Verschläft Niedersachsen die Zeitenwende?

12. Juni 2017

Die Ausgleichszahlungen unter den Bundesländern im Jahr 2016 ergeben ein eindeutiges Bild: Die Geberländer liegen allesamt im Süden der Republik. Hamburg steht noch einigermaßen gut da, gehört aber auch schon zu den Nehmerländern; Niedersachsen und Bremen liegen im unteren Mittelfeld.

Eine neue Studie des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI)* warnt vor einem weiteren Rückfall der norddeutschen Bundesländer, wenn sie nicht angemessen auf die Umbrüche in der Wirtschaft reagieren.

„Die Wirtschaft befindet sich in fundamentalen Umbrüchen. Die weltwirtschaftlichen, demografischen und vor allem technologischen Veränderungen vollziehen sich schnell und mit tiefgreifenden Wirkungen. In Zeiten des Strukturwandels ist eine strukturkonservative Politik gefährlich, weil sie der Illusion erliegt, die erfolgreichen Strukturen der Vergangenheit in die Zukunft verlängern zu können. Tatsächlich ist es geboten, den Strukturwandel aktiv zu gestalten. Wenn das nicht erfolgt, droht sich der Abstand noch zu vergrößern“, heißt es in der Studie.

Drei große Trends werden der Studie zufolge die wirtschaftliche Dynamik in den Bundesländern maßgeblich bestimmen: „Die digitale Transformation, der demographische Wandel und die geopolitischen Verschiebungen der Handelsbeziehungen.“*

Es darf bezweifelt werden, ob der niedersächsische Wirtschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies den Weitblick hat, diese Herausforderungen zu erkennen und ihnen entsprechend zu handeln. Sein „Bekenntnis zum schnellen und zügigen Bau der A 20″** ist rückwärtsgewandt und missachtet die jüngsten Forschungsergebnisse zum fortschreitenden Klimawandel. Mit dieser „strukturkonservativen Politik“ fährt er das Land gegen die Wand.

Was den Gütertransport betrifft, sind die Manager schon fortschrittlicher als der Minister.

Oliver Bergk, General Manager bei Eurogate, über das System der „Kombinierten Verkehre (KV)“ See/Land: „Dieses System ist eine ökologisch sinnvolle Alternative zum Straßenverkehr. Denn allein auf einer Fahrt kann der Zug 92 20-Fuß-Container mitnehmen und so bis zu 70 Lkw-Touren auf der Straße einsparen.“

*Studie HWWI_Deutschland_Strukturwandel

**Weser Kurier, 126.2017 -Lies will die A 20 vorantreiben-

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