteichef Cem Özdemir hat eine zentrale Forderung der Grünen abgeräumt. Seine Partei besteht nicht mehr darauf, dass herkömmliche Verbrennungsmotoren für Autos von 2030 an nicht mehr zugelassen werden. Die Grünen hatten das zur Bedingung für ein Jamaika-Bündnis erklärt. Nun also: Kompromiss, Klimawende notfalls auch etwas später.

Geschrei auf allen Seiten.

Dobrindt reagiert rüde auf das Kompromissangebot der Grünen.

„Wenn man Schwachsinnstermine abräumt, dann ist das ja noch kein Kompromiss.“

Selbstverständlich haben Umweltaktivisten von Greenpeace den Grünen sofort „Hasenfüßigkeit“ vorgeworfen: Wer abgasfreie Autos wolle, könne Autobauer nicht vom Klimaschutz verschonen. Selbstverständlich werden auch Özdemirs grüne Gefolgsleute unruhig. So früh nachgeben in den Sondierungen, bei so viel Härte der Gegenseite?

Dobrindts gereizte Reaktion zeigt: Es wird ungemütlich, auch für die CSU. Sie kann sich nicht länger hinter der Behauptung verschanzen, mit den Grünen und ihren spinnerten Ideen sei ohnehin kein Staat zu machen. Das Land will jetzt von Dobrindt & Co. hören, was sie eigentlich für Kompromisse anzubieten haben, bei Themen wie Verkehr, aber auch Flucht.

In der Klimafrage sind die Kenntnisse der FDP atemberaubend gering

Noch stärker unter Druck setzt der grüne Vorstoß die FDP. Ihre Anführer Christian Lindner und Wolfgang Kubicki haben außer Kraftmeierei und Neuwahl-Drohungen bisher wenig Substanzielles zur Kenntnis gebracht. In der Klimafrage ist die FDP Hauptgegner der Grünen – und gesegnet mit atemberaubend geringen Kenntnissen. So fürchten sich die Liberalen etwa, in Deutschland könnte das Licht ausgehen, wenn Grüne die Kohlekraftwerke runterfahren. Das entspricht dem Diskussionsstand der 1980er-Jahre. Statt bloß blumig Klimaschutz im Ausland zu empfehlen, muss die FDP endlich konkret benennen, wie sie sich moderne Energiepolitik in Deutschland vorstellt – oder sich aus dem Jamaika-Zirkus verabschieden.

Aber auch den Grünen stehen bittere Entscheidungen bevor. Dass sie als Erste in die Offensive gehen und die Sondierungen per Klimakompromiss auf Trab bringen, ist richtig. Der taktische Vorteil aber wird nicht lange währen. Und Nachgeben allein wird in der Politik nicht belohnt. Gelingt es den Grünen in den nächsten Tagen nicht, sich den Kompromiss beim Verbrennungsmotor mit echten Erfolgen beim Thema Kohle, Migration und Gerechtigkeit vergelten zu lassen, wird Jamaika beim Parteivolk abblitzen.

Was die Grünen bisher erreicht haben, ist so gut wie nichts.

 

Jamaika-Rätsel (von mistkaeferterror)

 

Das Rückgrat ermöglicht uns Menschen den aufrechten Gang und impliziert gleichzeitig eine Haltung.

Ordne nun die folgenden Sätze den jeweiligen Personen zu:

Er bekommt Probleme mit seinen Wurzelzwergen

Er hat keines, seine Vorgänger sind früher schon des Öfteren umgefallen

Er braucht keines, hat aber Angst um seinen Fortbestand

Über allen thront Mutti. Als Physikerin „denkt sie die Zukunft von ihrem Ende her“.

Molkerei verbietet Einsatz von Glyphosat

2. November 2017

Neuigkeit zur Petition von Sven Giegold & Martin Häusling

„Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

so viel Rückgrat braucht nun auch die Bundesregierung bei Glyphosat! Die erste Molkerei Deutschlands verbietet seinen 1.800 (!) Milchzulieferern den Einsatz des Ackergifts. Das ist eine starke Vorreiterrolle! In Brüssel ist Glyphosat weiter das große Streitthema: Angeblich will die deutsche Bundesregierung nun die Zulassung um 3 Jahre verlängern. Das Europaparlament hat hingegen ein Auslaufdatum gefordert. Nur ein Auslaufen kann der Weg sein, um Gesundheit und Umwelt von Glyphosat zu befreien. Die Molkerei hat’s vorgemacht, jetzt muss die Politik nachziehen!

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Sven Giegold“