Krebs durch Trinkwasser

Wegen zu hoher Nitratwerte drängen Umweltbundesamt und EU-Kommission darauf, die Düngemittelverordnung in der Bundesrepublik zu verschärfen.

„Gülle aus der Viehhaltung und Gärreste aus Biogasanlagen verunreinigen das Wasser mit Nitrat. Vor allem die schnell wachsende Anzahl an Biogasanlagen und der damit verbundene Maisanbau verschärfe das Problem“, so Report Mainz.

„Dringenden Handlungsbedarf“ mahnt Jochen Flasbarth, Leiter des Umweltbundesamtes, an und weiter: „Wir empfehlen dringend, dass die Düngeverordnung präzisiert und verschärft wird.“ Dabei sei es sehr wichtig, auch die Gärreste aus den Biogasanlagen in schärfere Regelungen für Düngehöchstmengen mit einzubeziehen.

Der Zweckverband Landeswasserversorgung in Stuttgart schlägt Alarm: „Die Situation ist besorgniserregend. Wir müssen dringend und kurzfristig reagieren, so dass es zu keinen Grenzüberschreitungen kommt.“

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverbund erklärt: „Die Situation ist für uns hier mittlerweile hoch dramatisch, weil die Nitratwerte wieder steigen.“

Auch der Landkreis Rotenburg/Wümme dürfte in absehbarer Zeit Probleme mit der Trinkwasserversorgung bekommen, gibt es doch dort inzwischen mehr als 150 Biogasanlagen.

Für Nitrat gilt ein strenger Grenzwert, da Nitrat im Körper zu Nitrosaminen umgebaut werden kann. Diese sind hochgradig krebserregend.

Es sind die Landwirte, die sogenannten Naturschützer von Berufs wegen, die in die Kritik geraten. Und das zu Recht! Aber: Sie nutzen ja auch nur aus, was von der Politik schlecht gestaltet wurde. Wobei es eigentlich angezeigt sein sollte, dass die, die täglich mit der Natur umgehen, etwas mehr Verantwortungsgefühl haben müssten. Die Kritik darf auch nicht auf alle Landwirte ausgedehnt werden, aber leider gibt es zu viele, die unverantwortlich handeln**. Und dahinter steht eine mächtige Lobby.

Wohl deshalb verharrt die Bundesregierung in Wahlkampfstarre, was bedeutet, dass vor der Bundestagswahl im September von dieser Koalition kein Thema angepackt wird, das Wähler vergrällen könnte und in der Landwirtschaft wird überwiegend CDU gewählt.

Die Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner zu dem Thema: „Wir arbeiten im Moment gerade an der ganzen Düngemittelverordnung. Das ist ein normaler Prozess, der dauert mehrere Jahre in der Regel und da sind wir gerade dran.“ *

* „und nach der Wahl bin ich Ministerin in Bayern, was schert mich da die Düngemittelverordnung!“ ergänzt mistkaeferterror (MD)

**“Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert.“ (Oscar Wilde, 1854 – 1900)

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