Petta reddast

An den eigenen Haaren packen und aus dem Schlamassel herausziehen.

Das kann man von Island lernen. Vor fünf Jahren in die Krise geschliddert, ist es diesem kleinen Land mittlerweile gelungen, dieselbe hinter sich zu lassen. Island ist nicht mehr auf Hilfen aus Europa angewiesen.

Anders als in anderen europäischen Krisenstaaten wurde kein Geld in die maroden Banken gepumpt, man ließ sie einfach pleite gehen. Die Isländer lehnten in zwei Volksabstimmungen ab, die aufgehäuften Schulden der Banken zu vergemeinschaften: „Sie sahen nicht ein, warum sie für die Gier ausländischer Anleger büßen sollten, die dem Sirenengesang hoher Zinsen auf ihre Insel gefolgt waren.“* Dadurch verloren viele Anleger aus dem Ausland ihre Einlagen.

Stattdessen bezogen sich die Isländer auf ihre alten Tugenden, die da sind: „Der Arbeitswille. Die gesunde Demografie. Das  hohe Bildungsniveau. Der Tourismus. Die natürlichen Resourcen Wind, Wasserkraft, Erdwärme. Und die Fischerei. Was wären wir ohne die Fischerei.“, so der ehemalige Chefökonom der Kaupthing Bank Ásgeir Jónsson.*

Dazu kamen Isländer, die im Ausland erfolgreich waren wie Skúli Mogensen, erfolgreicher Geschäftsmann im kanadischen Montreal.

„Als ihn aus der Heimat die Nachricht vom Finanzkollaps erreichte, `da wusste ich, ich muss nach Hause. Die können mich jetzt brauchen. Mich und mein Geld.´ „*

Damit und mit dem Willen der Bevölkerung, es zu schaffen, gelang es dem Staat, die Krise hinter sich zu lassen. Andere Staaten hängen heute noch am Tropf.

Da wurden ja auch primär die Banken gerettet – zu Lasten der Bevölkerung und auch die Steuerzahler der nicht von der Krise betroffenen europäischen Staaten.

Sicher hat den Isländern auch ihre Mentalität geholfen, die sich in den Worten Petta reddast! widerspiegelt: Wird schon wieder!

Im Programm des isländischen Komödianten Bjarni Thorsson heißt es am Schluss der Vorstellung:

„Kein einziger Fisch im Netz  –  wird schon wieder!

Saure Schafshoden zum Frühstück  –  wird schon wieder!

Die Frau ist weg  –  wird schon wieder!

Tausend Milliarden Schulden  –  wird schon wieder!“ (MS)

*Quelle: Der Spiegel, 06.01.2014

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